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19.08.2026
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Adenauer-Satz im ARD-Studio: Publikum lacht, CDU wirkt ratlos

Adenauer-Satz im ARD-Studio: Publikum lacht, CDU wirkt ratlos
Symbolbild: KI-generiert

Drei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat sich am Dienstagabend bei „Maischberger“ in der ARD ein Schlagabtausch über die sogenannte Brandmauer entwickelt. Bernd Baumann, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, traf auf Nathanael Liminski (CDU), den Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei. Am Ende lachte ein großer Teil des Studiopublikums – ausgelöst von einem Verweis auf Konrad Adenauer.

Der Moment, der die Sendung prägte

Liminski hatte laut dem Sendungsbericht angedeutet, auch die Linke müsse ihren Beitrag leisten, um eine AfD-Regierung in Magdeburg zu verhindern. Seine Partei habe bereits bewiesen, dass sie andere zu einem „richtigen Arbeitsprogramm für das Land“ bewegen könne – gemeint war offenbar das Arrangement von CDU und Linkspartei in Thüringen.

Baumann deutete das als Einladung an die Linkspartei und antwortete:

„Ich stelle mir vor, ihr Parteigründer Konrad Adenauer hätte mit den Linken paktiert, wie Sie es in den Ländern ja machen. Konrad Adenauer wäre heute auf unserer Seite.“

Ein Teil des Publikums lachte – doch die Pointe traf einen empfindlichen Nerv. Denn der erste Bundeskanzler stand für scharfe Abgrenzung nach links. Dass ausgerechnet ein AfD-Politiker die CDU an ihre eigene Gründungsgeschichte erinnert, offenbart, wie sehr die Union in der Defensive steckt.

Über 40 Prozent: Ein politisches Beben zeichnet sich ab

Der Grund für die Nervosität liegt in den Zahlen. Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, und die Umfragen weisen der AfD laut Medienberichten zwischen 41 und 43 Prozent aus. Eine absolute Mehrheit der Sitze gilt damit als nicht mehr ausgeschlossen.

Zum Vergleich: 2016 kam die Partei auf 24,3 Prozent, 2021 auf 20,8 Prozent. Der Verfassungsschutz des Landes stuft die AfD dort als „gesichert rechtsextremistisch“ ein. Baumann gab sich im Studio dennoch siegessicher: Die Mehrheit der Bürger wolle, dass seine Partei regiere, man sei doppelt so stark wie die CDU. Spitzenkandidat ist Ulrich Siegmund.

Was der MDR-Journalist über Siegmund sagte

Ein in der Sendung anwesender MDR-Journalist bewertete Siegmund als nicht weniger radikal als Björn Höcke, aber geschickter im Auftreten – er komme „smart rüber“ und lächle Kritik weg.

Koalition? Baumann setzt auf Überläufer

Ein Bündnis mit der CDU unter Landeschef Sven Schulze nannte Baumann „nicht vernünftig“; die Union habe sich zu stark auf die Brandmauer festgelegt. Stattdessen hoffe er darauf, dass einzelne CDU-Politiker die Seiten wechseln könnten. Auch eine mögliche Enthaltung des BSW im dritten Wahlgang, die Sahra Wagenknecht laut Maischberger erwägen könnte, wies er zurück – das wäre „noch schlimmer, als mit der CDU zu koalieren“.

Liminski wiederum distanzierte sich vom Begriff Brandmauer selbst: Er sei „völlig überdehnt und völlig überbewertet“. Eine Mauer halte einen Brand nur auf, gelöscht werden müsse der Brandherd. Eine Zusammenarbeit in Sachsen-Anhalt schloss er trotzdem aus.

Symbolpolitik statt Antworten?

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Abend vor allem eines: Die etablierten Parteien streiten über Begriffe, während viele Bürger in Ostdeutschland auf Antworten zu Wirtschaft, Energiepreisen, Migration und innerer Sicherheit warten. Wer Wähler zurückgewinnen will, braucht Politik – keine Abgrenzungsrhetorik.

Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar.

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