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03.09.2026
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82 Jahre Dollar-Ära am Ende? Fondsmanager sieht Gold als neue Reserve

82 Jahre Dollar-Ära am Ende? Fondsmanager sieht Gold als neue Reserve
Symbolbild: KI-generiert

Ein niederländischer Rohstoff-Fondsmanager sorgt für Aufsehen: In einem am 2. September veröffentlichten Interview mit dem Branchenportal MINING.COM erklärte Willem Middelkoop, Gründer des Commodity Discovery Fund und Autor des Buches „The Big Reset“, die dollarzentrierte Weltordnung nähere sich ihrem Ende. Gold kehre als Reserveanlage in das Finanzsystem zurück – und ersetze dort einen Teil der Staatsanleihen.

Vom Bretton-Woods-Erbe zur multipolaren Welt

82 Jahre lang habe die Welt in einem Dollar-System gelebt, so Middelkoop. Der Bezugspunkt ist klar: 1944 machte die Konferenz von Bretton Woods den US-Dollar zum Anker des globalen Währungsgefüges – zunächst goldgedeckt, ab 1971 nur noch durch das Vertrauen in Washington. Nun, sagt der Fondsmanager, bewege sich die Welt in Richtung Multipolarität.

„Jetzt sehen wir, wie Gold ins System zurückkehrt, um einen Teil der von vernünftigen Notenbanken gehaltenen Anleihen zu ersetzen – das zeigt, dass hier ein großer Trend läuft“ (übersetzt aus dem englischen Originalzitat).

Die Zahlen stützen diese These bemerkenswert deutlich. Laut dem im Juni 2026 veröffentlichten EZB-Bericht zur internationalen Rolle des Euro stieg der Goldanteil an den globalen Währungsreserven zum Jahresende 2025 auf rund 27 Prozent, während US-Staatsanleihen auf etwa 22 Prozent zurückfielen. Es wäre die erste derartige Verschiebung seit 1996.

Notenbanken kaufen, was Politiker nicht drucken können

Getrieben wird der Trend Berichten zufolge vor allem von China, Polen, der Türkei und Indien. Der World Gold Council beziffert die durchschnittlichen Notenbankkäufe der vergangenen vier Jahre auf rund 1.000 Tonnen jährlich – etwa das Doppelte des Jahrzehnts davor. In einer WGC-Umfrage unter 76 Zentralbanken erwarteten 89 Prozent weiter steigende globale Goldbestände, 74 Prozent rechnen mit einem sinkenden Dollar-Anteil.

Der Grund ist so simpel wie unbequem für westliche Finanzpolitiker: Gold trägt kein Ausfall- und kein Gegenparteirisiko. Es lässt sich nicht einfrieren, nicht sanktionieren, nicht per Knopfdruck vermehren. Wer die Reserven eines Landes sichern will, braucht kein Vertrauen in fremde Haushaltsdisziplin – ein Argument, das auch für Privatanleger gilt, deren Ersparnisse seit Jahren von Inflation und Abgabenlast ausgehöhlt werden.

„Silber ist das Gold des kleinen Mannes“

Besonders offensiv äußerte sich Middelkoop zu Silber. Man befinde sich nach seiner Analyse erst am Anfang eines Generationen-Bullenmarktes bei Rohstoffen: Knappheiten bei vielen Metallen, geopolitische Verteilungskämpfe und die Entwertung der Währungen ergäben einen „perfekten Sturm“.

Er habe seine persönliche Silberposition in den vergangenen zwei Wochen aufgestockt, sagte er. Silber habe eine technische Korrektur bis zur Ausbruchsmarke um 55 Dollar vollzogen; ein Anstieg auf 100 Dollar in den kommenden Monaten oder Quartalen würde ihn nicht überraschen. Sein langfristiges Kursziel liege sogar bei 500 Dollar.

Zur Einordnung: Am Tag des Interviews notierten Gold-Futures bei rund 4.713 Dollar je Unze, Silber-Futures sprangen um über sieben Prozent auf etwa 75 Dollar. Middelkoop verwies darauf, dass Silber nach dem Ausbruch über 30 Dollar binnen weniger als zwei Jahren bis 120 Dollar gelaufen sei – das schnellste Pferd im Rennen der Metalle.

Was Anleger daraus mitnehmen können

Prognosen bleiben Prognosen – auch die eines erfahrenen Fondsmanagers. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Notenbanken faktisch längst tun, was sie öffentlich selten kommentieren: Sie tauschen Papierversprechen gegen physisches Metall. Für viele Sparer ist das ein Fingerzeig, physische Edelmetalle als Baustein der Vermögenssicherung in einem breit gestreuten Portfolio zu prüfen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar. Kursprognosen Dritter sind unverbindlich. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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