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Kettner Edelmetalle
29.05.2026
18:14 Uhr

"Wir sprengen euch in die Luft": Trumps Drohung gegen Oman entlarvt die wahre Natur amerikanischer Weltmachtpolitik

"Wir sprengen euch in die Luft": Trumps Drohung gegen Oman entlarvt die wahre Natur amerikanischer Weltmachtpolitik

Es gibt Sätze, die in ihrer rohen Brutalität die diplomatischen Gepflogenheiten ganzer Jahrhunderte mit einem einzigen Federstrich auslöschen. Donald Trump hat einen solchen Satz geliefert. Auf die Frage eines Reporters, wie er denn dazu stehe, dass Oman und der Iran gemeinsam den Handel durch die Straße von Hormus überwachen könnten, antwortete der US-Präsident mit einer Gelassenheit, die einem den Atem stocken lässt: Oman werde sich genauso verhalten wie alle anderen – oder man werde sie eben in die Luft sprengen. Sie würden das verstehen. Alles werde gut.

Man lese diese Worte zweimal. Es ist die Sprache eines Mafia-Bosses, gerichtet nicht an einen Feind, sondern an einen langjährigen Verbündeten. Oman, das kleine Sultanat an der südöstlichen Spitze der Arabischen Halbinsel, hat sich über Jahrzehnte den Ruf der "Schweiz des Nahen Ostens" erarbeitet. Ein Vermittler, der mit allen redet, der Brücken baut, wo andere nur Gräben ziehen. Und genau dieser Friedensstifter sieht sich nun mit der Drohung militärischer Vernichtung konfrontiert.

Die Straße von Hormus – das Nadelöhr der Weltwirtschaft

Worum geht es eigentlich? Durch die Straße von Hormus fließen rund zwanzig Prozent des weltweiten Öltransports. Eine Meerenge, die über Wohl und Wehe der globalen Energieversorgung entscheidet. Der Iran hatte angedeutet, dieses strategisch unbezahlbare Nadelöhr künftig gemeinsam mit Oman verwalten zu wollen – nicht über Mautgebühren, sondern über eine geteilte Kontrolle.

US-Finanzminister Scott Bessent reagierte prompt und mit der Subtilität eines Vorschlaghammers. Man werde, so verkündete er, jeden Akteur "aggressiv" mit Sanktionen belegen, der dem Iran bei der Errichtung eines Mautsystems behilflich sei – sei es direkt oder indirekt.

"Oman sollte insbesondere wissen, dass das US-Finanzministerium aggressiv gegen jeden Akteur vorgehen wird, der an der Erleichterung von Mautgebühren für die Meerenge beteiligt ist."

Die Geographie aber lässt sich nicht durch präsidiale Wutausbrüche verändern. Oman liegt nun einmal an der westlichen Seite dieser Wasserstraße. Diese Kontrolle, so betonen Geopolitik-Experten, werde dem Land schlicht durch seine Lage zuteil – für alle Zeiten, ganz gleich, wie laut man im Weißen Haus poltere.

Wenn Verbündete zu Geiseln werden

Was hier offenbar wird, ist mehr als nur ein verbaler Ausrutscher. Es ist nach Einschätzung von Analysten das erste Mal, dass die USA überhaupt damit drohten, einen Mitgliedsstaat des Golf-Kooperationsrates anzugreifen. Ein Tabubruch sondergleichen. Beobachter werten Trumps Ausfälle als Zeichen wachsender Frustration und Verzweiflung über das eigene Unvermögen, im Iran-Konflikt jene Ergebnisse zu erzielen, die er sich erträumt hatte.

Es sei, so heißt es, ein weiteres Beispiel für jene "performative Diplomatie" – ein Schauspiel der Stärke, das in Wahrheit nichts weiter sei als heiße Luft. Doch heiße Luft kann gefährlich werden, wenn sie aus dem Mund des mächtigsten Mannes der Welt entweicht. Selbst der demokratische Senator Chris Murphy fand deutliche Worte und beklagte, dieser Krieg sei längst aus dem Ruder gelaufen, das Weiße Haus befinde sich im permanenten Panikmodus und häufe Fehler auf Fehler.

Eine Lehre für jeden, der Werte sichern will

Während Reuters berichtet, die USA und der Iran hätten sich auf eine Verlängerung der Waffenruhe und eine Lockerung der Schifffahrtsbeschränkungen geeinigt, bleibt die eigentliche Erkenntnis bestehen: Die Weltordnung steht auf tönernen Füßen. Wenn ein Verbündeter über Nacht zum Feind erklärt werden kann, wenn Öltransporte und Meerengen zum Spielball präsidialer Launen werden, dann offenbart sich die ganze Fragilität unserer scheinbar so stabilen Finanz- und Wirtschaftswelt.

Gerade in solchen Zeiten geopolitischer Unberechenbarkeit zeigt sich der Wert physischer Edelmetalle. Gold und Silber kennen keine Sanktionen, keine Embargos und keine über Nacht ausgesprochenen Vernichtungsdrohungen. Sie sind seit Jahrtausenden das, was kein Politiker per Dekret zerstören kann: ein verlässlicher Anker in stürmischer See. Wer sein Vermögen vor den Verwerfungen einer aus den Fugen geratenen Weltpolitik schützen möchte, tut gut daran, einen Teil davon in Sachwerten zu sichern, die unabhängig von den Drohgebärden aus Washington oder Teheran ihren inneren Wert behalten.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen dar und ist keine Anlageberatung. Wir betreiben keinerlei Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bei Bedarf sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.

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