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Kettner Edelmetalle
10.02.2026
06:42 Uhr

Architektur-Albtraum in München: Bretterbude schafft es ins Finale eines renommierten Preises

Man reibt sich die Augen und fragt sich unwillkürlich, ob man versehentlich auf eine Satireseite geraten ist. Doch nein – es ist bitterer Ernst. Ein Gebäude im Münchner Stadtteil Ramersdorf-Perlach, das auf den ersten Blick an eine notdürftig zusammengezimmerte Behelfsbaracke erinnert, hat es tatsächlich ins Finale des renommierten DAM-Preises 2026 geschafft. Der Preis wird jährlich vom Deutschen Architekturmuseum für herausragende Bauten in Deutschland vergeben. Herausragend ist dieses Bauwerk zweifellos – allerdings nicht unbedingt im positiven Sinne.

„Das robuste Haus" – robust vor allem für die Augen

Das Projekt trägt den programmatischen Namen „Das robuste Haus" und wurde vom Architekturbüro etal. als sogenanntes Mehrgenerationen- und Gemeinschaftshaus konzipiert. Was sich dahinter verbirgt, liest sich wie das Manifest einer Ideologie, die Individualität und Ästhetik auf dem Altar des Kollektivismus opfert: Sogenannte Clusterwohnungen, in denen private Zimmer mit gemeinschaftlich genutzten Wohn- und Essbereichen kombiniert werden. Werkstatt, Waschraum, Fahrradraum – alles geteilt, alles gemeinschaftlich. Man könnte meinen, die Architekten hätten sich weniger von der europäischen Bautradition als vielmehr von sowjetischen Kommunalkas inspirieren lassen.

Konstruktiv handelt es sich um einen Holzrahmenbau. Die oberirdischen Geschosse bestehen aus vorgefertigten Holzrahmenelementen, die Decken und tragenden Kerne aus Brettschichtholz. Als Dämmstoffe kommen Zellulose und Holzwolle zum Einsatz. Die Fassade? Fichtenholzschalung, ergänzt durch Stahl-Trapezbleche als Wetterschutz. Im Inneren wurde auf jegliche Verkleidung verzichtet – der Zementestrich bleibt sichtbar, lediglich geschliffen und geölt. Reduktion als Prinzip, könnte man wohlwollend sagen. Oder schlicht: Kargheit als Programm.

Soziale Netzwerke laufen Sturm

In den sozialen Netzwerken sorgte die Nominierung für heftige Diskussionen. Ein Beitrag auf der Plattform X behauptete, das Gebäude bestehe unter anderem aus Holzabfällen und Metallresten. Diese Einschätzung bezog sich offenbar auf Fotografien aus einer früheren Bauphase, die das Haus in einem besonders unvorteilhaften Zustand zeigten. In den offiziellen Projektangaben finden sich keine Hinweise auf die Verwendung von Abfall- oder Restmaterialien. Dennoch bleibt der optische Eindruck – gelinde gesagt – gewöhnungsbedürftig.

Auf dekorative Elemente, glatte Oberflächen oder gestalterische Ausformungen wurde bewusst verzichtet. Konstruktion und Materialien bleiben sichtbar. Was die Architekten vermutlich als ehrliche, authentische Bauweise verstanden wissen wollen, wirkt auf viele Betrachter wie das architektonische Äquivalent eines Offenbarungseids. Die Kommentare im Netz sprechen Bände: Von „Favela-Architektur" über „Behelfsbaracke" bis hin zu „hübsch hässlich" reicht das Spektrum der Reaktionen. Ein Nutzer merkte süffisant an, dass ein solches Bauwerk in jeder Schrebergartenanlage mit einer Fristsetzung zum Abriss bedacht würde.

Symptom eines kulturellen Niedergangs?

Man muss kein Architekturkritiker sein, um zu erkennen, dass hier etwas grundlegend schiefläuft. Deutschland war einst das Land der Baumeister, der Gotik, des Barock, des Jugendstils. Schinkel, Semper, Behrens – Namen, die für architektonische Exzellenz stehen. Und heute? Heute wird eine Bretterbude mit Trapezblech-Fassade für einen der wichtigsten Architekturpreise des Landes nominiert. Es drängt sich die Frage auf, ob dieser ästhetische Verfall nicht symptomatisch ist für einen viel tiefgreifenderen kulturellen Niedergang.

Das Konzept der gemeinschaftlichen Wohnformen, der geteilten Küchen und Gemeinschaftsräume mag für manche einen gewissen idealistischen Charme besitzen. Doch wer genauer hinschaut, erkennt darin die schleichende Abkehr von dem, was Generationen von Deutschen als erstrebenswert galt: ein eigenes Heim, Privatsphäre, individuelle Gestaltungsfreiheit. Stattdessen wird nun das kollektive Wohnen in einer optisch fragwürdigen Holzkiste als zukunftsweisend gefeiert. Die Grundrisse seien so angelegt, dass Räume über vorbereitete Öffnungen verbunden oder getrennt werden könnten, heißt es in der Projektbeschreibung. Flexibilität als Euphemismus für Enge.

Wenn Ideologie über Ästhetik triumphiert

Es ist bezeichnend für den Zeitgeist, dass ein solches Projekt nicht etwa kritisch hinterfragt, sondern mit einer Nominierung für einen prestigeträchtigen Preis geadelt wird. Die Jury scheint weniger die architektonische Qualität als vielmehr die ideologische Botschaft zu honorieren: Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Verzicht. Alles Begriffe, die in bestimmten Kreisen längst zu Glaubensbekenntnissen geworden sind – unabhängig davon, ob das Ergebnis auch nur annähernd den ästhetischen Ansprüchen genügt, die man an preiswürdige Architektur stellen sollte.

Ein erfahrener Kommentator brachte es auf den Punkt, als er anmerkte, dass selbst die sowjetischen Chruschtschow-Plattenbauten der 1960er Jahre gemütlicher gewirkt hätten. Und tatsächlich: Wer die Bilder des „robusten Hauses" mit den Wohnblöcken vergleicht, die einst als Inbegriff architektonischer Tristesse galten, kommt nicht umhin festzustellen, dass der Fortschritt offenbar rückwärts marschiert.

Die Frage, die sich am Ende stellt, ist keine architektonische, sondern eine kulturelle: Wollen wir in einem Land leben, das Bretterverschläge prämiert – oder in einem Land, das wieder den Mut hat, Schönheit zu fordern? Die Antwort darauf sollte eigentlich nicht schwerfallen. Doch in einem Deutschland, das sich in immer neuen Runden der Selbstbescheidung gefällt, scheint selbst diese einfache Erkenntnis verloren gegangen zu sein.

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