
96-Stunden-Countdown: Letzte Rettungsmission in Teheran?

Das US-Militär steht Medienberichten zufolge bereit, Iran innerhalb von 96 Stunden nach einem Befehl von Präsident Donald Trump massiv anzugreifen. Drei Regionalmächte versuchen nun in letzter Minute gegenzusteuern: Am Montag, dem 26. Oktober 2026, trafen Saudi-Arabiens Verteidigungsminister, Pakistans Armeechef und der türkische Geheimdienstchef in Teheran ein. Sie wollen den nächsten großen Krieg am Golf verhindern.
Hochkarätige Gäste mit heikler Mission
Am Tisch sitzen Prinz Khalid bin Salman, General Asim Munir und Ibrahim Kalin. Bestätigt hat den Besuch Ali Bagheri, Vize-Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans. Berichten zufolge empfing zunächst Präsident Masoud Pezeshkian die Delegation. Danach sollten die Gespräche mit Sicherheitschef Mohsen Rezaei folgen. Angestoßen hat das Treffen nach Angaben eines iranischen Funktionärs gegenüber Reuters Pakistan.
Die Pointe dabei: Alle drei Gäststaaten haben den Mekka-Verteidigungspakt unterzeichnet und gelten zugleich als Verbündete der USA. Die Türkei ist sogar NATO-Mitglied. Washingtons Freunde verhandeln also mit Washingtons Erzfeind. Schon am Wochenende hatten Vermittler aus Katar in Teheran für eine Entspannung geworben.
Trotzige Töne aus Teheran
Bagheri gab sich selbstbewusst. Irans Verteidigungsmodell, das auf eigenen Fähigkeiten beruhe, habe sich bewährt. Sicherheit in der Region solle von den Staaten der Region selbst kommen. Gegen jede ausländische Einmischung, an deren Spitze er die USA und Israel sieht, werde man sich stellen.
Das klingt nach Gesprächsbereitschaft, aber auch nach Abgrenzung. Wie viel Spielraum bleibt da für einen Kompromiss?
Washington rüstet auf
Laut CNN sind inzwischen genügend US-Kräfte in der Region, um neue Angriffe durchzuführen. Es gehe dabei nicht mehr nur darum, Radaranlagen oder Raketenwerfer auszuschalten, die Iran schnell ersetzen kann. Ein Regierungsvertreter sagte dem Sender, es werde eine große Anstrengung. Mehrere Insider halten den Befehl demnach für eine Frage des Wann und nicht des Ob. Am wahrscheinlichsten sei ein Schlag nach den US-Zwischenwahlen. Einen sofortigen Angriff hat Trump laut Medienberichten allerdings ausgeschlossen.
Aus dem „Kurzkrieg“ werden acht Monate
Ursprünglich war von einem Konflikt über zwei bis vier Wochen die Rede. Inzwischen läuft er seit acht Monaten, und ein klares Kriegsziel ist bis heute nicht erkennbar. Die USA blockieren Irans Häfen im Süden, die Ölexporte des Landes sind weitgehend gestoppt. Washington verlangt freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus und Kontrollen von Irans hoch angereichertem Uran. Teheran will dagegen, dass die Blockade fällt und eine Vereinbarung vom Juni wieder gilt.
Die Golfstaaten fürchten die Vergeltung
Für Riad steht viel auf dem Spiel. Schon früher in diesem Krieg traf Irans Vergeltung US-Basen und Infrastruktur in arabischen Staaten. Hinzu kommen Raketen- und Drohnenangriffe der mit Teheran verbündeten Huthi aus dem Jemen. Am 21. Oktober forderte das US-Außenministerium nicht zwingend benötigtes Botschaftspersonal auf, Saudi-Arabien zu verlassen.
Experten bleiben skeptisch. Ali Vaez von der International Crisis Group warnte gegenüber Al Jazeera:
„Sofern sie keine glaubwürdige Formel mitbringen, um die Kluft zwischen den USA und Iran zu überbrücken, bleibt ihnen womöglich kaum mehr als guter Wille in einem Wettlauf gegen die Zeit.“
Was das für deutsche Sparer bedeutet
An den Märkten hat die Krise längst Spuren hinterlassen. Brent-Öl stieg am Freitag zeitweise auf über 117 Dollar je Barrel und damit auf den höchsten Stand seit Ende April. Deutschland ist auf Energieimporte angewiesen und zahlt ohnehin schon hohe Strom- und Gaspreise. Ein neuer Krieg am Golf würde das Land deshalb besonders hart treffen. Höhere Preise an der Zapfsäule, teurere Vorprodukte für die Industrie und ein neuer Inflationsschub wären mögliche Folgen. Ein schlüssiges Konzept der Bundesregierung, wie sie das abfedern will, ist bislang nicht zu sehen.
Ein Blick in die Geschichte: Während der Ölkrisen der 1970er-Jahre und nach der Islamischen Revolution im Iran hat Gold als Schutz vor Krisen seine Stärke gezeigt. Wer sein Vermögen breit streut, kann physisches Gold und Silber als stabilisierende Beimischung in Betracht ziehen. Diese Werte hängen weder von Notenbanken noch von Diplomatie in letzter Minute ab.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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