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23.08.2026
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BAMF-Zahlen: Sieben Millionen Muslime – und die Kirchen schrumpfen

BAMF-Zahlen: Sieben Millionen Muslime – und die Kirchen schrumpfen
Symbolbild: KI-generiert

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat neue Zahlen zur muslimischen Bevölkerung vorgelegt. Danach lebten im Jahr 2025 zwischen 6,6 und 7,0 Millionen muslimische Religionsangehörige mit Migrationshintergrund aus islamisch geprägten Herkunftsländern in Deutschland. Bei 82,7 Millionen Einwohnern entspricht das einem Anteil von 8,0 bis 8,5 Prozent.

Zum Vergleich: Bei der vorigen Hochrechnung für 2019 waren es rund 5,6 Millionen – ein Anteil von 6,7 Prozent. Der Anteil ist laut Behörde binnen weniger Jahre um 1,6 bis 1,8 Prozentpunkte gestiegen.

Warum die Zahl so schnell wuchs

Als wesentliche Ursache nennt das BAMF die Zuwanderung, insbesondere aus Krisenregionen im Nahen und Mittleren Osten. Vor allem ab 2022, nach dem Ende der Corona-Beschränkungen, sei der Zuzug aus islamisch geprägten Ländern deutlich angezogen.

Wichtig für die Einordnung: Die Behörde selbst warnt davor, aus dem Vergleich beider Hochrechnungen eine exakte Zunahme der absoluten Zahlen abzuleiten. Grund seien die nach dem Zensus 2022 korrigierten Bevölkerungsdaten des Mikrozensus. Die Richtung des Trends ist damit unstrittig – die Nachkommastellen sind es nicht.

Ein Blick zurück zeigt die Dimension: Um die Jahrtausendwende schätzte man die Zahl der Muslime in Deutschland auf 3,1 bis 3,2 Millionen. 2010 waren es rund 4 Millionen, 2015 – im Jahr der großen Migrationsbewegung – etwa 4,7 Millionen. Innerhalb einer Generation hat sich die Zahl damit annähernd verdoppelt.

Ein Land, zwei Realitäten

Die regionale Verteilung ist extrem ungleich. Die meisten Muslime leben laut BAMF in Nordrhein-Westfalen: 2,1 bis 2,2 Millionen. Gemessen am Bevölkerungsanteil führen Bremen und Hamburg mit 12,5 bis 13,2 Prozent, dicht gefolgt von Hessen und NRW.

Am anderen Ende steht Sachsen mit 0,9 bis 1,0 Prozent; in den ostdeutschen Flächenländern liegt der Anteil durchweg unter vier Prozent. Wer wissen will, warum Debatten über Migration in Bochum anders klingen als in Bautzen, findet hier einen Teil der Antwort.

Auch die Zusammensetzung verschiebt sich: Türkeistämmige stellen mit 39 Prozent zwar die größte Gruppe, aber keine Mehrheit mehr. 25 Prozent haben einen Hintergrund aus arabischsprachigen Ländern in Nahost und Nordafrika, 31 Prozent aus anderen Regionen. Das BAMF betont zudem, dass nicht jeder aus diesen 23 Herkunftsländern praktizierender Muslim sei.

Der stille Absturz der Volkskirchen

Die zweite Hälfte der Geschichte erzählt von Deutschlands Entkirchlichung. Katholische Kirche und EKD zählten im Jahr 2000 zusammen rund 53,4 Millionen Mitglieder – mehr als die Hälfte der Bevölkerung.

Ende 2025 waren es nach Angaben der offiziellen Kirchenstatistiken nur noch 19,22 Millionen Katholiken und 17,4 Millionen Protestanten, zusammen 36,62 Millionen. Das sind 16,8 Millionen Mitglieder weniger in 25 Jahren, der gemeinsame Anteil sank auf 44 Prozent.

Aus Sicht unserer Redaktion beschreiben diese Zahlen weniger einen Glaubenskonflikt als ein Vakuum: Während eine Religionsgemeinschaft wächst, verlieren die traditionellen Kirchen jedes Jahr eine Großstadt an Mitgliedern. Kritiker der Migrationspolitik der vergangenen Jahre sehen darin die Quittung für eine Politik, die Zuwanderung lange laufen ließ, ohne Integration, Infrastruktur und gesellschaftlichen Zusammenhalt mitzudenken.

Die entscheidende Frage stellt sich jetzt: Wer definiert künftig, was in diesem Land als selbstverständlich gilt – und redet die Politik endlich Klartext statt in Statistik-Korridoren?

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