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Kettner Edelmetalle
30.03.2026
10:21 Uhr

Arbeitgeberpräsident schlägt Alarm: Deutsche Wirtschaft am Kipppunkt

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist am Boden. Was Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, in einem Interview schildert, gleicht einem Offenbarungseid für den Standort Deutschland. Eine Frustration, wie er sie „selten erlebt" habe, mache sich unter den Unternehmern breit. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen: Jahrelange politische Fehlsteuerung fordert ihren Tribut.

Ein Hilferuf, den die Politik nicht länger ignorieren darf

Dulger bringt auf den Punkt, was Millionen Deutsche längst spüren: Der Staat wächst, die Wirtschaft stagniert. Immer mehr Bürger wanderten zu populistischen und extremen Parteien ab – ein Phänomen, das der Arbeitgeberpräsident als „Hilferuf" an die Politik interpretiere. Und er hat recht. Wer die Sorgen der Menschen über Jahre hinweg ignoriert, wer Bürokratie aufbläht statt abzubauen, wer Energiepreise in astronomische Höhen treibt und gleichzeitig einen aufgeblähten Sozialstaat finanziert, der darf sich über die Quittung an der Wahlurne nicht wundern.

Die Forderungen Dulgers lesen sich wie ein Pflichtenheft für jeden vernünftigen Wirtschaftspolitiker: weniger Bürokratie, niedrigere Energiepreise, flexiblere Arbeitszeitgestaltung. Nichts davon ist neu. Nichts davon ist radikal. Und doch scheint die politische Klasse in Berlin seit Jahren unfähig, auch nur einen dieser Punkte ernsthaft anzugehen.

Der teure, ineffiziente Sozialstaat als Wachstumsbremse

Besonders deutlich wird Dulger beim Thema Sozialstaat. Der Lohnabstand zwischen Erwerbstätigen und Transferempfängern sei zu gering geworden. Unterstützungsleistungen dürften nicht mehr so gestaltet sein, dass sich Erwerbsarbeit kaum noch auszahle, mahnte er. Stattdessen brauche es „mehr Netto vom Brutto". Eine Binsenweisheit, die in Deutschland offenbar immer wieder aufs Neue erklärt werden muss.

Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung hält dagegen, Arbeit führe in Deutschland „immer zu höheren Einkommen als Nichtstun". Mag sein – auf dem Papier. Doch wer die realen Verhältnisse kennt, wer mit Handwerkern, Pflegekräften oder Geringverdienern spricht, der weiß: Der Unterschied zwischen einem Leben mit Bürgergeld und einem Leben mit Vollzeitarbeit im Niedriglohnsektor ist bisweilen erschreckend gering. Das ist kein Anreiz, das ist eine Ohrfeige für jeden, der morgens um sechs aufsteht.

Über eine Billion Euro Steuereinnahmen – und trotzdem kein Geld?

Dulger verweist auf eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: Über 1.000 Milliarden Euro Steuereinnahmen pro Jahr fließen in die Staatskassen. Mehr als eine Billion. Und dennoch reicht es offenbar nie. Dennoch werden neue Schulden aufgenommen, neue Sondervermögen geschaffen – man denke nur an das 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturpaket der neuen Großen Koalition unter Friedrich Merz, das kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten wird. Wo versickert das Geld? In einem Verwaltungsapparat, der sich selbst genügt. In Bundesbehörden, deren Zahl zu reduzieren man zwar versprochen, aber bislang nicht eingelöst habe.

Rente, Pflege, Krankheitstage: Die unbequemen Wahrheiten

Auch beim Thema Rente nimmt Dulger kein Blatt vor den Mund. In einer überalternden Gesellschaft mit steigender Lebenserwartung müssten die Frühverrentungsanreize „sofort weg", das Renteneintrittsalter auch über 67 hinaus steigen und der Nachhaltigkeitsfaktor wieder eingesetzt werden. Unbequeme Forderungen? Gewiss. Aber mathematisch alternativlos, wenn man das System nicht gegen die Wand fahren will.

Ein besonders brisanter Vorschlag betrifft die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Deutschland weise 20 Prozent mehr Fehltage auf als andere europäische Länder, so Dulger. Sein Vorschlag: Am ersten Krankheitstag keinen Lohn zu zahlen, dafür aber bei längerer Krankheit einen Tag länger. Ein Karenztag also, wie ihn andere Länder längst kennen. Man kann darüber streiten – aber man sollte zumindest darüber reden dürfen, ohne sofort als Arbeitnehmerfeind gebrandmarkt zu werden.

Deutschland braucht den Mut zur Veränderung

Was Dulger beschreibt, ist im Kern keine Überraschung. Es ist die logische Konsequenz einer Politik, die jahrelang Umverteilung über Wertschöpfung gestellt hat, die ideologische Projekte über wirtschaftliche Vernunft priorisierte und die den Mittelstand – das Rückgrat dieser Nation – systematisch unter Druck setzte. Die Ampel-Koalition hat diesen Kurs auf die Spitze getrieben, bevor sie im November 2024 verdient zerbrach. Doch auch die neue Große Koalition unter Merz und Klingbeil lässt bislang den großen Reformwillen vermissen.

Statistisch gesehen liege der Anteil sogenannter „Totalverweigerer" – also Menschen, die zumutbare Arbeit komplett ablehnen – bei unter zwei Prozent. Das mag stimmen. Doch das Problem ist vielschichtiger: Es geht nicht nur um jene, die gar nicht arbeiten wollen, sondern um ein System, das Leistung bestraft und Passivität belohnt. Es geht um eine Gesellschaft, in der der Fleißige zunehmend das Gefühl hat, der Dumme zu sein.

Rainer Dulger vertritt als Arbeitgeberpräsident rund eine Million Unternehmen mit etwa 30,5 Millionen Beschäftigten. Seine Stimme hat Gewicht. Die Frage ist nur: Hört die Politik endlich zu – oder braucht es erst den wirtschaftlichen Totalschaden, bevor der Reformmotor anspringt?

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