
BASF investiert Milliarden in China – während Ludwigshafen darbt
Es ist ein Bild, das symbolträchtiger kaum sein könnte: Während der weltgrößte Chemiekonzern BASF am 26. März seinen glänzenden neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang feierlich eröffnet, kämpft die deutsche Chemieindustrie am Heimatstandort mit historisch schlechter Auslastung und massivem Stellenabbau. 8,7 Milliarden Euro – das größte Einzelprojekt der Unternehmensgeschichte – fließen nicht etwa nach Ludwigshafen, nicht nach Sachsen-Anhalt, nicht in den deutschen Mittelstand. Sie fließen in ein autoritär regiertes Land, das westliche Werte mit Füßen tritt.
Wachstum ja – aber wo?
Die Rechnung der BASF-Strategen klingt auf dem Papier bestechend einfach: In China liege mehr als die Hälfte des weltweiten Chemiebedarfs. Zwischen 2024 und 2035 werde das globale Wachstum der Branche zu 75 Prozent in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt stattfinden. Eine wachsende Mittelschicht, steigende Einkommen, ein schier unersättlicher Markt in der Provinz Guangdong – all das mache den Standort Zhanjiang unverzichtbar. Auf vier Quadratkilometern sollen rund 2.000 Beschäftigte arbeiten. Der Betrieb sei bereits im November vergangenen Jahres angelaufen.
Doch man muss kein Wirtschaftspessimist sein, um bei diesen Zahlen ein mulmiges Gefühl zu bekommen. Denn parallel zu diesem Milliarden-Engagement in Fernost erwirtschaftet BASF gerade einmal 13 Prozent seines weltweiten Umsatzes in China. Der Konzern sehe hier „erhebliches Ausbaupotenzial", heißt es aus der Unternehmenszentrale. Man könnte auch sagen: BASF wettet mit dem Geld seiner Aktionäre auf ein geopolitisches Pulverfass.
Abhängigkeit von Peking – ein gefährliches Spiel
Die Kritik an dem Mega-Projekt ist keineswegs neu. Seit Jahren warnen Experten davor, dass sich deutsche Konzerne in eine fatale Abhängigkeit von China begeben. Menschenrechtsverletzungen, die aggressive Expansionspolitik Pekings gegenüber Taiwan, die zunehmende Kontrolle über strategische Lieferketten – all das scheint in den Vorstandsetagen von Ludwigshafen offenbar weniger zu wiegen als die Aussicht auf Rendite.
Besonders brisant: Ein militärischer Konflikt um Taiwan könnte die für den Welthandel essenzielle Taiwanstraße blockieren. Was das für einen Chemiekonzern bedeuten würde, der Milliarden in genau dieser Region investiert hat, mag man sich kaum ausmalen. Die Lehren aus der deutschen Energieabhängigkeit von Russland – sie scheinen bei BASF noch nicht angekommen zu sein.
Stellenabbau in Deutschland, Aufbau in China
Was besonders bitter schmeckt: Während in Zhanjiang die Champagnerkorken knallen, hat BASF am Heimatstandort bereits 4.800 Stellen gestrichen. Für das laufende Jahr gibt sich der Konzern „vorsichtig" – ein Euphemismus, der in der Wirtschaftssprache meist nichts Gutes verheißt. Die deutsche Chemieindustrie funkt regelrecht SOS, die Anlagen sind historisch schlecht ausgelastet. Und was tut der einstige Stolz der deutschen Industrie? Er baut in China.
Man muss sich diese Entwicklung auf der Zunge zergehen lassen: Ein deutsches Traditionsunternehmen, das seinen Wohlstand über Jahrzehnte am Standort Deutschland aufgebaut hat, verlagert seine Zukunftsinvestitionen in ein Land, dessen politisches System dem unseren diametral entgegensteht. Zhanjiang wird nach Ludwigshafen und Antwerpen der drittgrößte Verbundstandort des Konzerns – und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Rangfolge sich verschiebt.
Ein Symptom des deutschen Niedergangs
Der Fall BASF ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom. Hohe Energiekosten, erdrückende Bürokratie, eine Steuerlast, die ihresgleichen sucht, und eine Politik, die sich lieber mit Tempolimits und Genderdebatten beschäftigt als mit der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland – all das treibt Unternehmen scharenweise ins Ausland. Dass ausgerechnet China der Profiteur dieser Entwicklung ist, sollte jedem wirtschaftspolitisch denkenden Bürger Sorgenfalten auf die Stirn treiben.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar versprochen, den Standort Deutschland wieder attraktiver zu machen. Doch solange das 500-Milliarden-Sondervermögen vor allem neue Schulden bedeutet und die strukturellen Probleme – von den Energiepreisen bis zur Überregulierung – ungelöst bleiben, werden Konzerne wie BASF weiterhin mit den Füßen abstimmen. Und zwar in Richtung Osten.
Wer als Industrienation seine besten Unternehmen in die Arme autoritärer Regime treibt, hat nicht nur ein wirtschaftliches Problem – er hat ein existenzielles.
In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und wachsender wirtschaftlicher Risiken zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, Vermögenswerte breit zu streuen und auf bewährte Sicherungsanker zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bieten hier seit Jahrtausenden einen verlässlichen Schutz gegen Währungsrisiken, geopolitische Verwerfungen und die schleichende Entwertung von Papiergeld – eine Beimischung, die in keinem soliden Anlageportfolio fehlen sollte.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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