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Kettner Edelmetalle
21.01.2026
18:39 Uhr

Zollkrieg mit Washington: Europa droht sich selbst ins Knie zu schießen

Die Europäische Union steht vor einem Dilemma, das bezeichnender kaum sein könnte für den Zustand des alten Kontinents. Während US-Präsident Donald Trump Zölle per Dekret verhängen kann, verstrickt sich Brüssel in endlosen Abstimmungsrunden und bürokratischen Verfahren. US-Finanzminister Scott Bessent spottet bereits über die „gefürchtete europäische Arbeitsgruppe" – und trifft damit einen wunden Punkt.

Das Duell zwischen Kanonenboot und Supertanker

Die Financial Times beschreibt den transatlantischen Handelskonflikt treffend als Auseinandersetzung zwischen einem wendigen Kanonenboot und einem schwerfälligen Supertanker. Trump kann seine Zollpolitik „auf Zuruf" hochfahren, während die EU durch ihre eigenen Strukturen gelähmt wird. Zwar verfügt Brüssel theoretisch über beachtliche Gegenmittel: Reaktivierbare Zölle auf US-Waren im Wert von über 90 bis 100 Milliarden Dollar stehen bereit. Doch hier offenbart sich die ganze Tragik europäischer Wirtschaftspolitik.

Der eigentliche Hebel läge im Dienstleistungssektor, wo amerikanische Tech-Giganten und Finanzkonzerne in Europa besonders gut verdienen. Doch genau hier droht der Bumerang: Europas Abhängigkeit von US-Digitalinfrastruktur ist derart gravierend, dass jede Gegenmaßnahme unweigerlich auf den eigenen Kontinent zurückschlagen würde.

Die „Trade-Bazooka" – mehr Schein als Sein?

Reuters und Euronews rücken das sogenannte Anti-Coercion Instrument (ACI) ins Zentrum ihrer Analysen. Dieses Instrument gegen Zwangsmaßnahmen reicht über klassische Zölle hinaus und könnte theoretisch auch Dienstleistungen, Investitionen oder öffentliche Aufträge treffen. Klingt beeindruckend – ist aber in der Praxis eine Eskalationsstufe mit langer Entscheidungsstrecke und völlig unklarem Risiko. Typisch EU, möchte man sagen.

Das Wall Street Journal kommt zu einem ähnlich zwiespältigen Fazit: Europäische Gegenzölle könnten zwar in den USA Preise treiben und einzelne Branchen schmerzen. Doch eine breite transatlantische Eskalation wäre für Europas exportorientiertes Wirtschaftsmodell mit seinem enormen Warenüberschuss in die USA verheerend teuer.

Die „finanzielle Atombombe" – ein gefährliches Spiel

In angelsächsischen Kommentaren geistert die Idee eines europäischen „Sell America"-Hebels umher – ein koordinierter Ausverkauf am US-Anleihemarkt, der zu steigenden Renditen und damit höheren Zinsen führen würde. Dies würde es den USA erschweren, ihre Schulden zu finanzieren. US-Vertreter weisen dieses Szenario jedoch als überzogenes Narrativ zurück und warnen vor massiver Vergeltung.

Le Monde relativiert derweil die unmittelbare ökonomische Wucht des Konflikts. Selbst harte Zölle würden in betroffenen Ländern eher Zehntelprozentpunkte beim BIP kosten. Der größere Schaden sei politisch und geostrategisch: Vertrauensbruch, Unsicherheit und Investitionsstopp.

Brüssels Sanktionspolitik: Eine Geschichte des Scheiterns

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, wie dieser Konflikt enden wird. Die EU hat in der Vergangenheit hinreichend bewiesen, dass ihre Sanktionspolitik regelmäßig mehr Schaden bei der eigenen Bevölkerung anrichtet als bei den Sanktionierten. Die Brüsseler Kommissare scheinen unfähig zu lernen – oder schlimmer noch: Es ist ihnen schlicht gleichgültig, solange ihre eigene Wohlfahrt gesichert bleibt.

Deutschland, einst das wirtschaftliche Kraftzentrum Europas, steht dabei besonders schlecht da. Das Geschäftsmodell der vergangenen Jahrzehnte – billige Energie aus Russland, Hochlohnarbeitsplätze nach Osteuropa und China auslagern, teure Produkte in die USA verkaufen – ist mit dem Ukraine-Krieg und Trumps Rückkehr ins Weiße Haus endgültig Geschichte.

„Die EU ist ein zahlloser Bürokratiehaufen, welcher nicht in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen oder tatsächlich vielen Ländern attraktive Verträge anzubieten."

Diese Einschätzung eines Kommentators trifft den Nagel auf den Kopf. Während in Südamerika konservative Politiker auf dem Vormarsch sind, die mit dem europäischen Klimawahn nichts anfangen können, verharrt die EU in ideologischer Selbstgefälligkeit.

Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten

In Zeiten eskalierender Handelskonflikte und wirtschaftlicher Unsicherheit erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlässlicher Anker im Portfolio. Während Währungen und Aktienmärkte den Launen der Politik ausgeliefert sind, bietet Gold seit Jahrtausenden Schutz vor den Folgen politischer Fehlentscheidungen. Eine Beimischung von Edelmetallen zur Vermögenssicherung erscheint angesichts der aktuellen Entwicklungen sinnvoller denn je.

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