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Kettner Edelmetalle
13.08.2026
05:58 Uhr
KI-generiert

97 Prozent: China kassiert den Robotermarkt – und Europa schaut zu

97 Prozent: China kassiert den Robotermarkt – und Europa schaut zu
Symbolbild: KI-generiert

Neue Branchendaten des kalifornischen Marktforschers Smart Analytics Global zeigen ein Machtverhältnis, das kaum deutlicher ausfallen könnte: Chinesische Hersteller stellten im ersten Halbjahr 2026 mehr als 97 Prozent aller weltweit ausgelieferten humanoiden Roboter. Berichten zufolge kletterten die globalen Auslieferungen auf rund 19.100 Einheiten – nach etwa 5.100 im Vorjahreszeitraum.

Das ist mehr als eine Verdreifachung binnen zwölf Monaten. Und es ist eine Ohrfeige für den Westen.

Zwei Firmen, drei Viertel des Weltmarkts

An der Spitze steht laut den Daten erstmals das Shanghaier Unternehmen AgiBot mit rund 8.400 ausgelieferten Robotern und einem Weltmarktanteil von etwa 44 Prozent. Dahinter folgt Unitree aus Hangzhou mit rund 5.900 Einheiten. Zusammen kommen beide auf grob drei Viertel des Weltmarkts – deutlich vor US-Konkurrenten wie Tesla oder Figure AI.

Bemerkenswert ist der Verwendungszweck: Über 70 Prozent der Auslieferungen entfielen den Angaben zufolge auf industrielle und kommerzielle Anwendungen – nach etwa 50 Prozent ein Jahr zuvor. Aus Showbühnen-Spielzeug wird Fabrikausrüstung. Fertigung, Logistik, Lagerhaltung.

Wenn Industriepolitik funktioniert – zumindest für Peking

Chinas Vorsprung fällt nicht vom Himmel. Er ist das Ergebnis jahrelanger staatlicher Förderung von Robotik, Drohnen und Elektromobilität. Berichten zufolge legten mehrere Ministerien im Juni 2026 ein eigenes Programm für das Training humanoider Roboter unter realen Einsatzbedingungen auf; zum Jahresanfang wurden zudem eigene Zollcodes für Robotertypen eingeführt, was den Export vereinfacht.

Dazu kommt der Heimvorteil: Über 85 Prozent der weltweiten Nachfrage kam aus China selbst. Wer den größten Absatzmarkt und die komplette Lieferkette für Motoren, Aktuatoren, Sensoren und Batterien im eigenen Land hat, skaliert schneller als jeder Wettbewerber.

Washington reagiert mit dem Zollhammer

Die Trump-Administration hat Ende Juli den Import neuer chinesischer Humanoid- und Vierbeiner-Roboter sowie bestimmter Komponenten untersagt – begründet mit nationaler Sicherheit und Cyberrisiken für kritische KI-Infrastruktur. Ein eigenes Dekret zum Aufbau einer amerikanischen Roboter-Lieferkette steht bislang aus, gilt in der Branche aber als wahrscheinlich.

Verbote schaffen allerdings keine Fabriken. Die Prognosen sind sportlich: Smart Analytics Global erwartet fĂĽr 2026 rund 60.000 Auslieferungen und bis 2030 etwa 500.000 Einheiten pro Jahr. Auch die Schweizer GroĂźbank UBS rechnet in ihrem optimistischsten Szenario mit knapp 400.000 Robotern bis zum Ende des Jahrzehnts.

Und Deutschland?

In der Statistik der Top-Anbieter taucht kein europäischer Name auf. Das Land, das den Industrieroboter einst mitprägte, spielt bei der nächsten Stufe der Automatisierung bislang keine sichtbare Rolle. Aus Sicht unserer Redaktion ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis von Energiepreisen, Bürokratie und einer Regulierungslust, die Innovation eher verwaltet als ermöglicht.

Für Anleger zeigt der Vorgang vor allem eines: Technologische Führung lässt sich politisch nicht herbeidekretieren – Abhängigkeiten dagegen sehr schnell schaffen. Wer in einer Welt aus Handelsbarrieren, Lieferkettenrisiken und Schuldenpolitik Vermögen sichern will, kommt an physischen Edelmetallen als krisenerprobter Beimischung eines breit gestreuten Portfolios kaum vorbei.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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