
Attentat auf russischen Geheimdienstgeneral: Schüsse in Moskauer Wohnhaus erschüttern Kreml-Elite
Ein hochrangiger General des russischen Militärgeheimdienstes GRU wurde am Freitag in seinem Moskauer Apartment niedergeschossen. Wladimir Alexejew, stellvertretender Chef der berüchtigten Militäraufklärung, überlebte den Anschlag zwar, schwebt jedoch in kritischem Zustand zwischen Leben und Tod. Die Attacke trägt alle Merkmale eines gezielten Mordversuchs – und wirft ein grelles Schlaglicht auf die Verwundbarkeit selbst der mächtigsten Männer im russischen Sicherheitsapparat.
Ein Angriff mitten im Herzen der Macht
Der unbekannte Schütze drang offenbar mühelos in das Hochhaus am Wolokolamsker Highway ein und verschaffte sich Zugang zur Wohnung des Generals im 24. Stock. Mehrere Schüsse trafen den hochdekorierten Offizier, bevor der Attentäter unerkannt entkommen konnte. Dass ein derart exponierter Vertreter des russischen Geheimdienstapparates in seiner eigenen Wohnung angegriffen werden kann, dürfte in den Führungsetagen des Kremls für erhebliche Nervosität sorgen.
Generalleutnant Alexejew ist seit 2011 erster stellvertretender Leiter des GRU und damit einer der einflussreichsten Männer im russischen Nachrichtendienst. Im Westen steht er seit Jahren auf Sanktionslisten – unter anderem wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an Cyberangriffen und dem berüchtigten Nowitschok-Anschlag in Großbritannien im Jahr 2018.
Moskau beschuldigt Kiew – Ukraine schweigt
Russlands Außenminister Sergej Lawrow verschwendete keine Zeit und machte umgehend die Ukraine für den „terroristischen Akt" verantwortlich. Kiew versuche damit, den Verhandlungsprozess zu sabotieren, so der Vorwurf aus Moskau. Die ukrainische Seite hüllt sich derweil in vielsagendes Schweigen – obwohl sie in der Vergangenheit durchaus Verantwortung für ähnliche Operationen übernommen hatte.
„Die Vergeltung wird jeden finden" – so die unmissverständliche Drohung eines Asow-Kommandeurs in den sozialen Medien.
Besonders brisant: Alexejew war im Mai 2022 der ranghöchste russische Vertreter bei den Verhandlungen über den Abzug der ukrainischen Garnison aus dem Stahlwerk Asowstal in Mariupol. Die symbolische Bedeutung eines Anschlags auf genau diesen Mann dürfte niemandem entgehen.
Serie von Attentaten erschüttert russische Militärführung
Der Angriff auf Alexejew reiht sich in eine beunruhigende Serie von Anschlägen auf hochrangige russische Militärs ein. Im Dezember wurde Generalleutnant Fanil Sarwarow, Leiter der operativen Ausbildungsdirektion des Generalstabs, durch eine Autobombe getötet. Im April traf es Generalleutnant Jaroslaw Moskalik, stellvertretender Leiter der operativen Hauptabteilung des Generalstabs – ebenfalls durch einen Sprengsatz an seinem Fahrzeug.
Diese verdeckten Operationen tief im russischen Hinterland demonstrieren eine bemerkenswerte Fähigkeit, selbst in vermeintlich hochgesicherten Vierteln zuzuschlagen. Die psychologische Wirkung auf die russische Kommandoebene dürfte beträchtlich sein. Wer heute noch glaubt, der Krieg in der Ukraine sei ein fernes Ereignis, das die Moskauer Elite nicht berührt, wird eines Besseren belehrt.
Ein Krieg ohne klare Fronten
Was diese Entwicklung für die ohnehin fragilen Friedensverhandlungen bedeutet, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Konflikt hat längst eine Dimension erreicht, in der traditionelle Kriegsführung und gezielte Attentate ineinander übergehen. Die Grenzen zwischen Schlachtfeld und Heimatfront verschwimmen zusehends – mit unabsehbaren Konsequenzen für alle Beteiligten.

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