
Abschied vom Dollar: China schmiedet mit Russland und Iran an einer neuen Finanzmacht
Während der Westen noch über Sanktionen, Schuldenberge und die nächste Zinsentscheidung debattiert, schaffen andere längst Fakten. Die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit – ein Bündnis aus zehn Nationen, angeführt von China, Russland und dem Iran – treibt mit bemerkenswertem Tempo den Aufbau einer eigenen Entwicklungsbank voran. Das Ziel ist unmissverständlich: Man will sich aus der Umklammerung des westlichen Finanzsystems lösen und dem allmächtigen US-Dollar den Rücken kehren.
Eine Bank gegen die Hegemonie des Westens
Worum geht es konkret? Die Mitgliedsstaaten der SCO wollen ihre wachsenden Infrastrukturbedürfnisse künftig selbst finanzieren – und zwar in ihren eigenen Landeswährungen, nicht länger in Greenback. Damit zielt das Bündnis offen auf jene Institutionen, die seit Jahrzehnten den Ton in der globalen Finanzarchitektur angeben: Weltbank und Internationaler Währungsfonds, beide fest in westlicher Hand.
Nachdem die Staats- und Regierungschefs der SCO bereits im September grundsätzlich Einigkeit über einen blockinternen Finanzierungsrahmen erzielt hätten, sei seither eine regelrechte Konferenz-Offensive zu beobachten. In Peking habe man im März über die Architektur der künftigen Bank beraten – Kapitalisierungsgrundsätze, institutionelle Struktur, Mitspracherechte. Im chinesischen Xi'an folgte die nächste Runde, in der über Finanzierungssektoren und vor allem über die Nutzung nationaler Währungen als Grundkapital gesprochen worden sei. Zuletzt trafen sich die Finanzvertreter in Bischkek, der Hauptstadt Kirgisistans.
Nicht alle ziehen am gleichen Strang
Doch das Projekt ist kein Selbstläufer. Mindestens ein zentrales Mitgliedsland sei deutlich weniger begeistert als die übrigen, heißt es. Der Weg zu einer endgültigen Einigung dürfte sich also als zäh erweisen. Wer den geopolitischen Schachzügen Pekings folgt, weiß jedoch: Die chinesische Führung denkt nicht in Quartalen, sondern in Jahrzehnten.
Während Brüssel und Berlin in ideologischen Grabenkämpfen versinken, baut der Osten an der Finanzordnung von morgen.
Was bedeutet das für den deutschen Sparer?
Die Botschaft ist eindeutig: Die Welt entwöhnt sich Stück für Stück vom Dollar – und damit von der gewohnten Ordnung. Eine multipolare Finanzwelt bringt Unsicherheit, Volatilität und das Risiko, dass Papierwährungen an Vertrauen verlieren. Wer in solchen Zeiten allein auf staatliche Versprechen und schwankende Devisen setzt, spielt ein gefährliches Spiel.
Gerade deshalb gewinnt die älteste Währung der Welt wieder an Bedeutung. Physisches Gold und Silber kennen keine Notenbank, keine politische Agenda und keine Schuldenquote. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen behaupten sie ihren Wert seit Jahrtausenden – ganz gleich, welche Bank welches Bündnis gerade gründet.
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