
Wien im Würgegriff der Sprachkrise: Österreich greift zu drastischen Maßnahmen

Was lange als Tabu galt, wird nun zur bitteren Notwendigkeit: Österreich verkürzt die Sommerferien für tausende Schüler mit mangelhaften Deutschkenntnissen. Das Parlament in Wien hat eine verpflichtende Sommerschule beschlossen, die den Teilnehmerkreis erheblich ausweitet. Wer sich weigert, dem drohen Verwaltungsstrafen von bis zu 1.000 Euro. Ein Schritt, der längst überfällig war – und dennoch nur an den Symptomen einer verfehlten Integrationspolitik kratzt.
Die erschreckenden Zahlen aus Wiens Klassenzimmern
Die Dimension des Problems lässt sich kaum beschönigen. Allein in der österreichischen Hauptstadt sind zunächst etwa 10.000 Kinder und Jugendliche betroffen, später sollen weitere 9.000 hinzukommen. Künftig müssen alle Schüler, die eine Deutschförderklasse besuchen, verpflichtend an der Sommerschule teilnehmen. Der organisatorische Aufwand ist gewaltig: Im Vorjahr besuchten bereits 10.665 Schüler die Sommerschule, verteilt auf 943 Gruppen an 93 Standorten. Dafür wurden 731 Pädagogen, 235 Lehramtsstudenten und 42 sogenannte Buddys benötigt.
Doch die eigentliche Brisanz liegt in einer anderen Statistik verborgen. Mit Stichtag 1. Oktober 2025 galten an Wiens öffentlichen Volksschulen sage und schreibe 50,9 Prozent der Schulanfänger als außerordentliche Schüler – ihre Deutschkenntnisse reichten schlichtweg nicht für den regulären Unterricht aus. Noch 2020 lag dieser Anteil bei 41 Prozent. Ein Anstieg von fast zehn Prozentpunkten in nur fünf Jahren.
In Österreich geboren, aber kein Deutsch gelernt
Besonders alarmierend ist ein Detail, das die ganze Tragweite des Integrationversagens offenbart: Fast 60 Prozent der außerordentlichen Schulanfänger geben als Geburtsland Österreich an. Rund ein Viertel besitzt sogar die österreichische Staatsbürgerschaft. Diese Kinder sind also nicht etwa frisch eingewandert – sie wurden in Österreich geboren, haben dort ihre ersten Lebensjahre verbracht, und sprechen dennoch nicht ausreichend Deutsch, um dem Unterricht folgen zu können.
Wie ist das möglich? Die Antwort liegt in Parallelgesellschaften, in denen die deutsche Sprache im Alltag schlichtweg keine Rolle spielt. In Familien, in denen weder Eltern noch Großeltern Deutsch sprechen. In Stadtvierteln, in denen man vom Aufstehen bis zum Schlafengehen ohne ein einziges deutsches Wort auskommt.
Auch der Kindergarten versagt
Das Problem beginnt nicht erst in der Schule. Im Kindergartenjahr 2024/25 hatten mehr als 16.800 Kinder einen festgestellten Deutschförderbedarf. Und hier kommt der eigentliche Skandal: Rund ein Drittel dieser Kinder erhielt keine gezielte Sprachförderung. Jahre wurden vertan, in denen die Grundlagen für eine erfolgreiche Bildungskarriere hätten gelegt werden können.
Lehrer unter Druck – Gewerkschaft warnt
Bildungsminister Christoph Wiederkehr von den Neos kündigte an, notfalls Lehrer zum Einsatz in der Sommerschule zu verpflichten. Zusätzlich sollen Pädagogen für Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache sowie pensionierte Lehrer rekrutiert werden. Die Lehrergewerkschaft reagiert verhalten. Aus ihrer Sicht wären zusätzliche Mittel während des regulären Schuljahres ein wirksamerer Ansatz für die Sprachförderung. Ein berechtigter Einwand – denn was nützen zwei Wochen Sommerschule, wenn das restliche Jahr die Ressourcen fehlen?
Ein Weckruf auch für Deutschland
Was in Wien geschieht, sollte auch hierzulande die Alarmglocken schrillen lassen. Die Situation in deutschen Großstädten unterscheidet sich kaum von der österreichischen Realität. Wenn mehr als die Hälfte der Schulanfänger einer Hauptstadt nicht ausreichend Deutsch spricht, dann ist das kein Randproblem mehr – es ist ein fundamentales Versagen der Integrationspolitik über Jahrzehnte hinweg.
Österreich wagt nun zumindest den Versuch, gegenzusteuern. Ob verpflichtende Sommerschulen und Strafandrohungen ausreichen werden, um das Ruder herumzureißen, darf bezweifelt werden. Aber immerhin wird das Problem endlich beim Namen genannt. In Deutschland hingegen scheut man sich noch immer, unbequeme Wahrheiten auszusprechen – während in den Klassenzimmern längst eine stille Katastrophe ihren Lauf nimmt.
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