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Zins-Schock am Bau: Eigenheim so teuer wie seit 2009 nicht mehr!

Zins-Schock am Bau: Eigenheim so teuer wie seit 2009 nicht mehr!
Symbolbild: KI-generiert

Der Traum vom eigenen Haus rückt für Millionen Deutsche in weite Ferne. Laut dem aktuellen Zins-Update des Finanzierungsvermittlers Interhyp kosten Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung im Schnitt rund 4,5 Prozent. So teuer war Baugeld zuletzt im Jahr der Finanzkrise 2009, und eine Entspannung ist nicht in Sicht.

Der Iran-Konflikt treibt die Zinsen

Bei Interhyp rechnet man damit, dass die Konditionen in den nächsten Wochen auf diesem hohen Niveau bleiben. Vertriebsvorstand Ingo Foitzik verweist auf die geopolitische Lage:

„Solange sich die Lage rund um den Iran-Konflikt nicht beruhigt, ist nicht mit einem substanziellen Rückgang bei den Bauzinsen zu rechnen. Und auf eine Entspannung in Nahost deutet gerade wenig hin.“

Wie stark sich die Lage gedreht hat, zeigt der Blick zurück. 2021 bekamen Häuslebauer zehnjähriges Geld noch für etwa ein Prozent. Wer heute 400.000 Euro finanziert, zahlt allein im ersten Jahr rund 18.000 Euro Zinsen statt etwa 4.000 Euro. Für viele Familien ist das der Unterschied zwischen Eigenheim und Mietwohnung, und zwar auf Dauer.

Banken erwarten keine schnelle Entlastung

Auch das monatliche Bankenpanel von Interhyp lässt wenig Hoffnung zu. Für die kommenden ein bis zwei Monate rechnen 80 Prozent der befragten Institute mit gleichbleibenden Zinsen, 20 Prozent erwarten leicht fallende. Mit einem weiteren kurzfristigen Anstieg rechnet im Panel niemand.

Auf längere Sicht sind die Banken uneins. 60 Prozent gehen von sinkenden Konditionen aus, 40 Prozent von einem weiteren Anstieg. Als Risiken nennen die Teilnehmer neben dem Nahost-Konflikt auch die hohen Haushaltsdefizite vieler Euro-Staaten, die die Renditen von Staatsanleihen nach oben drücken könnten.

Die Schuldenpolitik hat ihren Preis

Genau hier wird es für Berlin unangenehm. Wenn Staaten immer mehr Kredite aufnehmen, verlangen Investoren höhere Zinsen. Das verteuert am Ende auch die Hypothek des Normalbürgers. Medienberichten zufolge stehen die Anleihemärkte im Euroraum bereits unter Druck, vor allem französische Staatsanleihen. Die schwarz-rote Bundesregierung hat mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen kräftig mitgemischt. Kritiker sehen darin einen Mitgrund dafür, dass die Häuslebauer jetzt eine Rechnung bezahlen, die sie selbst nie bestellt haben.

Inflation: Der unsichtbare Zinstreiber

Dazu kommt die Teuerung. Die Bundesbank geht davon aus, dass die Inflation in Deutschland bis ins Jahr 2027 spürbar erhöht bleibt. Das hält die Erwartungen an künftige Leitzinsen und die Renditen langlaufender Anleihen hoch. An diesen Kapitalmarktzinsen orientieren sich die Banken bei Baukrediten.

Die Europäische Zentralbank hat bereits reagiert. Im Juni und im September 2026 erhöhte sie die Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Seit Mitte September liegt der Einlagensatz bei 2,50 Prozent. Begründet hat die EZB das mit dem anhaltenden Inflationsdruck durch den Nahost-Konflikt. Laut ihren Projektionen dürfte die Teuerung im Euroraum 2026 im Schnitt bei 3,0 Prozent liegen, 2027 bei 2,5 Prozent. Analysten erwarten für die Sitzung am 29. Oktober zwar überwiegend keine Änderung, eine weitere Erhöhung im Dezember gilt aber als möglich.

Was bleibt dem Sparer?

Für Käufer und Bauherren heißt das: genau rechnen, Angebote vergleichen und keine voreiligen Entscheidungen treffen. Gleichzeitig zeigt die Lage, wie schnell Inflation, Staatsschulden und geopolitische Krisen das Vermögen der Bürger angreifen. In solchen Zeiten setzen viele Sparer seit jeher auch auf physisches Gold und Silber. Edelmetalle hängen nicht von Zinsversprechen oder der Haushaltsdisziplin von Regierungen ab und können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen für mehr Stabilität sorgen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Finanzierungs- oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist für seine Anlage- und Finanzierungsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vorher eigenständig recherchieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen.

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