
Bayer zahlt weitere 10,5 Milliarden Dollar im Roundup-Skandal – und die Aktie steigt
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Konzern, der Milliarden zahlt, weil sein Unkrautvernichter im Verdacht steht, Krebs zu verursachen, wird dafür an der Börse auch noch belohnt. Die Bayer-Aktie legte nach Bekanntgabe eines neuen Vergleichspakets in Höhe von 10,5 Milliarden US-Dollar so stark zu wie seit drei Monaten nicht mehr. Willkommen in der bizarren Welt der modernen Finanzmärkte.
Der Fluch der Monsanto-Übernahme
Es war das Jahr 2018, als Bayer den US-Saatgutriesen Monsanto für rund 63 Milliarden Dollar schluckte – und sich damit ein juristisches Minenfeld einhandelte, das seinesgleichen sucht. Roundup, das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Vereinigten Staaten, wurde zum Albtraum für den Leverkusener Chemiegiganten. Tausende Kläger machten und machen geltend, dass der Wirkstoff Glyphosat bei ihnen Non-Hodgkin-Lymphome und andere Krebserkrankungen ausgelöst habe – sei es durch den privaten Gebrauch im Garten oder den beruflichen Einsatz in der Landwirtschaft.
Bereits rund 10 Milliarden Dollar hatte Bayer bis 2020 aufgewendet, um den Großteil der damals anhängigen Klagen beizulegen. Doch der Versuch, auch künftige Forderungen durch einen umfassenden Vergleich abzudecken, scheiterte kläglich. Seitdem strömten immer neue Klagen in die Gerichtssäle – ein nicht enden wollender Strom juristischer Forderungen, der den Konzern wie ein Mühlstein am Hals nach unten zog.
Die neue Strategie: 7,5 plus 3 Milliarden
Nun also der nächste Anlauf. Bayer schlug einen Sammelklagevergleich über 7,5 Milliarden Dollar vor, eingereicht vor einem Gericht im US-Bundesstaat Missouri. Dieser soll nicht nur bereits eingereichte Klagen abdecken, sondern auch potenzielle Ansprüche, die über einen Zeitraum von 20 Jahren noch erhoben werden könnten. Zusätzlich einigte sich der Konzern auf weitere 3 Milliarden Dollar zur Beilegung bestehender US-Klagen.
Bayer-Chef Bill Anderson bezeichnete den Vergleich als „wichtige Ergänzung" zum laufenden Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof der USA. Man wolle die rechtlichen Risiken so umfassend wie möglich minimieren, so Anderson. Beide Elemente – der Vergleich und das Supreme-Court-Verfahren – seien unabhängig voneinander notwendig und würden sich gegenseitig verstärken.
Ein deutsches Trauerspiel
Was hier als cleverer Schachzug gefeiert wird, ist bei nüchterner Betrachtung nichts anderes als die Fortsetzung eines der teuersten Unternehmensfehler der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Über 20 Milliarden Dollar hat Bayer mittlerweile insgesamt für Roundup-Vergleiche aufgewendet oder zugesagt – eine Summe, die selbst hartgesottene Finanzanalysten schlucken lässt. Dass die Aktie dennoch steigt, zeigt nur, wie sehr die Märkte bereits das Schlimmste eingepreist hatten. Die Erleichterung darüber, dass endlich ein Deckel auf die Klagewelle gesetzt werden könnte, überwiegt offenbar die Bestürzung über die astronomischen Kosten.
Für den deutschen Anleger bleibt die bittere Erkenntnis: Ein einstiges Kronjuwel der deutschen Industrie hat sich durch eine einzige Übernahme in ein juristisches Dauerschlachtfeld verwandelt. Während das Management von „Risikominimierung" spricht, dürften sich viele Aktionäre fragen, ob der Preis für diese Lektion nicht ein wenig zu hoch ausgefallen ist. Wer sein Vermögen langfristig schützen möchte, sollte sich einmal mehr die Frage stellen, ob nicht physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisenfeste Beimischung im Portfolio die klügere Wahl darstellen – frei von Klagewellen, Managementfehlern und politischen Unwägbarkeiten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifel einen qualifizierten Finanzberater.
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