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30.10.2026
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Asyl-Stau vor Gericht: 136.000 Klagen warten seit über zwei Jahren!

Asyl-Stau vor Gericht: 136.000 Klagen warten seit über zwei Jahren!
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands Verwaltungsgerichte ersticken in Asylklagen. Mitte August waren bundesweit rund 196.000 Verfahren offen, mehr als 136.000 davon liegen schon länger als zwei Jahre bei den Richtern. Diese Zahlen stehen in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion.

Hinter den nüchternen Werten steckt ein Rechtsstaat, der mit seinem eigenen Arbeitspensum nicht mehr fertig wird. Wer glaubt, das Problem löse sich mit der Zeit von selbst, wird von den Daten eines Besseren belehrt.

Die Zahlen hinter dem Stillstand

Die Regierung wurde gefragt, wie viele Asylverfahren länger als 24, 30 und 36 Monate ohne bestandskräftige Entscheidung geblieben sind. Das Ergebnis:

  • Über 24 Monate: 136.372 Verfahren, davon 38.641 von türkischen Staatsangehörigen
  • Über 30 Monate: 105.786 Verfahren, davon 33.248 türkische Fälle
  • Über 36 Monate: 61.054 Verfahren, davon 15.735 türkische Fälle

Hinter der Türkei folgen mit deutlichem Abstand Kläger aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran. Ein Großteil der Altfälle stammt aus den zugangsstarken Jahren 2022 bis 2024. Abgebaut wurde dieser Berg bis heute nicht. Er wächst sogar weiter, weil ständig neue Klagen dazukommen.

Ein Teufelskreis mit Ansage

Der Mechanismus ist schnell erklärt. Lehnt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Asylantrag ab, kann der Betroffene klagen und darf in der Regel mit einer Aufenthaltsgestattung vorerst im Land bleiben. Rund 90 Prozent der abgelehnten Bewerber ziehen vor Gericht. Bei dieser Quote wird die Klage praktisch zum Normalfall.

Hier liegt die Ironie: Das BAMF entscheidet inzwischen schneller. Weil es dabei mehr Anträge ablehnt, landet aber auch mehr bei den Gerichten. Im ersten Halbjahr 2026 dauerte eine Asylklage im Schnitt rund 15 Monate, und laut Fachmedien steigt die Verfahrensdauer nach Jahren des Rückgangs wieder an.

Föderaler Flickenteppich

Zwischen den Bundesländern liegen Welten. In Sachsen und Niedersachsen warten Kläger im Schnitt rund 20 Monate auf ein Urteil. In Rheinland-Pfalz sind es etwa 9 Monate, in Bayern knapp 11. Ob ein Verfahren zügig abgeschlossen wird, hängt also auch vom Wohnort ab.

Sonderfall Türkei: Verfolgung auf Bestellung?

Dass türkische Staatsangehörige die Statistik anführen, hat eine Vorgeschichte. Die Zahl der Erstanträge ist seit 2023 von rund 61.000 auf zuletzt etwa 11.900 gefallen. Gleichzeitig ist die Schutzquote abgestürzt: 2020 bekamen noch mehr als vier von zehn Antragstellern Schutz, zuletzt waren es nur noch acht Prozent. Wer abgelehnt wird, klagt.

Viele Kläger, darunter zahlreiche Kurden, berufen sich auf politische Verfolgung. Das BAMF prüft solche Angaben inzwischen besonders streng, doch die Überprüfung türkischer Justizdokumente kostet viel Zeit. Im Oktober 2026 berichteten Zeit und Bild, manche Antragsteller sollen sich in der Türkei echte Ermittlungsverfahren gekauft oder über bestochene Staatsanwälte angelegt haben lassen, um Verfolgung vorzutäuschen. Am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gibt es mittlerweile eigene Kammern nur für türkische Asylklagen.

Wer zahlt die Rechnung?

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Asyl-Stau, was politische Versäumnisse der vergangenen Jahre angerichtet haben. Wenn eine Ablehnung erst nach drei Jahren rechtskräftig wird, verliert sie viel von ihrer Wirkung. In dieser Zeit entstehen Bindungen, Fakten und Kosten, die am Ende der Steuerzahler trägt.

Die Regierung unter Friedrich Merz hatte eine Wende in der Migrationspolitik versprochen. Solange Verwaltungsgerichte Klagen zwar abarbeiten, der Rückstand aber nicht kleiner wird, fragen sich viele Bürger zu Recht, wann aus dieser Ankündigung tatsächlich Politik wird.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder.

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