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20.02.2026
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Wie Washington die öffentliche Meinung über Iran manipuliert – Ein ehemaliger CIA-Analyst packt aus

Wie Washington die öffentliche Meinung über Iran manipuliert – Ein ehemaliger CIA-Analyst packt aus

Während die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten nach den israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen im Juni 2025 einen neuen Höhepunkt erreicht haben, rückt eine brisante Frage in den Fokus: Wie verlässlich sind eigentlich die Informationen, die westliche Regierungen und Medien über die Stimmungslage in Iran verbreiten? Ein ehemaliger CIA-Analyst hat nun schwere Vorwürfe erhoben, die das gesamte Narrativ eines kurz vor dem Zusammenbruch stehenden iranischen Staates ins Wanken bringen könnten.

Die Kunst der „operativen Umfeldvorbereitung"

Der ehemalige CIA-Offizier Larry Johnson beschreibt in einer aufsehenerregenden Analyse, was er als groß angelegte US-Informationsoperation gegen Iran betrachtet. Im Zentrum seiner Kritik steht ein Konzept, das im militärischen Jargon als „Operational Preparation of the Environment" (OPE) bezeichnet wird – die operative Vorbereitung des Umfelds für potenzielle Militäroperationen. Dabei handele es sich um nicht-nachrichtendienstliche Aktivitäten, die vor oder in Vorbereitung auf mögliche militärische Einsätze durchgeführt würden, um günstige Bedingungen zu schaffen. Dazu gehörten Aufklärung, Informationsoperationen, psychologische Kriegsführung und weitere vorbereitende Maßnahmen – häufig in politisch sensiblen Gebieten.

Johnsons zentrale These ist so simpel wie brisant: Ein wesentliches Ziel dieser OPE-Bemühungen bestehe darin, die amerikanische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass die überwältigende Mehrheit der Iraner die Islamische Republik verabscheue und deren Sturz herbeisehne. Wer die Geschichte amerikanischer Regime-Change-Operationen kennt – vom Iran 1953 über den Irak 2003 bis Libyen 2011 – der weiß, dass die Manipulation der öffentlichen Meinung stets der erste Schritt war.

GAMAAN: Unabhängige Forschung oder verlängerter Arm Washingtons?

Im Zentrum der Vorwürfe steht ein Meinungsforschungsinstitut namens GAMAAN (Group for Analyzing and Measuring Attitudes in Iran). Die Organisation beschreibt sich selbst als unabhängige, gemeinnützige Forschungsstiftung mit Sitz in den Niederlanden und verweist auf ihre akademischen Referenzen – gegründet von Wissenschaftlern an niederländischen Universitäten wie Tilburg und Utrecht. Ihre innovativen Online-Methoden, darunter anonymisierte Befragungen über VPN-Dienste wie Psiphon, sollen Selbstzensur in autoritären Kontexten überwinden.

Die Ergebnisse von GAMAAN zeichnen ein dramatisches Bild: Rund 70 Prozent der Iraner seien gegen die Fortführung der Islamischen Republik. Während der „Frau, Leben, Freiheit"-Proteste Ende 2022 habe die Opposition sogar 81 Prozent erreicht. Die Unterstützung für die Prinzipien der Islamischen Revolution und den Obersten Führer sei von 18 Prozent im Jahr 2022 auf nur noch 11 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Eine überwältigende Mehrheit von 89 Prozent unterstütze die Demokratie.

Klingt überzeugend? Vielleicht zu überzeugend. Denn ein genauerer Blick auf die Finanzierungsströme offenbart ein Netzwerk, das tief in den amerikanischen Sicherheitsapparat hineinreicht.

Die Geldströme führen nach Washington

Der Gründer und Direktor von GAMAAN, Dr. Ammar Maleki, ist Assistenzprofessor für Vergleichende Politikwissenschaft an der Universität Tilburg. Bemerkenswert offen gibt er sich als „Pro-Demokratie-Aktivist und politischer Analyst iranischer Politik" zu erkennen, der versuche, „Einfluss auf politische Debatten rund um die Demokratisierung Irans zu nehmen". Ein Forscher, der gleichzeitig Aktivist ist – kann dessen Forschung noch als objektiv gelten? Die Frage stellt sich von selbst.

Doch es wird noch verfänglicher. GAMAAN hat sich bei der Verbreitung seiner Umfragen auf den US-regierungsfinanzierten VPN-Anbieter Psiphon gestützt. Darüber hinaus habe die Organisation mit dem von USAID finanzierten Tony Blair Institute zusammengearbeitet und Gelder von der Historikerin Ladan Boroumand erhalten, Mitgründerin des Abdorrahman Boroumand Center for Human Rights in Iran – das wiederum vom National Endowment for Democracy (NED) unterstützt wird, einer Organisation, die bekanntlich aus dem US-Bundeshaushalt finanziert wird.

Psiphon: Kanadische Firma, amerikanisches Geld

Besonders aufschlussreich ist die Geschichte des VPN-Anbieters Psiphon, der als methodischer Partner für die GAMAAN-Umfragen im Iran fungiert. Psiphon Inc. ist formal ein unabhängiges kanadisches Unternehmen mit Sitz in Ontario, ursprünglich entwickelt am Citizen Lab der Universität Toronto. Doch die Finanzierungshistorie erzählt eine andere Geschichte.

Bereits 2008 erhielt Psiphon Unterzuschüsse aus dem Internet-Freedom-Programm des US-Außenministeriums. Ab 2010 begann das Unternehmen, Dienstleistungen für das Broadcasting Board of Governors der USA, das US-Außenministerium und die BBC zu erbringen. Im April 2024 kündigte der Open Technology Fund (OTF) eine erhöhte langfristige Finanzierung für Psiphon an – mit Zuwendungen von insgesamt 18,54 Millionen US-Dollar für 2024 und 5,87 Millionen US-Dollar für 2025.

Der OTF wiederum wird von der US Agency for Global Media (USAGM) verwaltet, einer unabhängigen Bundesbehörde der US-Regierung. Die Finanzierung stammt aus Kongressbewilligungen im Rahmen des Budgets für das Außenministerium. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um hier ein Muster zu erkennen: Eine scheinbar unabhängige kanadische Firma, die faktisch am Tropf amerikanischer Regierungsgelder hängt, dient als methodische Grundlage für Umfragen, die zufällig genau das Narrativ stützen, das Washington für seine Iran-Politik benötigt.

Die andere Seite der Medaille: Was unabhängige Umfragen zeigen

Und hier wird es wirklich interessant. Denn es existiert eine alternative Datenbasis, die ein radikal anderes Bild der Stimmungslage im Iran zeichnet. Das Center for International and Security Studies der Universität Maryland hat eine eigene Umfragereihe durchgeführt – mit telefonbasierten Methoden statt über US-finanzierte VPN-Dienste.

Die Ergebnisse aus den Jahren 2023 und 2024 könnten kaum unterschiedlicher sein: Etwa 75 Prozent der Befragten erwarteten, dass Irans Verfassung und politisches System in zehn Jahren im Wesentlichen unverändert bestehen würden. Nur 17 Prozent stimmten den Forderungen der Protestierenden zu, die Islamische Republik solle ersetzt werden. Wohlgemerkt: 17 Prozent – nicht 70 Prozent, wie GAMAAN behauptet. Die Diskrepanz ist so gewaltig, dass sie unmöglich nur auf methodische Unterschiede zurückzuführen sein kann.

Gleichwohl zeigen auch die Maryland-Umfragen, dass drei von fünf Iranern mittlerweile der Meinung seien, die Regierung solle bei der Durchsetzung islamischer Gesetze weniger streng vorgehen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2018. Die Forderung nach Korruptionsbekämpfung genieße seit 2018 nahezu einstimmige Unterstützung. Doch das ist etwas fundamental anderes als der Wunsch nach einem Regimewechsel.

Proteste: Reform statt Revolution

Besonders aufschlussreich ist die Frage nach den Zielen der Proteste. Als die Befragten 2024 gebeten wurden, über die Demonstrationswellen der vergangenen zehn Jahre nachzudenken, sagten zwei Drittel, deren Hauptziel sei es gewesen, von den Verantwortlichen mehr Aufmerksamkeit für die Probleme der Menschen zu fordern. Nur jeder Fünfte glaubte, das Hauptziel sei gewesen, größere Freiheiten zu fordern oder einen Systemwechsel herbeizuführen. Reform, nicht Revolution – das scheint die tatsächliche Stimmung im Iran zu sein.

Nach dem 13. Juni 2025: Nationalismus statt Umsturz

Die israelischen Überraschungsangriffe vom 13. Juni 2025 haben die Lage grundlegend verändert – allerdings in eine Richtung, die Washington und Jerusalem kaum beabsichtigt haben dürften. Laut Berichten aus dem Iran habe die Reaktion der Bevölkerung starke Parallelen zu dem aufgewiesen, was in den Vereinigten Staaten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 geschah: Die nationale Einheit wuchs.

Man erinnere sich: Selbst George W. Bush, der von Demokraten zuvor verachtet worden war, erlebte nach 9/11 einen enormen Popularitätsschub. Genau dieses Phänomen habe sich nun im Iran wiederholt. Vor dem Angriff vom Juni 2025 hätten Iraner unter 50 Jahren keine lebhafte Erinnerung an den Iran-Irak-Krieg gehabt, in dem Iran mit Ermutigung und Unterstützung der USA angegriffen worden war. Der Angriff vom Juni 2025, gepaart mit den vom Ausland angestifteten Protesten und Gewaltausbrüchen Ende Dezember 2025, hätten ein neues Nationalgefühl unter der iranischen Bevölkerung geweckt, das die Unterstützung für die Islamische Republik gestärkt habe.

Auch die gescheiterte „Farbrevolution" vom 28. Dezember 2025, die laut Johnson von den Vereinigten Staaten und Israel lanciert worden sei, habe die Unterstützung für die Islamische Republik eher verstärkt als geschwächt. Präsident Pezeshkian habe offen die wirtschaftlichen Versäumnisse seiner Regierung eingeräumt und Reformschritte eingeleitet. Noch bedeutsamer sei jedoch die Unterzeichnung des trilateralen Sicherheitsabkommens mit Russland und China Ende Januar gewesen, durch das beide Länder nun mehr Ressourcen und Unterstützung zur Stabilisierung der iranischen Regierung und zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der iranischen Bevölkerung bereitstellten.

Trumps Drohungen: Kontraproduktiv wie eh und je

Donald Trumps Drohungen, den Iran anzugreifen, scheinen bei der Mehrheit der iranischen Bevölkerung das genaue Gegenteil des beabsichtigten Effekts zu erzielen. Ja, es gebe nach wie vor Iraner, die ein Ende der Islamischen Republik herbeisehnten – doch sie seien dramatisch in der Unterzahl. Die Überzeugung im Westen, Iran sei verwundbarer als jemals zuvor in den letzten 46 Jahren, sei das Produkt einer US-finanzierten Propagandakampagne, die sich auf einen ideologisch voreingenommenen Meinungsforscher stütze, um Ergebnisse zu produzieren, die die meisten Amerikaner davon überzeugen sollen, Iran sehne sich nach Freiheit.

Für den aufmerksamen Beobachter europäischer und deutscher Politik dürften diese Enthüllungen kaum überraschend sein. Die Methoden der Meinungsmanipulation, die hier beschrieben werden, sind nicht auf den Iran beschränkt. Auch in Europa erleben wir seit Jahren, wie durch selektive Umfragen, gezielte Mediennarrative und die Finanzierung vermeintlich unabhängiger Organisationen politische Stimmungen erzeugt werden, die den Interessen bestimmter Akteure dienen. Wer sich fragt, warum die deutsche Außenpolitik so häufig amerikanischen Vorgaben folgt, statt eigene strategische Interessen zu verfolgen, findet hier möglicherweise einen Teil der Antwort.

Die Lehre für Deutschland

Was bedeutet das alles für Deutschland? Zunächst einmal sollte es uns mahnen, nicht blind jedem Narrativ zu folgen, das aus Washington kommt. Die Geschichte der letzten Jahrzehnte – von den angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak bis zu den Versprechen eines demokratischen Libyen – hat gezeigt, wohin es führt, wenn man amerikanische Geheimdienstinformationen und die darauf aufbauende Propaganda unkritisch übernimmt. Eine souveräne deutsche Außenpolitik müsste in der Lage sein, solche Informationsoperationen zu durchschauen und eigene, unabhängige Lagebeurteilungen vorzunehmen.

Stattdessen erleben wir eine Bundesregierung, die sich – trotz des Wechsels von der Ampel zur Großen Koalition – weiterhin in eine transatlantische Gefolgschaft einreiht, die deutschen Interessen nicht immer dienlich ist. Während die geopolitischen Risiken im Nahen Osten eskalieren und die Energieversorgung Europas erneut auf dem Spiel steht, wäre eine nüchterne, faktenbasierte Analyse der Lage im Iran dringender denn je. Doch dafür müsste man bereit sein, unbequeme Wahrheiten über die eigenen Verbündeten zur Kenntnis zu nehmen.

In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und eskalierender Konflikte im Nahen Osten zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Vermögenssicherung unverzichtbar sind. Wenn Informationsoperationen die öffentliche Meinung manipulieren und militärische Eskalationen drohen, bieten Sachwerte einen Anker der Stabilität, den kein Propagandaapparat der Welt entwerten kann.

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