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Kettner Edelmetalle
22.04.2026
06:01 Uhr

Aluminium im Ausnahmezustand: Krieg, Zölle und ein leergefegter Markt

Aluminium im Ausnahmezustand: Krieg, Zölle und ein leergefegter Markt

Der globale Aluminiummarkt steht vor einem Beben historischen Ausmaßes. Was Analysten als klassisches "Schwarzer Schwan"-Ereignis bezeichnen, ist Realität geworden: Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten haben eine Versorgungskrise ausgelöst, wie sie die Rohstoffmärkte seit der Jahrtausendwende nicht gesehen haben. Wer geglaubt hatte, die Globalisierung der Lieferketten sei ein unzerstörbares Fundament unserer Industrie, wird derzeit eines Besseren belehrt.

Eine Region, die 9 Prozent der Weltproduktion stemmt

Der Nahe Osten verfügt über eine Schmelzkapazität von rund 7 Millionen Tonnen Aluminium pro Jahr. Das entspricht etwa neun Prozent der weltweiten Versorgung. Aluminium, dieser unscheinbare Allesträger unserer modernen Industriegesellschaft, steckt in praktisch allem, was sich bewegt, was gebaut wird oder was verpackt werden muss. Fällt eine solche Menge plötzlich aus, gerät die gesamte Wertschöpfungskette ins Wanken.

Nick Snowdon, Leiter der Metall- und Bergbauforschung beim Rohstoffhändler Mercuria, sprach am Rande des Financial Times Commodities Global Summit in Lausanne Klartext. Das Ausmaß des Versorgungsschocks sei vermutlich der größte Einzelschock, den ein Basismetallmarkt seit der Jahrtausendwende erlebt habe. Eine Entwicklung in dieser Größenordnung habe niemand vorhersehen können, so Snowdon.

Preisexplosion an der Londoner Metallbörse

Die Sorgen um die Versorgung, ausgelöst durch den Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, haben die Notierungen an der London Metal Exchange förmlich durch die Decke gejagt. Am 16. April erreichte der Aluminiumpreis mit 3.672 Dollar pro Tonne ein Vier-Jahres-Hoch. Mercuria rechnet für den Zeitraum bis zum Jahresende mit einem Defizit von mindestens zwei Millionen Tonnen. Demgegenüber stehen lediglich 1,5 Millionen Tonnen sichtbarer Lagerbestände und etwas über drei Millionen Tonnen Gesamtbestand inklusive nicht sichtbarer Einheiten. Der Puffer ist also hauchdünn.

Sollte sich der Konflikt weiter in die Länge ziehen und die Aluminiumoxid-Lieferungen in die Golfregion weiterhin gedrosselt bleiben, könnte das Defizit noch deutlich größer ausfallen. Aluminiumoxid ist der unverzichtbare Rohstoff für die Aluminiumproduktion – ohne diesen Zufluss stehen selbst intakte Schmelzwerke still.

Kein einfacher Ersatz in Sicht

Die bittere Wahrheit lautet: Die Mengen aus dem Nahen Osten lassen sich nicht einfach ersetzen. China, der weltweit größte Produzent, unterliegt einer politisch festgesetzten Produktionsobergrenze von 45 Millionen Tonnen pro Jahr. Die USA und Europa verfügen über kaum stillgelegte Kapazitäten, die man kurzfristig reaktivieren könnte. Besonders Europa und die Vereinigten Staaten sind durch ihre niedrigen Lagerbestände verwundbar. Von den 3,4 Millionen Tonnen Primär- und Legierungsaluminium, die die USA im vergangenen Jahr importierten, stammten laut Trade Data Monitor knapp 22 Prozent aus dem Nahen Osten. Europa bezog rund 1,2 Millionen Tonnen oder 18,5 Prozent seines Aluminiumimports aus derselben Region.

Prämien auf Rekordniveau – die Rechnung zahlt der Verbraucher

Die Aufschläge, die zusätzlich zum LME-Preis für physisches Metall gezahlt werden, sind explodiert. In den USA erreichten sie mit 1,14 Dollar pro Pfund oder 2.521,50 Dollar pro Tonne einen Rekordwert. In Europa kletterten die Prämien auf ein fast vierjähriges Hoch von 599 Dollar pro Tonne. Was zunächst wie eine Randnotiz für Rohstoffhändler wirkt, wird früher oder später als Preisschock bei jenen ankommen, die ohnehin schon unter steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten ächzen: den Verbrauchern und der gebeutelten deutschen Industrie.

Deutschland trifft es besonders hart

Während Berlin sich in ideologischen Debatten über Klimaneutralität bis 2045 und immer neue Regulierungen verliert, wird der industrielle Unterbau dieses Landes von äußeren Schocks brutal getroffen. Die deutsche Automobilindustrie, der Maschinenbau, die Verpackungsbranche – sie alle hängen am Tropf kontinuierlicher Aluminiumlieferungen. Dass ausgerechnet in einer Phase geopolitischer Verwerfungen und explodierender US-Zölle unter Präsident Trump nun auch noch ein Basismetall in die Krise stürzt, zeigt, wie fragil das Konstrukt der globalisierten Wirtschaft tatsächlich geworden ist. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hat bislang keine überzeugende Antwort darauf gefunden, wie man die Abhängigkeit der deutschen Industrie von Importen strategisch wichtiger Rohstoffe verringern könnte.

Was Anleger aus dieser Krise lernen sollten

Die Aluminiumkrise ist mehr als eine Momentaufnahme. Sie ist ein Lehrstück über die Verwundbarkeit moderner Industriegesellschaften, die sich auf wenige Lieferländer und komplexe Seerouten verlassen haben. Wer sein Vermögen schützen möchte, sollte die Lehre ziehen, dass geopolitische Schocks heute nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben in solchen Zeiten immer wieder bewiesen, dass sie als krisenfeste Anker im Portfolio funktionieren – unabhängig von Lieferketten, Börsenprämien und politischen Verwerfungen. Eine durchdachte Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit diversifiziertes Portfolio war selten so naheliegend wie in diesen Tagen.

Haftungsausschluss

Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen spiegeln die Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wider und stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben weder eine individuelle Finanz-, Rechts- noch Steuerberatung. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig umfassende Recherchen durchzuführen und im Zweifelsfall qualifizierte Fachleute zu konsultieren. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen trägt jeder Anleger die alleinige Verantwortung.

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