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Kettner Edelmetalle
15.06.2026
10:51 Uhr

Wenn ein Gebet zum Skandal wird: Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen betenden Nationalspieler an den Pranger stellt

Wenn ein Gebet zum Skandal wird: Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen betenden Nationalspieler an den Pranger stellt

Es hätte ein Abend reiner Freude werden können. Die deutsche Nationalmannschaft startet bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika mit einem überzeugenden 7:1 gegen Curaçao ins Turnier. Sieben Tore, ein klares Statement, ein gelungener Auftakt. Doch nicht die Treffer auf dem Rasen sorgten für die nachhaltigste Schlagzeile dieses Abends – sondern eine stille Geste im Mittelkreis, die rund um den Globus für Bewunderung sorgte und ausgerechnet hierzulande, im Land des Steuerzahler-finanzierten Rundfunks, mit Argwohn betrachtet wird.

Eine Szene, die um die Welt ging

Nach dem Schlusspfiff versammelten sich Felix Nmecha und Jonathan Tah gemeinsam mit einigen Spielern Curaçaos im Zentrum des Spielfelds. Arm in Arm, im Kreis stehend, sprachen sie ein gemeinsames christliches Gebet. Eine Geste der Demut, der Verbundenheit, der Versöhnung über alle nationalen Grenzen hinweg. „Wir sind im Spiel Gegner. Nach dem Spiel sind wir alle Christen und Brüder“, erklärte der Torschütze Nmecha anschließend am ARD-Mikrofon. Man habe ein kleines Gebet gesprochen, weil man dankbar sei.

„Vom Ergebnis her ist es natürlich schön für uns, aber auch im Ganzen glauben wir alle, dass Jesus durch das Spiel verherrlicht wird.“

Selbst Weltmeister Bastian Schweinsteiger kommentierte die Szene schlicht mit einem „Amen“. Eine Fair-Play-Geste, wie sie sich der Fußball nur wünschen kann – könnte man meinen. Doch in Deutschland, wo offenbar selbst ein Gebet zur Gefahr stilisiert wird, sieht man das anders.

Der Deutschlandfunk warnt – vor einem betenden Menschen

Ausgerechnet am Tag des Spiels widmete der zwangsfinanzierte Deutschlandfunk Kultur dem Thema „Christen im Fußball“ einen ausführlichen Beitrag – und nannte Nmecha als abschreckendes Beispiel. Man warnte vor dem evangelikalen Netzwerk „Ballers in God“, dem der Spieler nahestehe. Dieses Netzwerk, 2015 vom englischen Profi John Bostock gegründet, zähle mittlerweile über 740.000 Instagram-Follower und unterhalte Verbindungen zu einer US-amerikanischen Kirche, die nach Darstellung des Senders Wunderheilungen und Prophezeiungen propagiere.

Man muss sich diese Schieflage einmal auf der Zunge zergehen lassen: Während ein junger Mann öffentlich seinen Glauben lebt und damit weltweit Zuspruch und Respekt erntet, sieht sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk bemüßigt, vor ihm zu „warnen“. Wann hat dieser Sender zuletzt mit gleicher Vehemenz vor radikalen Strömungen anderer Religionen gewarnt? Die Frage stellt sich – und sie beantwortet sich beinahe von selbst.

Die immer gleiche Anklage

Natürlich fehlte in kaum einem Bericht der wiederkehrende Vorwurf, Nmechas Glaube mache ihn „homophob“. 2023 hatte er auf Instagram einen Beitrag geteilt, der den Begriff „Pride“ kritisch betrachtete. Während der Klub-WM 2025 tauchte zudem ein Buch eines evangelikalen Predigers in einem Video auf, dessen Inhalte ein linker Journalist umgehend genüsslich sezierte.

Und dann war da noch der Fall, der die ganze Verlogenheit der Debatte offenlegt: Nach dem Mord an dem konservativen US-Aktivisten Charlie Kirk hatte Nmecha schlicht sein Mitgefühl für dessen Familie geäußert. Den Mord an einem Mann zu feiern, der friedlich für seine Überzeugungen einstand, sei „wahrhaft böse“, schrieb er. Eine zutiefst menschliche, eine zutiefst anständige Aussage. Doch ein bekannter Fußballjournalist warf ihm prompt „knallharten und menschenverachtenden Rassismus“ vor. Wie das zusammenpassen soll, bleibt das Geheimnis derer, die in jeder abweichenden Meinung sofort einen Skandal wittern.

Gesinnungsprüfung im deutschen Fußball

Besonders entlarvend: Nmechas Verein Borussia Dortmund hatte den Spieler bereits vor seinem Wechsel eine regelrechte Gesinnungsprüfung durchlaufen lassen, nachdem er sich kritisch mit der Pride-Bewegung auseinandergesetzt hatte. Eine Gesinnungsprüfung – im Jahr 2025, in einem Land, das sich gerne als Hort der Meinungsfreiheit feiert. Man fragt sich unwillkürlich, in welche Richtung sich diese Republik bewegt, wenn das öffentliche Bekenntnis zum christlichen Glauben einen jungen Sportler zum Verdachtsfall macht.

Ein Kontrapunkt zum Zeitgeist

Was bleibt, ist ein nüchterner Befund. Hier steht ein junger Mann, der nach einem Sieg gemeinsam mit seinen Gegnern betet, sich versöhnlich zeigt und über alle Nationalitäten hinweg Brüderlichkeit demonstriert. Es ist genau jene verbindende, friedliche Geste, die man eigentlich von allen Seiten feiern müsste. Stattdessen mobilisiert ein steuerfinanzierter Apparat seine Ressourcen, um vor ihm zu warnen.

Vielleicht ist es genau diese ruhige, traditionelle Verwurzelung in Glaube, Familie und festen Werten, die in den Redaktionsstuben mancher öffentlich-rechtlicher Anstalt für Irritation sorgt. Felix Nmecha hat an diesem Abend nicht nur ein Tor erzielt, sondern ein Bild abgegeben, auf das Deutschland eigentlich stolz sein dürfte. Dass dieses Bild von einigen lieber zerredet als gewürdigt wird, sagt weniger über den Spieler aus – und umso mehr über den Zustand jener, die zu diesem Urteil gelangen.

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