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Kettner Edelmetalle
08.09.2026
12:00 Uhr
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Atom-Deal am Mittelmeer: Putin liefert, Erdogan kassiert Strom

Atom-Deal am Mittelmeer: Putin liefert, Erdogan kassiert Strom
Symbolbild: KI-generiert

Die Türkei steht vor dem Start ihres ersten Atomkraftwerks. Der erste Reaktor der Anlage Akkuyu in der Mittelmeer-Provinz Mersin soll noch bis Ende 2026 Strom liefern – die Testphase habe bereits begonnen, erklärte Energieminister Alparslan Bayraktar laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Gebaut wird das Milliardenprojekt maßgeblich vom russischen Staatskonzern Rosatom.

4,8 Gigawatt – so viel Strom, wie Istanbul verbraucht

Vier Reaktoren, zusammen 4,8 Gigawatt Leistung: Ist Akkuyu vollständig am Netz, soll die Anlage rund zehn Prozent des türkischen Strombedarfs decken. Zum Vergleich: Das entspricht etwa dem Verbrauch der Millionenmetropole Istanbul.

Die Wurzeln des Projekts reichen weit zurück. Bereits im Mai 2010 unterzeichneten Ankara und Moskau das entsprechende Abkommen. Medienberichten zufolge liegt das Investitionsvolumen bei rund 20 Milliarden US-Dollar.

„Privilegierter Partner“: Erdogan und Putin denken schon weiter

Am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in Kirgisistan trafen sich Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin vergangene Woche. Erdogan kündigte an, mit der Inbetriebnahme von Akkuyu würden auch die ersten Schritte für weitere Kernkraftwerke eingeleitet.

Die Beziehungen beider Länder seien „heute auf einem wesentlich fortgeschritteneren Niveau als in jeder früheren Zeit“, sagte Erdogan. Putin nannte die Türkei „einen unserer privilegierten Partner“.

Wenn der Erbauer auch der Eigentümer ist

Der eigentliche Sprengstoff steckt im Geschäftsmodell. Eine in der Fachzeitschrift Nature Energy veröffentlichte Analyse beschreibt, dass Rosatom die Mehrheitsbeteiligung samt garantiertem Strompreis behalte und dafür alle finanziellen, baulichen und betrieblichen Risiken trage. Solche Sonderangebote mache der Konzern strategisch wichtigen Partnern.

Die Autoren äußern auch sicherheitspolitische Bedenken: Rosatom werde Eigentümer und Betreiber. Ein russisches Staatsunternehmen behielte damit langfristig Kontrolle über eine strategisch zentrale Energieanlage auf NATO-Territorium.

Die Abhängigkeit ist ohnehin gewaltig. Rund 70 Prozent ihres Energiebedarfs deckt die Türkei aus dem Ausland. Nach UN-Handelszahlen importierte das Land im vergangenen Jahr Waren für 42,37 Milliarden US-Dollar aus Russland – 29,8 Milliarden davon im Energiesektor.

Ankara baut auf – Berlin baut ab

Ankara verweist auf einen Lokalisierungsgrad von über 50 Prozent, mehr als 400 türkische Unternehmen seien beteiligt. 251 Studierende wurden für ein Bachelor-, 146 für ein Masterstudium der Nukleartechnik nach Russland entsandt; 322 Absolventen arbeiten inzwischen für das Projekt. Und es soll weitergehen: Laut dem türkischen Medium T24 wolle Russland seine Erfahrung ins geplante AKW Sinop einbringen, Gespräche laufen zudem mit Kanada, China und Südkorea – Ziel seien acht weitere Reaktoren.

Der Kontrast zu Deutschland könnte kaum schärfer sein. Während die Türkei Kapazitäten aufbaut und junge Ingenieure ausbildet, hat die Bundesrepublik ihre letzten Kernkraftwerke im April 2023 abgeschaltet – und diskutiert seither über Strompreise, Industrieabwanderung und einen möglichen Wiedereinstieg. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt Akkuyu vor allem eines: Energiepolitik ist Machtpolitik. Wer sie moralisch statt strategisch betreibt, verliert Einfluss – und bezahlt am Ende doppelt.

Wer sich gegen politisch verursachte Verwerfungen absichern will, setzt traditionell auf reale Werte. Physisches Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als solide Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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