
BASF-Chef schlägt Alarm: Brüssel muss endlich Zähne zeigen gegen Pekings Dumping-Offensive
Es ist ein Weckruf, den man in Berlin und Brüssel kaum noch überhören kann: Markus Kamieth, Vorstandschef des weltgrößten Chemiekonzerns BASF, fordert die Europäische Union zu einem deutlich härteren Kurs gegenüber China auf. In einem Interview mit dem Magazin „Focus“ stellte Kamieth unmissverständlich klar, dass chinesische Unternehmen an vielen Stellen schlichtweg nicht sauber spielten – und Europa diesem Treiben nicht länger tatenlos zusehen dürfe.
Verdopplung der Antidumping-Verfahren: Die Zahlen sprechen Bände
Die Dimension des Problems lässt sich an nüchternen Zahlen ablesen. Die Anzahl der Anti-Dumping-Verfahren bei der EU sei in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten regelrecht explodiert, so Kamieth. Seit 2023 habe sich die Zahl der Fälle verdoppelt. Wer glaubt, das sei reiner Zufall oder bürokratisches Beiwerk, der irrt gewaltig. Hinter jedem dieser Verfahren steckt ein knallhartes wirtschaftliches Kalkül aus Fernost.
Der Grund für diese Welle ist simpel und doch brandgefährlich: In China bestünden enorme Überkapazitäten für eine Vielzahl industrieller Produkte. Die dortigen Hersteller würden ihre Waren teilweise unterhalb der eigenen Produktionskosten auf den europäischen Markt werfen – ein klassisches Dumping-Manöver, das gewachsene europäische Industriestrukturen wie ein Rammbock zu zertrümmern droht.
Wenn Spielregeln gebrochen werden, ist Schweigen Komplizenschaft
Kamieth bringt es auf den Punkt: Wenn der Handel offenkundig gegen die globalen Regeln verstoße, dürfe die EU dies nicht dulden. Es ist eine Mahnung, die im Grunde selbstverständlich klingen müsste – und doch zeigt sie, wie weit Brüssel von einer entschlossenen Industriepolitik entfernt ist. Während China systematisch und mit staatlicher Rückendeckung seine Märkte schützt und gleichzeitig die unsrigen flutet, verheddert sich die europäische Bürokratie in Klima-Auflagen, Lieferkettengesetzen und gesellschaftspolitischen Nebenkriegsschauplätzen.
Genau hier setzt Kamieth den Hebel an, der vielen deutschen Politikern besonders weh tun dürfte. Er warnt nämlich ausdrücklich vor dem moralischen Hochmut der deutschen Politik. Die Welt warte nicht auf Nachhilfe aus Deutschland, wie sie zu denken und zu leben habe, sagte er sinngemäß. Eine Ohrfeige für jenen Belehrungsexport, der seit Jahren das deutsche Auftreten auf der Weltbühne prägt – und der in den Hauptstädten der Welt längst nur noch Kopfschütteln auslöst.
Die deutsche Selbstüberschätzung als Standortrisiko
Kamieth geht noch einen Schritt weiter. Man müsse akzeptieren, dass westliche Werte – so sehr man sie schätze und hochhalte – nicht überall das Maß aller Dinge seien. Auch dürfe man nicht dem Glauben anhängen, mit den eigenen Innovationen einzigartig und überlegen zu sein. Das ist starker Tobak aus dem Mund eines Spitzenmanagers, der jeden Tag erlebt, wie chinesische Konkurrenten technologisch aufholen, während Deutschland sich in Genderdebatten und ideologischen Grabenkämpfen verzettelt.
Die Botschaft ist klar: Wer im globalen Wettbewerb bestehen will, braucht keine moralinsauren Sonntagsreden, sondern wettbewerbsfähige Energiepreise, eine funktionierende Infrastruktur, eine schlanke Bürokratie und – ja – eine Handelspolitik, die auch einmal die Faust zeigen kann. Genau daran fehlt es seit Jahren. Während die deutsche Chemieindustrie unter exorbitanten Strompreisen ächzt, durch ein Lieferkettengesetz drangsaliert wird und mit immer neuen ESG-Vorgaben überzogen wird, fluten chinesische Billiganbieter ungebremst den Markt.
Was bedeutet das für deutsche Sparer und Anleger?
Die Warnung des BASF-Chefs ist mehr als ein industriepolitisches Lamento. Sie ist ein Symptom für den schleichenden Substanzverlust des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Wenn selbst Konzerne wie BASF, einst Synonym für deutsche Industriestärke, derart deutliche Worte finden, dann sollte das auch jenen zu denken geben, die ihr Vermögen langfristig sichern wollen. Aktien deutscher Industrieunternehmen sind in einem solchen Umfeld erheblichen Risiken ausgesetzt – Kursverluste, Standortverlagerungen und sinkende Margen inklusive.
In Zeiten, in denen ganze Industriezweige unter politischem Druck und unfairer Konkurrenz erodieren, gewinnen Sachwerte ohne Gegenparteirisiko an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie genau dann ihre Stärke ausspielen, wenn industrielle Wertschöpfungsketten ins Wanken geraten und politische Fehlentscheidungen auf das Vermögen der Bürger durchschlagen. Sie sind keine spekulative Wette, sondern ein bewährter Anker im Sturm – eine Beimischung, die in keinem breit gestreuten Vermögensportfolio fehlen sollte.
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