Kostenlose Beratung
07930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
05.03.2026
16:05 Uhr

Wochenlang ohne Munition: Ukraines F-16-Kampfjets waren hilflos gegen russische Angriffe

Was sich wie ein schlechter Witz anhört, ist bittere Realität des modernen Stellvertreterkrieges: Die ukrainischen F-16-Kampfjets – jene hochgepriesenen westlichen Wunderwaffen, die Kiew mit so viel diplomatischem Aufwand von seinen europäischen Partnern erhalten hatte – saßen Ende November bis Mitte Dezember vergangenen Jahres praktisch ohne Luft-Luft-Raketen da. Mehr als drei Wochen lang. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als Moskau seine bislang heftigste winterliche Luftoffensive vorbereitete.

Piloten griffen verzweifelt zu Bordkanonen

Die Situation war offenbar so dramatisch, dass F-16-Piloten bei Tageslicht-Einsätzen versuchten, russische Drohnen mit ihren Bordkanonen abzuschießen – ein Unterfangen, das an die Verzweiflung der letzten Kriegstage erinnert, nicht an eine moderne Luftverteidigung. Nachts, wenn die meisten russischen Drohnenangriffe stattfinden, waren solche Missionen schlicht zu gefährlich. Man griff sogar auf Raketen zurück, die bei früheren Einsätzen nicht gezündet hatten, in der Hoffnung, sie nach einer Wartung doch noch zum Funktionieren zu bringen. Manchmal klappte es tatsächlich.

Drei Quellen mit direktem Wissen über die Lage bestätigten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Ukraine nur noch eine Handvoll der US-amerikanischen AIM-9 „Sidewinder"-Raketen für ihre gesamte F-16-Staffel besaß, als die Lieferungen versiegten. Die Piloten hätten fast einen Monat lang praktisch nichts gehabt, was sie an ihre Jets hätten montieren können.

Abhängigkeit vom Westen: Ein gefährliches Spiel

Dieser Vorfall legt schonungslos offen, wie verwundbar die ukrainische Luftverteidigung tatsächlich ist. Sie hängt am Tropf westlicher Waffenlieferungen – und wenn dieser Tropf auch nur kurzzeitig versiegt, stehen Hunderte Millionen Dollar teure Kampfflugzeuge nutzlos auf dem Rollfeld. Die Ironie könnte kaum größer sein: Man liefert dem Land hochmoderne Kampfjets, vergisst aber offenbar, für ausreichend Munition zu sorgen.

Die ukrainischen F-16-Piloten waren auf Varianten der AIM-9-Raketen angewiesen, die in den 1970er und 1980er Jahren produziert wurden. Trotz ihres Alters boten diese Geschosse eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit, russische Drohnen und Marschflugkörper abzufangen. Die moderneren AIM-120-Raketen kosten jeweils weit über eine Million Dollar – viel zu teuer, um sie massenhaft gegen billig produzierte russische Angriffsdrohnen einzusetzen.

Hunderttausende Ukrainer ohne Heizung und Strom

Während die Jets am Boden blieben oder mit improvisierten Mitteln operierten, intensivierte Russland seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Hunderttausende Ukrainer mussten den härtesten Teil des Winters ohne Heizung, Elektrizität und fließendes Wasser überstehen. Die Luftverteidigung konnte die russische Offensive nicht vollständig abwehren – ein direkter Zusammenhang mit den Munitionsengpässen liegt nahe, auch wenn Reuters die genauen Auswirkungen nicht beziffern konnte.

Trumps neues Waffenlieferungssystem in der Kritik

Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump im Januar 2025 hat sich das System der Waffenlieferungen an die Ukraine grundlegend verändert. Statt direkter Militärhilfe, wie sie unter seinem Vorgänger Joe Biden üblich war, verkaufen die USA nun Waffen über den sogenannten PURL-Mechanismus (Prioritised Ukraine Requirements List) an NATO-Verbündete, die diese dann an Kiew weiterleiten. Ein NATO-Vertreter betonte, dass dieses System seit dem Sommer rund 75 Prozent aller Raketen für die ukrainischen Patriot-Luftabwehrbatterien und 90 Prozent der Munition für andere Luftverteidigungssysteme geliefert habe.

Doch die Frage drängt sich auf: Ist dieses bürokratische Umweg-System wirklich geeignet, um in einem heißen Krieg zeitkritische Lieferungen sicherzustellen? Die dreiwöchige Munitionslücke spricht eine deutliche Sprache. Ein US-Beamter erklärte auf Anfrage lediglich, Washington sei entschlossen, den Krieg zu beenden, und die Trump-Administration habe „enorme Fortschritte" bei einem Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland erzielt.

Deutschland und Kanada als Lückenfüller

Die Engpässe wurden schließlich im Dezember behoben, als die Ukraine AIM-9-Raketen von Partnern erhielt – kurz vor einem massiven russischen Angriff. Welche Länder genau lieferten, wurde aus Geheimhaltungsgründen nicht preisgegeben. Eine vierte Quelle bestätigte jedoch, dass die NATO-Mitglieder Deutschland und Kanada in den vergangenen Monaten Sidewinder-Raketen geliefert hätten. Es habe zuvor einen „kleinen Einbruch" bei den Lieferungen gegeben, ohne dass die Gründe dafür genannt wurden.

Das deutsche Verteidigungsministerium lehnte es ab, sich zu konkreten Lieferungen zu äußern. Deutschland gehört seit 2022 zu den größten militärischen und finanziellen Unterstützern der Ukraine. Kanadas Verteidigungsministerium bestätigte, dass man dabei sei, AIM-9M-8-Raketen aus den Beständen der kanadischen Streitkräfte zu spenden – zusätzlich zu bereits gelieferten Hunderten von AIM-Raketen und zugehörigen Komponenten.

Ein Krieg ohne absehbares Ende – und wachsende Konkurrenz um Waffen

Die Lage dürfte sich in absehbarer Zeit kaum entspannen. Mit dem eskalierenden Konflikt im Nahen Osten – Israel und Iran liefern sich seit Juni 2025 offene militärische Auseinandersetzungen – verschärft sich der globale Wettbewerb um Verteidigungswaffen dramatisch. Die Ukraine konkurriert nun nicht mehr nur mit den Rüstungsbedürfnissen der NATO-Staaten, sondern auch mit den Anforderungen des Nahost-Kriegsschauplatzes um dieselben knappen Waffensysteme.

Russland feuert bei seinen Großangriffen mehrere Hundert Angriffsdrohnen und Raketen ab. Die Ukraine versucht, diese mit einem Flickenteppich aus Abwehrmitteln zu bekämpfen: Maschinengewehrfeuer von Lastwagen, elektronische Störsender, Abfangdrohnen sowie Luft-Luft- und Boden-Luft-Raketen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits im Januar eindringlich vor dem Munitionsmangel gewarnt, insbesondere bei den US-amerikanischen Patriot-Systemen, auf die die Ukraine zur Abwehr russischer Iskander-Ballistikraketen angewiesen ist.

Die unbequeme Wahrheit hinter den Waffenlieferungen

Dieser Vorfall wirft ein grelles Licht auf die Realität westlicher Militärhilfe. Es reicht eben nicht, medienwirksam Kampfjets zu übergeben und sich dafür feiern zu lassen. Ohne eine verlässliche, ununterbrochene Versorgung mit Munition und Ersatzteilen sind selbst die modernsten Waffensysteme nichts weiter als teure Metallhüllen. Die F-16-Flotte der Ukraine hat nach eigenen Angaben bereits 2.000 Drohnen und Raketen während ihrer Luftverteidigungseinsätze abgefangen – eine beeindruckende Zahl, die jedoch schnell zur Null wird, wenn die Raketen ausgehen.

Für den deutschen Steuerzahler, der über milliardenschwere Hilfspakete an die Ukraine mitfinanziert, stellt sich die berechtigte Frage: Wie lange kann und will man diesen Krieg noch alimentieren, ohne dass ein realistischer Friedensplan in Sicht ist? Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat sich zwar zur Unterstützung der Ukraine bekannt, doch angesichts des geplanten 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens für die eigene Infrastruktur und der ohnehin angespannten Haushaltslage wird der Spagat zwischen innenpolitischen Notwendigkeiten und außenpolitischen Verpflichtungen immer schwieriger. Irgendwann muss auch in Berlin die Erkenntnis reifen, dass Diplomatie und Verhandlungen – so unbequem sie sein mögen – der einzige Weg aus diesem Desaster sind.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen