
Wenn die Profis umdenken: Warum die Wall Street Gold plötzlich wieder liebt

Es ist eine bemerkenswerte Kehrtwende, die sich da in den Chefetagen der großen Vermögensverwalter abspielt. Monatelang wurde Gold von den vermeintlichen Finanzexperten als überteuert verschrien, als Spekulationsobjekt am Rande einer Blase. Doch nun, so legt es die jüngste "Global Fund Manager Survey" der Bank of America nahe, dreht sich der Wind. Und zwar gewaltig.
Der Sinneswandel der großen Geldverwalter
An der im Juni 2026 durchgeführten Erhebung beteiligten sich 198 Fondsmanager, die gemeinsam ein Vermögen von rund 540 Milliarden US-Dollar bewegen. Das Ergebnis dürfte all jene überraschen, die Gold noch vor wenigen Monaten belächelt haben: Die Sorge vor einer Überbewertung des Edelmetalls sei auf den niedrigsten Stand seit Februar 2024 gefallen.
Zur Erinnerung: Zu Jahresbeginn hielten noch etwa 45 Prozent der Befragten Gold für überbewertet – einer der höchsten Werte, seit überhaupt entsprechende Daten erhoben werden. Heute? Ist dieser Anteil regelrecht zusammengeschmolzen. Die viel beschworene Angst vor der Blase, sie verflüchtigt sich wie Morgennebel über den Frankfurter Bankentürmen.
Wer Gold als überteuert abtut, hat die Mechanismen der Vermögenssicherung in einer Welt aus dem Ruder laufender Staatsschulden offenbar nie verstanden.
Stagflation – das Reizwort der Stunde
Besonders aufschlussreich ist ein weiteres Detail der Umfrage: Eine satte Mehrheit von 58 Prozent der befragten Fondsmanager rechne in den kommenden zwölf Monaten mit einer Stagflation. Also jenem toxischen Cocktail aus wirtschaftlicher Stagnation und gleichzeitig hartnäckig hoher Inflation. Ein Szenario, das traditionell die Nachfrage nach echten Sachwerten beflügelt – allen voran nach Gold.
Und seien wir ehrlich: Wer angesichts der wirtschaftspolitischen Geisterfahrten in Berlin und Brüssel nicht mit einer Stagflation rechnet, der hat in den vergangenen Jahren wohl auf Durchzug geschaltet. Ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 und eine Schuldenpolitik, die kommende Generationen in Geiselhaft nimmt – all das ist der ideale Nährboden für genau jene Entwertung des Papiergeldes, vor der kluge Anleger schon lange warnen.
Die 5.000-Dollar-Marke im Visier
Die Bank of America untermauert mit dieser Umfrage ihren langfristig optimistischen Ausblick. Bereits zuvor hatte das Institut prognostiziert, dass der Goldpreis die Schwelle von 5.000 US-Dollar je Unze überschreiten könnte. Mit nachlassenden Bewertungssorgen und steigenden Stagflationsrisiken gewinnt das Edelmetall bei den institutionellen Anlegern wieder spürbar an Beliebtheit – als makroökonomische Absicherung gegen die Verwerfungen, die uns die Notenbanken und die Schuldenmacherei der Politik beschert haben.
Was der kleine Sparer daraus lernen kann
Bemerkenswert ist doch immer wieder folgendes Muster: Erst belächeln die großen Player das Gold, dann steigen sie ein – und treiben damit den Preis. Der vorausschauende Bürger muss nicht warten, bis die Bank of America ihm den Weg weist. Während die Fondsmanager dieser Welt erst jetzt erkennen, was Generationen vor ihnen längst wussten, hatten kluge Anleger ihre physischen Edelmetalle bereits im Tresor.
Physisches Gold und Silber bleiben das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein bewährter Anker in stürmischen Zeiten, ein Schutzschild gegen Inflation und politische Misswirtschaft. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen behaupten sie sich gerade dann, wenn Papierversprechen an Wert verlieren.
Wichtiger Hinweis
Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion sowie den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist selbst verpflichtet, ausreichend eigene Recherchen anzustellen und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen vollumfänglich selbst. Angaben ohne Gewähr.

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