
Apothekensterben erreicht dramatischen Höhepunkt: Deutschland verliert seine Gesundheitsversorgung
Die deutsche Apothekenlandschaft erlebt einen beispiellosen Niedergang. Mit nur noch 17.401 Apotheken hat die Bundesrepublik einen historischen Tiefstand erreicht – ein Rückgang von über 4.000 Standorten seit der Jahrtausendwende. Was die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) als "noch nie dagewesene Schließungswelle" bezeichnet, ist in Wahrheit das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlentscheidungen und einer Gesundheitspolitik, die offenbar mehr an Kosteneinsparungen als an der Versorgung der Bürger interessiert ist.
Wirtschaftliche Strangulation durch politische Untätigkeit
Besonders pikant erscheint die Tatsache, dass das Fixhonorar für Apotheken seit sage und schreibe 13 Jahren bei mageren 8,35 Euro verharrt. Während die Inflation galoppiert und der Mindestlohn munter steigt, lässt man die Apotheker im Regen stehen. Die nun von der Großen Koalition geplante Erhöhung auf 9,50 Euro wirkt angesichts der wirtschaftlichen Realitäten wie ein Tropfen auf den heißen Stein. ABDA-Präsident Thomas Preis fordere mindestens 12 Euro – eine Summe, die angesichts der geplanten Mindestlohnerhöhung auf 15 Euro kaum übertrieben erscheint.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Gerade einmal 48 Neugründungen standen im vergangenen Jahr hunderten von Schließungen gegenüber. Wer würde sich unter diesen Bedingungen noch selbstständig machen wollen? Die jungen Pharmazeuten votieren mit den Füßen und suchen ihr Glück anderswo.
Lauterbachs gefährliches Erbe
Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach hinterlässt ein Trümmerfeld. Seine Vision von Apothekenverbünden mit reduzierten Öffnungszeiten und eingeschränkter Ausstattung zeuge von einer erschreckenden Realitätsferne. Während die Corona-Pandemie eindrucksvoll bewies, welch wichtige Rolle Apotheken bei der niedrigschwelligen Gesundheitsversorgung spielen könnten – man denke nur an die erfolgreichen Impfkampagnen –, träumte Lauterbach von einem Abspeckmodell, das die Versorgung gerade im ländlichen Raum gefährden würde.
Dabei könnten Apotheker als Heilberufler so viel mehr leisten: Impfungen durchführen, Präventionsmaßnahmen anbieten, Ärzte bei Routineaufgaben entlasten. Stattdessen erstickt man sie in Bürokratie und verweigert ihnen die notwendigen Handlungsspielräume.
Versandhandel als Totengräber der wohnortnahen Versorgung
Der Online-Versandhandel verschreibungspflichtiger Medikamente trage seinen Teil zur Misere bei. Was als vermeintlicher Fortschritt verkauft wird, zerstöre in Wahrheit die gewachsenen Strukturen der wohnortnahen Versorgung. Gerade ältere und immobile Menschen seien auf die Apotheke um die Ecke angewiesen – eine Erkenntnis, die in der digitalisierten Welt offenbar keinen Platz mehr hat.
Trump-Zölle als zusätzliche Bedrohung
Als wäre die Lage nicht schon dramatisch genug, drohen nun auch noch die Zollpläne des US-Präsidenten Donald Trump die Situation weiter zu verschärfen. Mit angedrohten Zollaufschlägen von bis zu 250 Prozent auf Pharmaprodukte könnte sich die ohnehin angespannte Liefersituation dramatisch zuspitzen. Bereits jetzt seien rund 550 Medikamente nicht lieferbar – Tendenz steigend. Besonders betroffen: lebenswichtige Präparate wie Antibiotika für Kinder, Cholesterinsenker und ADHS-Medikamente.
Trumps "America First"-Politik, die US-Produktion für den heimischen Markt zu reservieren, könnte Deutschland hart treffen. Die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten rächt sich nun bitter. Während Trump den Pharmakonzernen Ultimaten stellt und mit dem Zollhammer droht, steht die deutsche Gesundheitsversorgung vor dem Kollaps.
Ein Weckruf für die neue Regierung
Die Große Koalition unter Friedrich Merz muss endlich handeln. Die Versorgungssicherheit der Bevölkerung darf nicht länger dem Spardiktat geopfert werden. Es braucht eine grundlegende Reform des Apothekenwesens: angemessene Honorare, weniger Bürokratie, mehr Kompetenzen für Apotheker und ein klares Bekenntnis zur flächendeckenden Versorgung.
Die Alternative ist düster: Ein Land ohne ausreichende Apothekenversorgung, in dem Patienten kilometerweit fahren müssen, um ihre Medikamente zu erhalten. Ein Land, in dem die Gesundheitsversorgung zum Privileg der Stadtbewohner wird. Das kann und darf nicht die Zukunft Deutschlands sein.
Die Zeit des Zögerns ist vorbei. Jede weitere Apothekenschließung ist eine zu viel. Die Bürger haben ein Recht auf eine funktionierende Gesundheitsversorgung – es wird Zeit, dass die Politik dieser Verantwortung endlich gerecht wird.