
AfD-Chef Chrupalla fordert Abzug der US-Truppen aus Deutschland – und erntet dafür tosenden Applaus
Was in den Ohren des politischen Establishments wie eine Provokation klingen mag, trifft offenbar den Nerv einer wachsenden Zahl von Bürgern: AfD-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla hat auf einem Parteitag in Sachsen den schrittweisen Abzug amerikanischer Streitkräfte von deutschem Boden gefordert. Die Reaktion des Publikums? Donnernder Beifall.
Souveränität statt Vasallentreue
Chrupalla machte bei seiner Rede im sächsischen Löbau keinen Hehl aus seinen Ambitionen. Sollte die AfD an die Macht kommen, müsse der Abzug der US-Truppen der erste konkrete Schritt zur Umsetzung des Parteiprogramms sein. Dieses sieht bekanntlich die Entfernung sämtlicher alliierter Streitkräfte aus Deutschland sowie den Austritt aus der nuklearen Teilhabe der NATO vor. Man mag von dieser Forderung halten, was man will – doch die Frage, warum 80 Jahre nach Kriegsende noch immer zehntausende ausländische Soldaten auf deutschem Boden stationiert sind, ist eine, die sich viele Deutsche zu Recht stellen.
Scharfe Kritik an Trumps Kriegskurs
Besonders bemerkenswert war Chrupallas unmissverständliche Abrechnung mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Er sei „extrem enttäuscht" von dessen gebrochenen Wahlversprechen, erklärte der AfD-Chef bereits bei einem Auftritt in der Sendung von Markus Lanz. Trump habe im Wahlkampf seiner Kontrahentin Kamala Harris vorgeworfen, sie würde den Dritten Weltkrieg auslösen – und nun stehe man möglicherweise genau an dieser Schwelle. Ein Wortbruch, den Chrupalla zutiefst verurteile und den auch das amerikanische Volk nicht mittrage. Rund 70 Prozent der Amerikaner lehnten den Krieg gegen den Iran ab – eine Quote, die sogar höher liege als in Deutschland.
Chrupalla ging noch weiter und benannte klar, wer seiner Ansicht nach die Vereinigten Staaten in diesen Konflikt hineingezogen habe: Israel. Er verwies auf ernsthafte Verhandlungen, bei denen der Oman als Friedensvermittler eine Einigung zwischen Israel und den USA erzielt habe – nur um am selben Tag mit der Bombardierung des Iran zu beginnen. Der omanische Außenminister habe dies als gewaltigen Fehler bezeichnet, ebenso die gesamte arabische Welt, Norwegen und die Türkei. „Man kann das nicht einfach ignorieren", so Chrupalla. Es handele sich um einen „riesigen Flächenbrand".
Spanien als Vorbild – Deutschland als Mitläufer?
Als positives Gegenbeispiel führte der AfD-Vorsitzende Spanien an, das sich geweigert habe, seine Militärbasen für den amerikanischen Konflikt mit dem Iran zur Verfügung zu stellen. „Und das ist genau richtig. Spanien mischt sich nicht in diesen Krieg ein", lobte Chrupalla. Die implizite Botschaft war unmissverständlich: Deutschland solle sich ein Beispiel nehmen, statt blind der amerikanischen Außenpolitik zu folgen. Eine Haltung, die angesichts der desaströsen Erfahrungen mit der bedingungslosen Gefolgschaft gegenüber Washington – man denke nur an die Sanktionspolitik gegen Russland und deren verheerende Folgen für die deutsche Wirtschaft – durchaus nachvollziehbar erscheint.
Ukraine-Krieg: Frieden schaffen und Rückkehr fordern
Auch zum Thema Ukraine bezog Chrupalla eindeutig Stellung. Die AfD werde „Frieden herbeiführen", kündigte er an. Nach Beendigung des Konflikts müssten ukrainische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren. „Das ist genau das, was enden muss. Alle Ukrainer müssen zurückgehen", sagte er mit einer Deutlichkeit, die man von den Vertretern der etablierten Parteien vergeblich sucht. Er kritisierte dabei das aktuelle System der Flüchtlingsleistungen – ein Thema, das Millionen von Steuerzahlern unter den Nägeln brennt, über das aber in den Hinterzimmern der Berliner Koalition lieber geschwiegen wird.
Von der Oppositionspartei zur Regierungspartei
Chrupalla ließ keinen Zweifel daran, dass die AfD den Anspruch erhebt, Deutschland zu regieren – und zwar auf allen Ebenen. „Wir müssen uns weiterentwickeln, von einer Oppositionspartei zu einer Regierungspartei", formulierte er seinen Anspruch. Bis zu den nächsten Bundestagswahlen im März 2029 wolle die Partei sowohl einen Ministerpräsidenten in Sachsen als auch einen AfD-Kanzler an der Spitze Deutschlands stellen. Ein ambitioniertes Ziel, gewiss. Doch wer die politische Landschaft der letzten Jahre beobachtet hat, weiß: Was gestern noch als undenkbar galt, ist morgen bereits Realität.
Laut Berichten der Bild-Zeitung habe die Partei bereits mit konkreten organisatorischen Vorbereitungen für eine Regierungsübernahme begonnen und eine spezielle Arbeitsgruppe für die Regierungsbeteiligung eingerichtet. Chrupalla räumte ein, dass hierfür ein weiterer Kapazitätsaufbau und die Vorbereitung der Parteistrukturen auf das Regieren notwendig seien. Die AfD dürfe nicht länger als Ein-Themen-Partei wahrgenommen werden, sondern müsse konkrete Ergebnisse in der Regierungsarbeit vorweisen können. „Irgendwann werden wir unseren Wählern Erfolge präsentieren müssen", betonte er.
Ein überfälliger Diskurs
Unabhängig davon, wie man zur AfD steht: Die Fragen, die Chrupalla aufwirft, sind berechtigt. Warum stationieren die USA noch immer Truppen in Deutschland? Warum lässt sich die Bundesrepublik in Konflikte hineinziehen, die nicht die ihren sind? Und warum wird eine ehrliche Debatte über deutsche Souveränität und nationale Interessen von den etablierten Parteien konsequent verweigert? Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat bislang wenig Anstalten gemacht, diese fundamentalen Fragen auch nur ansatzweise zu adressieren. Stattdessen werden weitere Milliarden in ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen gepumpt, das kommende Generationen mit Schulden belastet – während die eigentlichen Probleme des Landes ungelöst bleiben.
Es bleibt abzuwarten, ob Chrupallas Vision Wirklichkeit wird. Eines aber steht fest: Der Wunsch nach einer souveränen deutschen Außenpolitik, die sich an den Interessen der eigenen Bürger orientiert statt an den Launen Washingtons, ist kein Randphänomen mehr. Er ist im Herzen der Gesellschaft angekommen.

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