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29.06.2026
07:02 Uhr

Atomkraft-Comeback: Wie Deutschland seinen größten energiepolitischen Irrtum wiedergutmachen könnte

Atomkraft-Comeback: Wie Deutschland seinen größten energiepolitischen Irrtum wiedergutmachen könnte

Es gibt Momente, in denen man sich wünscht, die Zeit zurückdrehen zu können. Die deutsche Energiepolitik der vergangenen Jahre ist ein solcher Moment – ein kollektiver Akt der Selbstverstümmelung, der seinesgleichen sucht. Doch nun keimt Hoffnung auf: Eine neue Studie der pro-nuklearen Denkfabrik Radiant Energy Group kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis. Mehrere der überstürzt abgeschalteten deutschen Kernkraftwerke könnten demnach bereits ab 2031 wieder ans Netz gehen.

Fünf Reaktoren als Rettungsanker für die deutsche Industrie

Was Generationen von Ingenieuren mit Stolz erfüllte und die ganze Welt einst um die deutsche Technik beneidete, wurde mit ideologischer Verbissenheit demontiert. Die Autoren der Studie sehen jedoch keine grundsätzlichen technischen Hindernisse für eine Wiederinbetriebnahme. Als geeignete Kandidaten gelten laut Bericht die Kraftwerke Brokdorf, Emsland, Isar 2, Neckarwestheim 2 und Grohnde.

Die Rückkehr dieser Anlagen wäre nach Einschätzung der Denkfabrik nichts Geringeres als der „Rettungsanker für die Industrie". Eine Formulierung, die im Angesicht von Werksschließungen, Insolvenzen und der grassierenden Deindustrialisierung wie ein Hilferuf klingt.

37 Euro statt über 90 Euro – die nackten Zahlen sprechen Bände

Besonders interessant wird es beim Blick auf die Kosten. Nach den Berechnungen der Studienautoren könnte Atomstrom für durchschnittlich 37 Euro pro Megawattstunde erzeugt werden. Zur Erinnerung: Die aktuellen Großhandelspreise liegen bei über 90 Euro. Man muss kein Volkswirt sein, um zu erkennen, was hier verschenkt wurde.

Mit jedem weiteren Jahr des Rückbaus würden eine Wiederinbetriebnahme schwieriger und die Kosten höher.

Das vorgeschlagene Programm mit einer Leistung von 18,5 Gigawatt wäre laut Studie sogar umfangreicher als Frankreichs ambitioniertes Vorhaben zum Bau von sechs neuen EPR2-Reaktoren. Während also unser Nachbar auf der anderen Rheinseite konsequent auf zuverlässige Kernkraft setzt und billigen Strom exportiert, hat Deutschland seine eigenen Kraftwerke abgewürgt – und kauft den Atomstrom dann teuer aus dem Ausland zurück. Eine Ironie, die kaum zu überbieten ist.

Spahn fordert die Debatte – doch die Zeit drängt

CDU-Fraktionschef Jens Spahn hatte bereits im April erklärt, Deutschland könne seine stillgelegten Atomkraftwerke mit deutlich geringerem Aufwand wieder in Betrieb nehmen, als andere Länder für den Neubau von Reaktoren aufbringen müssten. Eine Debatte darüber sei „in jedem Fall wert", so Spahn.

Die Studie warnt jedoch eindringlich vor weiterem Zeitverlust. Drei Faktoren machten ein Comeback mit jedem Tag schwieriger:

  • der fortschreitende physische Abbau der Anlagen
  • der schleichende Verlust hochqualifizierter Fachkräfte
  • die zunehmend schrumpfenden Lieferketten

Die Empfehlung der Experten ist daher unmissverständlich: Ein sofortiges Moratorium für den Rückbau sowie zügige Änderungen am Atomgesetz, um den Betrieb rechtlich wieder zu ermöglichen.

Ein Lehrstück über ideologisch verblendete Politik

Man muss sich vor Augen führen, was hier geschehen ist. In einem Anfall grüner Weltverbesserungsfantasien wurden funktionierende, sichere und CO₂-arme Kraftwerke vom Netz genommen – mitten in einer Energiekrise. Die Folgen tragen heute der Mittelständler, der unter explodierenden Energiekosten ächzt, und der Familienvater, der seine Stromrechnung kaum noch begleichen kann. Ob die jetzige Bundesregierung den Mut aufbringt, diesen historischen Fehler zu korrigieren, bleibt abzuwarten. Hoffnung allein hat noch nie einen Reaktor angeworfen.

Was bedeutet das für den Anleger?

Die deutsche Energiepolitik bleibt ein Pulverfass aus Unsicherheit und politischer Sprunghaftigkeit. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen schützen möchte, tut gut daran, nicht alles auf die Karte staatlicher Verlässlichkeit zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie auch dann ihren Wert bewahren, wenn politische Experimente das Vertrauen in Währungen und Märkte erschüttern. Als krisenfeste Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie eine bewährte Form der Vermögenssicherung.

Hinweis: Dieser Artikel gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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