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Kettner Edelmetalle
12.08.2026
04:31 Uhr
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0,3 gegen 30 Prozent: Der China-Schock trifft Deutschland mit voller Wucht

0,3 gegen 30 Prozent: Der China-Schock trifft Deutschland mit voller Wucht
Symbolbild: KI-generiert

Shanghai feiert, Berlin klagt. Die Kommunistische Partei Chinas hat im Juli ihren 105. Gründungstag begangen – mit rund 100 Millionen Mitgliedern, einem eigenen Museum am Gründungsort und einer Erzählung vom unaufhaltsamen Aufstieg. Ein Bericht aus der Volksrepublik zeigt: Während in China Zuversicht herrscht, dominiert hierzulande die Angst vor dem Abstieg.

Aus 13 Männern wurde die mächtigste Partei der Welt

Am 23. Juli 1921 trafen sich in der Französischen Konzession in Shanghai 13 der damals gerade einmal 58 Mitglieder zum ersten Parteitag – darunter ein 27-jähriger Mao Zedong. Als die Polizei aufmerksam wurde, verlegten sie die letzte Sitzung auf ein Boot am Nanhu-See.

Der Zündfunke war der Versailler Vertrag: China gehörte zu den Siegermächten des Ersten Weltkriegs, wurde aber dennoch übergangen und deutsche Besitzungen Japan zugeschlagen. Es ging den Gründern, so die Darstellung im Museum, um nichts Geringeres als das nationale Überleben.

Zahlen, die in Berlin niemand hören will

Heute nennt sich die KPCh die größte, am längsten regierende und erfolgreichste Partei der Welt. Widerspruch fällt schwer, wenn man die Wirtschaftsdaten danebenlegt: Seit 2019 wuchs die deutsche Wirtschaftsleistung dem Bericht zufolge um magere 0,3 Prozent – die chinesische um rund 30 Prozent.

Autos, Elektronik, Robotik, Künstliche Intelligenz, Energie, Infrastruktur: In fast jedem strategisch wichtigen Feld hat China aufgeholt. Aus dem Aufholen ist längst ein Überholen geworden. Und die offiziellen Ziele – bis 2035 die „sozialistische Modernisierung“, bis 2049 die führende Weltmacht – werden in Peking nicht als Parolen verstanden, sondern als Plan.

Sozialstaat gegen Arbeitsmoral

Der Kontrast im Alltag ist frappierend. In Deutschland sind 30 Urlaubstage und Wochenarbeitszeiten von teils 35 Stunden Standard, dazu Grundsicherung, Wohngeld, Elterngeld. In China liegen die Urlaubsansprüche laut dem Bericht bei fünf bis 15 Tagen, die statistische Wochenarbeitszeit bei 48 bis 49 Stunden, die Sozialhilfe im Dibao-System in Shanghai bei maximal rund 150 Euro.

Man muss dieses Modell nicht bewundern, um die unbequeme Frage zu stellen: Wie lange kann ein Land, dessen Sozialausgaben die Leistungskraft seiner Volkswirtschaft absehbar übersteigen, im Weltmaßstab mithalten? Aus Sicht unserer Redaktion ist der China-Schock vor allem ein deutsches Hausgemacht-Problem: Überregulierung, Energiepreise, Bürokratie, jahrelanges Wegsehen der politisch Verantwortlichen.

Kein Grund zur Verklärung

Bei aller Erfolgsbilanz: Opposition ist im System der Volksrepublik nicht vorgesehen, unbequeme Kapitel wie die Kulturrevolution verschwinden in der Museums-Erzählung. Der Soziologe Steffen Mau warnte jüngst in einem Interview, der Abstand zwischen autoritären und liberalen Gesellschaften schrumpfe, und fragte:

„Wie wetterfest ist eigentlich die Bindung an liberale Prinzipien?“

Wer glaubt, Freiheit verteidige sich von selbst, hat diese Frage nicht verstanden. Freiheit braucht wirtschaftliche Stärke – und die entsteht nicht durch Umverteilung, sondern durch Leistung.

Was Anleger daraus lernen können

Bemerkenswert ist, wie Peking selbst vorsorgt: Medienberichten zufolge hat die chinesische Notenbank ihre Goldreserven zuletzt weiter aufgestockt und hält inzwischen über 2.300 Tonnen. Kursrücksetzer werden dabei offenbar gezielt zum Zukauf genutzt.

Wer sich gegen Machtverschiebungen und Währungsrisiken wappnen will, findet in physischen Edelmetallen eine bewährte Ergänzung eines breit gestreuten Vermögens.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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