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Kettner Edelmetalle
01.04.2026
21:54 Uhr

Bayer-Chef rechnet mit Europas Regulierungswahn ab – und trifft einen Nerv

Es sind Worte, die man sich in den Amtsstuben von Brüssel und Berlin einrahmen sollte – am besten direkt neben den Stapeln jener Verordnungen, die europäische Unternehmen seit Jahren in die Knie zwingen. Bill Anderson, Vorstandsvorsitzender des Leverkusener Pharma- und Agrarchemie-Riesen Bayer, hat in einem Interview mit dem „Focus" eine unmissverständliche Forderung formuliert: Europa müsse sich endlich von seiner Bürokratie-Obsession befreien, wenn es im globalen Wettbewerb nicht vollends den Anschluss verlieren wolle.

„Weltmarktführer im Regulieren" – eine vernichtende Diagnose

Andersons Formulierung könnte treffender kaum sein. Der Titel des „Weltmarktführers im Regulieren" schaffe weder Wertschöpfung noch Wohlstand, so der CEO. Man muss sich diese Aussage auf der Zunge zergehen lassen: Während in den Vereinigten Staaten, in China und in weiten Teilen Asiens über wirtschaftliche Dynamik, technologische Führungsrollen und wachsenden Wohlstand diskutiert werde, kreise die europäische Debatte noch immer um die Absicherung des Status quo – und um immer neue Regulierungsvorhaben.

Besonders beim Thema Künstliche Intelligenz sieht Anderson einen gefährlichen Reflex am Werk. Statt Innovation zu fördern und Unternehmen Freiräume zu geben, wolle man in Europa reflexartig „alle denkbaren Szenarien direkt regulieren". Dabei sei doch längst gesetzlich geregelt, dass man nicht stehlen oder betrügen dürfe. Eine Bemerkung, die in ihrer Schlichtheit entlarvend wirkt – denn sie legt offen, wie absurd die Überregulierung mittlerweile geworden ist.

Ein Problem, das weit über Bayer hinausreicht

Was Anderson beschreibt, ist kein Einzelphänomen eines Großkonzerns, der sich über lästige Vorschriften beschwert. Es ist das Symptom einer tiefgreifenden europäischen Krankheit. Deutschland, einst als Land der Ingenieure und Tüftler weltweit bewundert, erstickt unter einer Lawine aus Verordnungen, Richtlinien und Compliance-Anforderungen. Mittelständische Unternehmen – das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – ächzen unter Dokumentationspflichten, während ihre Wettbewerber in anderen Teilen der Welt längst an den nächsten Innovationen arbeiten.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hatte im Koalitionsvertrag vollmundig Bürokratieabbau versprochen. Doch bislang bleibt der große Befreiungsschlag aus. Stattdessen wurde mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen ein weiteres schuldenfinanziertes Mammutprojekt auf den Weg gebracht, das künftige Generationen belasten wird. Weniger Staat, mehr Freiheit für Unternehmer – diese Formel scheint in der deutschen Politik nach wie vor ein Fremdwort zu sein.

Andersons eigenes Haus als Blaupause

Immerhin: Der Bayer-Chef predigt nicht nur Wasser und trinkt Wein. Seit er 2023 den Chefsessel übernahm, hat er rund zwei Drittel der Managementpositionen bei Bayer ersatzlos gestrichen. Ehemalige Manager würden heute an besseren Produkten und Lösungen für Kunden arbeiten, statt Reisekostenabrechnungen freizugeben oder die Arbeit ihrer Teams zu kontrollieren. Ein radikaler Schnitt, der zeigt, was möglich ist, wenn jemand den Mut hat, verkrustete Strukturen aufzubrechen.

Genau diesen Mut bräuchte auch die Politik. Doch wer in Berlin oder Brüssel wagt es schon, Gesetze nicht nur zu erlassen, sondern auch wieder abzuschaffen? Anderson bringt es auf den Punkt: Europa müsse sich in einer multipolaren Welt neu orientieren und ins Handeln kommen – „und das möglichst schnell". Es brauche Klarheit und den echten Willen zur Veränderung.

Die Uhr tickt – und Europa schläft

Die Warnung des Bayer-Chefs ist nicht neu, aber sie gewinnt angesichts der geopolitischen Verwerfungen an Dringlichkeit. Donald Trumps aggressive Zollpolitik mit 20 Prozent auf EU-Importe setzt europäische Exporteure massiv unter Druck. China investiert Milliarden in Zukunftstechnologien. Und was tut Europa? Es debattiert über den perfekten regulatorischen Rahmen für Technologien, die anderswo längst marktreif sind.

Es ist eine bittere Ironie: Der Kontinent, der einst die industrielle Revolution hervorbrachte, droht zum Museum seiner eigenen Vergangenheit zu werden. Andersons Appell sollte als das verstanden werden, was er ist – nicht als Lobbyismus eines Großkonzerns, sondern als Weckruf an eine politische Klasse, die den Bezug zur wirtschaftlichen Realität verloren hat. Die Frage ist nur, ob dieser Weckruf gehört wird – oder ob er, wie so viele vor ihm, in den Aktenschränken der Bürokratie verstaubt.

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