
Zoll-Poker in letzter Minute: Trump stoppt 50-Prozent-Hammer gegen Kanada

Wenige Stunden vor Mitternacht zog Donald Trump die Notbremse. Der US-Präsident setzte am späten Dienstag geplante Strafzölle von 50 Prozent auf zahlreiche kanadische Importe aus — und verkündete auf seiner Plattform Truth Social einen Deal mit Ottawa. Premierminister Mark Carney bestätigte die Atempause kurz darauf.
Die Aussetzung gilt nach übereinstimmenden Medienberichten zunächst nur für drei Tage, nach Angaben Carneys bis zum Ende des 21. August. Trump selbst formulierte es typisch knapp: Der Deal stehe, vorbehaltlich der Finalisierung der Dokumente.
Ein Gesetz aus der Weltwirtschaftskrise wird reaktiviert
Bemerkenswert ist weniger die Höhe des Zolls als seine Rechtsgrundlage: Section 338 des Tariff Act von 1930 — jenes Gesetzeswerk, das als Smoot-Hawley-Zolltarif in die Wirtschaftsgeschichte einging und den Welthandel in der Großen Depression zusätzlich abwürgte. Der Paragraf schlummerte Jahrzehnte unbenutzt im Archiv.
Der Griff zu diesem Instrument hat einen Grund. Berichten zufolge kassierte der Supreme Court im Februar bereits jene Zölle, die Washington mit angeblichem Drogenschmuggel begründet hatte. Wer vor Gericht scheitert, sucht sich eben eine andere Hebelwirkung.
20 Milliarden Dollar — und ein Nervenkrieg für den Mittelstand
Betroffen gewesen wären laut US-Handelsvertretung Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar: Hockeyschläger, Wein und Spirituosen, Molkereiprodukte, Möbel, Baumaterialien, Kleidung. Gemessen an den 382 Milliarden Dollar, die die USA im Vorjahr aus Kanada bezogen, sind das etwa fünf Prozent — für die betroffenen Branchen aber existenziell.
Dan Kelly, Präsident des kanadischen Mittelstandsverbands CFIB, brachte es gegenüber dem Sender CNBC auf den Punkt:
"Ein Zoll von 50 Prozent macht ein Produkt für den Verkauf in einem bestimmten Markt schlicht unwirtschaftlich."
Viele der 103.000 Mitglieder hätten berichtet, ihre US-Verkäufe könnten faktisch zum Erliegen kommen. Manche Betriebe sähen bereits jetzt, dass amerikanische Käufer Bestellungen zurückhielten.
Pipeline statt Prinzipien: Der Preis des Friedens
Trump verknüpfte die Einigung öffentlich mit der Keystone-XL-Pipeline, die er in seiner ersten Amtszeit genehmigt hatte und die Joe Biden 2021 per Federstrich beerdigte. Die Leitung soll rund 830.000 Barrel Rohöl täglich von Alberta nach Nebraska transportieren. Trump schrieb, das Projekt könne "von den Toten auferweckt" werden.
Für Carney, der sich lange als Vorreiter grüner Finanzpolitik profilierte, wäre das eine bemerkenswerte Kehrtwende. Beobachter sehen darin ein Lehrstück: Wenn der ökonomische Druck steigt, verlieren klimapolitische Dogmen schnell an Bindungskraft.
Was das für Europa bedeutet
Die Lehre für Berlin und Brüssel liegt auf dem Tisch. Washington hat im vergangenen Monat angekündigt, das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA nicht zu verlängern; es folgen jährliche Überprüfungen. Die US-Handelskammer warnte, höhere Zölle würden beide Volkswirtschaften schädigen, Lieferketten zerreißen und 13 Millionen amerikanische Jobs gefährden.
Verlässliche Handelsregeln, jahrzehntelang Fundament des deutschen Exportmodells, sind zur Verhandlungsmasse geworden. Wer glaubt, die EU käme mit ihren 20-Prozent-Zöllen dauerhaft glimpflicher davon, unterschätzt die Dynamik. In einer Welt, in der Handelsverträge über Nacht zur Disposition stehen, gewinnen Sachwerte ohne Gegenparteirisiko — allen voran physisches Gold und Silber — als stabilisierende Beimischung eines breit gestreuten Vermögens an Bedeutung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
- Themen:
- #Energie

Der große Der große Das große Live-Webinar am 26. August – was jetzt über Konto, Erbe und Bargeld entschieden wird. Und wie Sie Ihr Vermögen legal schützen.
Live mit Ernst Wolff, Dr. Hans-Georg Maaßen, Prof. Dr. Ulrike Guérot, Dr. Paul Brandenburg, Gerald Grosz, Tom-Oliver Regenauer & einem anonymen Banken-Insider – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

ErnstWolff

Dr. Hans-GeorgMaaßen

Prof. Dr. UlrikeGuérot

Dr. PaulBrandenburg

GeraldGrosz

Tom-OliverRegenauer

Bankeninsider(anonym)
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik



















