
Wenn der Staatsfunk die Opfer zu TĂ€tern macht: Der Fall Anja Kohl

Es gibt Momente im deutschen Fernsehen, in denen die Verdrehung der RealitĂ€t eine Meisterschaft erreicht, die selbst geĂŒbte Beobachter sprachlos zurĂŒcklĂ€sst. Ein solcher Moment ereignete sich beim âSonntags-Stammtischâ des Bayerischen Rundfunks. Dort verwandelte ARD-Journalistin Anja Kohl â ansonsten fĂŒr Börsenkurse und Aktiencharts zustĂ€ndig â gebeutelte Journalisten kurzerhand in mutmaĂliche Sympathisanten ihrer eigenen Angreifer. Wie kann so etwas passieren? Und warum schweigt die gesamte Runde?
Kopftritte am Rande des AfD-Parteitags â doch wer waren die TĂ€ter?
Beginnen wir bei den Fakten, die selbst der Spiegel nicht lÀnger verschweigen konnte. Am Rande des AfD-Parteitags in Erfurt wurden Reporter von Apollo News und der JUNGEN FREIHEIT Opfer einer regelrechten Hetzjagd. Journalisten wurden minutenlang gejagt, zu Boden geschlagen, mindestens einem trat man gegen den Kopf. Flaschen und Farbbeutel flogen. Krankenhauseinlieferungen inklusive. Dem Social-Media-Chef der JUNGEN FREIHEIT, Vadim Derksen, schlug man mit der Faust ins Gesicht und raubte ihm das Handy.
Die Urheber dieser Gewalt? Keineswegs AfD-AnhĂ€nger. Es waren Teilnehmer der linksradikalen âWidersetzenâ-Demonstration â jener Veranstaltung, zu der GrĂŒne, Linkspartei und SPD aufgerufen hatten und fĂŒr die die Gewerkschaft Verdi sogar die Busfahrten nach Erfurt finanzierte. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Mit Beitragsgeldern und Gewerkschaftskassen wird der Nachwuchs fĂŒr linke StraĂengewalt organisiert.
Die perfide Umkehrung im BR-Studio
Anja Kohl begann ihren Beitrag unter der Rubrik âMein Ărger der Wocheâ noch korrekt mit dem Verweis auf âKopftritte von Gegendemonstrantenâ. Doch dann kam die Wendung, die alles auf den Kopf stellte. Sie forderte, die AfD solle sich von den Angriffen distanzieren â als hĂ€tte die Partei irgendetwas mit den Attacken zu tun.
âUnd die AfD hat es nicht geschafft, sich davon zu distanzieren, ĂŒberhaupt dazu Stellung zu nehmenâ, so Kohl. Journalisten mĂŒssten geschĂŒtzt werden, âund man muss dann auch Parteien haben, die sich distanzieren von so einer Sache.â
Man muss diese Logik nicht verstehen â man kann sie nur staunend zur Kenntnis nehmen. Nicht die Organisatoren der Gewaltdemonstration sollen sich distanzieren, nicht GrĂŒne, Linke oder SPD, die zu den Protesten aufriefen. Nein, ausgerechnet die Partei, deren Parteitag Ziel der Blockade war und deren Umfeld die geprĂŒgelten Journalisten zuzuordnen sind, soll sich rechtfertigen. Die Wahrheit, dass es sich um Linksextremisten handelte, verschwieg Kohl vollstĂ€ndig.
Und niemand sagt ein Wort
Das eigentlich Verstörende ist nicht der einzelne Ausrutscher einer Moderatorin. Es ist das Schweigen der Runde. Weder Moderator Hans Werner Kilz â einst Chefredakteur von Spiegel und SĂŒddeutscher Zeitung â noch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freien WĂ€hlern, noch Ex-SkilĂ€ufer Christian Neureuther korrigierten die falsche Darstellung. Lediglich SĂ€nger Heinz-Rudolf Kunze soll seine Sitznachbarin verstört angeblickt haben. Ein einzelner fragender Blick als Rest an journalistischer Redlichkeit â mehr blieb nicht ĂŒbrig.
Der Staatsfunk und sein blinder Fleck
Bezeichnend ist auch, wie ARD und ZDF ansonsten mit dem Vorfall umgingen. Das âHeute-Journalâ verschwieg die Angriffe komplett, die âTagesschauâ wĂŒrdigte sie eines Nebensatzes. Man stelle sich fĂŒr einen Moment vor, die politischen Vorzeichen wĂ€ren umgekehrt gewesen. Der Aufschrei hĂ€tte tagelang die Sendungen dominiert, Talkshows wĂ€ren vollgestopft mit Betroffenheitsbekundungen. Doch wenn die Opfer der falschen politischen Seite angehören, herrscht Schweigen im Walde.
AfD-Vorsitzende Alice Weidel hatte die Angriffe bereits am Samstag verurteilt und die auffĂ€llige ZurĂŒckhaltung der ĂŒbrigen Parteien und Medien kritisiert. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, fand klare Worte: âWer Gewalt gegen Journalisten anwendet, der greift die Demokratie an.â Der CDU-Abgeordnete Christoph PloĂ mahnte, GrĂŒne und Linkspartei seien âauf dem linken Auge blindâ und dĂŒrften die Antifa nicht lĂ€nger verharmlosen.
Wenn Gewalt zum âZeichen demokratischer StĂ€rkeâ verklĂ€rt wird
Wie verkommen die politische Debatte inzwischen ist, zeigen die Reaktionen der Ampel-Nachfahren. Das BĂŒndnis âWidersetzenâ billigte die Gewalttaten offen: âFaschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschistenâ, so Sprecher Noa Sander auf die Frage eines Deutschlandfunk-Reporters. GrĂŒnen-Chefin Franziska Brantner lobte den Protest als âfriedlichâ und als âZeichen demokratischer StĂ€rkeâ, um die PrĂŒgelattacken beilĂ€ufig als âEinzelfallâ abzutun. SPD-GeneralsekretĂ€r Tim KlĂŒssendorf betonte lieber, wie âfriedlichâ es doch insgesamt zugegangen sei.
Diese Sprachregelung folgt einem altbekannten Muster: Was nicht ins Weltbild passt, wird zum bedauerlichen Einzelfall herabgestuft, wĂ€hrend man den eigentlichen Gewaltakt in Watte packt. Dass ausgerechnet jene Parteien, die Meinungsfreiheit permanent im Munde fĂŒhren, bei linker StraĂengewalt so kleinlaut werden, spricht BĂ€nde.
Ein Weckruf fĂŒr das Land
Der Fall Anja Kohl ist mehr als eine peinliche Panne im Nachmittagsprogramm. Er ist ein Symptom fĂŒr den Zustand eines zwangsfinanzierten Rundfunks, der offenkundig nicht mehr in der Lage ist, TĂ€ter und Opfer auseinanderzuhalten, sobald politische Sympathien ins Spiel kommen. Ein groĂer Teil des deutschen Volkes hat das lĂ€ngst durchschaut â und wendet sich enttĂ€uscht ab von einem System, das sich als objektiv geriert, aber Haltung ĂŒber Wahrheit stellt.
Gewalt gegen Journalisten ist immer ein Angriff auf die Freiheit â ganz gleich, welchem politischen Lager die Betroffenen angehören. Wer diesen Grundsatz nur dann hochhĂ€lt, wenn es der eigenen Agenda dient, hat den Kern der Pressefreiheit nicht verstanden. Die Konsequenz kann nur lauten: Es braucht endlich eine ehrliche Auseinandersetzung mit linksextremer Gewalt â und einen Rundfunk, der die RealitĂ€t abbildet, statt sie umzudeuten.
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