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Kettner Edelmetalle
08.06.2026
12:31 Uhr

Wenn der Staatsfunk das SommermÀrchen zur Pogromnacht umdichtet

Es ist wieder so weit. PĂŒnktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft entdeckt der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Lieblingsdisziplin: das Umdeuten unserer Geschichte. Der deutsch-französische Kultursender Arte hat ĂŒber sein YouTube-Format „Tracks“ eine Sendung veröffentlicht, die sich vordergrĂŒndig mit Fußball-Trikots beschĂ€ftigt – und dabei am Ende doch nur eines im Sinn hat: dem deutschen BĂŒrger den letzten Rest an Nationalstolz auszutreiben.

Aus Trikots wird Politik – wie immer

Wer eine harmlose Reportage ĂŒber Stoff, Schnitt und Designgeschichte erwartet hĂ€tte, sah sich getĂ€uscht. Stattdessen lĂ€sst Arte gleich mehrere Kritiker des Nationaltrikots zu Wort kommen, die einen vermeintlich gefĂ€hrlichen „Trikot-Hype“ beklagen. Dieser bringe – man höre und staune – den Nationalismus zurĂŒck. GrundsĂ€tzliche BefĂŒrworter des Anfeuerns der deutschen Nationalmannschaft? Fehlanzeige. Ausgewogenheit sieht anders aus.

Besonders bemerkenswert sind die Aussagen des Berliner Regisseurs Juri Sternburg. SpĂ€testens 2006, so behauptet er, habe man gemerkt, dass dieser „positive Party-Patriotismus“ seine Auswirkungen gehabt hĂ€tte. Diese hĂ€tten – zumindest in Teilen – zu Pegida und zur AfD gefĂŒhrt. An solchen Punkten seien „Fahnen, Flaggen und Nationalismus normalisiert“ worden.

„NatĂŒrlich verbindet Fußball auch, aber genauso gab es pogromĂ€hnliche ZustĂ€nde in lĂ€ndlichen Gebieten. Nachdem Deutschland gegen Italien rausgeflogen ist, wurden Pizzerien angegriffen, wurden Menschen durch die Straße gejagt.“

Eine Geschichtsschreibung, die niemand kennt

PogromĂ€hnliche ZustĂ€nde? Menschen, die durch die Straßen gejagt wurden? Hier wĂ€re die berechtigte Frage angebracht, ob es fĂŒr diese spektakulĂ€re Behauptung auch nur eine einzige seriöse Quelle gebe. TatsĂ€chlich zog nach dem WM-Aus 2006 kein einziges Medium eine derartige Bilanz. Auch die Bundesregierung kam in ihrem Fazit zur Heim-WM zu einem rundum positiven Ergebnis – Gewalt habe man zu großen Teilen verhindern können.

Millionen Menschen haben dieses „SommermĂ€rchen“ als das friedlichste Fußballfest erlebt, das dieses Land je gesehen hat. AuslĂ€ndische Fans waren begeistert von der Stimmung, in unzĂ€hligen Lokalen – nicht selten beim italienischen Wirt um die Ecke – feierten Menschen aller Nationen gemeinsam. Wer das damals miterlebt hat, der reibt sich beim Anblick dieser Arte-ErzĂ€hlung verwundert die Augen. Soll hier etwa, Ă€hnlich wie bei Chemnitz, die MĂ€r von den „Hetzjagden“ neu ausgegraben werden?

Zweierlei Maß als ideologisches Prinzip

Besonders entlarvend wird es, wenn Sternburg das Tragen deutscher Trikots grundsĂ€tzlich verurteilt – jedoch ausdrĂŒcklich nicht fĂŒr andere LĂ€nder. Der „kurdische Freiheitskampf“ sei eben „eine ganz andere Geschichte“ als der deutsche Kolonialismus. Eine kurdische Flagge auf der Brust erzĂ€hle etwas völlig anderes. Mit anderen Worten: Nationalstolz ist erlaubt – nur eben nicht fĂŒr den Deutschen.

In dieselbe Kerbe schlĂ€gt der Rapper Pimf, bekennender Fan des FC St. Pauli. Er habe „gar kein Bock“ auf Bilder von friedlich feiernden Deutschen auf den Fanmeilen. Das sei „unangenehm“ und „gefĂ€hrlich“. Patriotismus in „marginalisierten“ LĂ€ndern? Vollkommen in Ordnung. In Deutschland und „anderen westlichen GroßmĂ€chten“ hingegen verwerflich. Man muss diese Logik nicht teilen, um zu erkennen, welch verbogenes Weltbild dahintersteht.

Der gebĂŒhrenfinanzierte Selbsthass

Was hier passiert, ist symptomatisch fĂŒr einen Sender, der ĂŒberwiegend aus dem Rundfunkbeitrag deutscher und französischer BĂŒrger finanziert wird und dennoch immer wieder in der Kritik steht, einseitig linke Inhalte zu verbreiten und seinen eigentlichen Auftrag zu missachten. Aus einer Sendung ĂŒber Fußball-Trikots wurde ein hochpolitisiertes StĂŒck Umerziehung – das eigentliche Thema verdrĂ€ngt, der BĂŒrger belehrt.

Dass eine solche Geschichtsklitterung ausgerechnet mit ZwangsgebĂŒhren bezahlt wird, ist ein Skandal fĂŒr sich. Wer eine schwarz-rot-goldene Fahne schwenkt, weil sein Land bei einer Weltmeisterschaft spielt, ist weder Pegida noch ein Pogrom in spe. Er ist schlicht ein Mensch, der zu seinem Land steht. Diese SelbstverstĂ€ndlichkeit, in nahezu jeder anderen Nation der Welt eine BanalitĂ€t, wird in Deutschland zur ideologischen Bedrohung erklĂ€rt.

Ein Land, das seine eigene Freude fĂŒrchtet

Man blicke nur nach Frankreich, wo die Trikolore ganzjĂ€hrig und selbstverstĂ€ndlich an öffentlichen wie privaten GebĂ€uden weht und der Nationalfeiertag mit Musik, Tanz und Feuerwerk begangen wird. Niemand wĂŒrde dort auf die Idee kommen, darin den Vorboten eines Pogroms zu erkennen. Nur in Deutschland gilt die eigene Flagge offenbar als Bedrohung, die es zu bekĂ€mpfen gilt.

Die gute Nachricht: Solche BeitrĂ€ge entlarven sich selbst. Sie zeigen mit aller Deutlichkeit, wie sehr deutsche Kultur und Gesellschaft von einer lautstarken Minderheit verachtet werden. Und sie fĂŒhren dazu, dass sich immer mehr BĂŒrger von einem System abwenden, das sie belehren, erziehen und umdeuten will, statt sie schlicht feiern zu lassen. Vielleicht ist genau das der eigentliche Grund zur Hoffnung in diesem Sommer.

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