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Kettner Edelmetalle
14.06.2026
16:48 Uhr

Wenn der Spaß zur Staatsangelegenheit wird: Ein Komiker greift nach dem höchsten Amt im Staate

Wenn der Spaß zur Staatsangelegenheit wird: Ein Komiker greift nach dem höchsten Amt im Staate

Es klingt wie der Auftakt zu einem schlechten Witz – nur dass diesmal niemand mehr lacht. Komiker Hape Kerkeling, einst gefeiert für seine Paraderolle als Königin Beatrix der Niederlande, hat sich in einem Podcast zum Leipziger Christopher Street Day, dessen Botschafter er ist, offen für eine Kandidatur als Bundespräsident gezeigt. Auf die Frage, ob er sich das höchste Amt im Staate zutraue, antwortete er, wenn er sich anschaue, „wer in der Welt in führenden Positionen das Sagen hat“, dann sei er geneigt zu sagen: „Ja, das traue ich mir zu.“

Eine Petition, eine NGO und das übliche Spiel

Befeuert wird diese Debatte von einer Petition auf einer bekannten Plattform, die innerhalb kurzer Zeit über 50.000 Unterschriften gesammelt haben soll. Kerkeling wird darin als „überparteilicher Kandidat“ der „demokratischen Parteien“ in Stellung gebracht. Man beachte die feine Ironie: Die Petition richte sich an sämtliche Fraktionsvorsitzenden im Bundestag – mit einer einzigen, wenig überraschenden Ausnahme. Die zweitstärkste Kraft im Land, gewählt von Millionen Bürgern, wird einfach ausgeklammert.

Was bedeutet eigentlich „überparteilich“, wenn man von vornherein einen Teil des Parlaments und damit einen erheblichen Teil der Wählerschaft ausschließt? Die Antwort dürfte sich jeder selbst geben können. Hier wird ein Kandidat zur „Versöhnung“ ausgerufen, der sich wiederholt für ein Verbot der größten Oppositionspartei ausgesprochen hat. Versöhnung sieht anders aus.

Das Amt, das einmal Würde bedeutete

Das Bundespräsidentenamt war einst die moralische Instanz der Republik – ein Ort über dem parteipolitischen Klein-Klein, besetzt mit Persönlichkeiten von Format. Heute, da am 30. Januar 2027 die Bundesversammlung über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheidet, scheint man ernsthaft darüber zu sinnieren, ob ein Entertainer die Aufgabe übernehmen könnte. Es spricht Bände über den Zustand unseres Landes, dass eine solche Personalie überhaupt diskutiert wird.

Wenn ein Komiker als ernsthafter Anwärter auf das höchste Staatsamt gehandelt wird, dann ist das weniger eine Pointe als eine Diagnose.

Der „Stellvertreterbürgerkrieg“ und seine Erzählung

Kerkeling selbst klagte im Podcast über die rauen Töne im Netz. Er sei dort „theoretisch schon gelyncht“ worden, ein „Stellvertreterbürgerkrieg“ tobe, den man „Gott sei Dank“ noch nicht auf den Straßen ausfechten müsse. Doch wer austeilt – etwa mit Forderungen nach Parteiverboten – darf sich über Widerspruch nicht wundern. Es ist die altbekannte Erzählung: Wer politisch stark austeilt, stilisiert sich anschließend zum Opfer.

Pikant ist auch, dass selbst die Co-Fraktionschefin der Linkspartei eine mögliche Kandidatur des Komikers als „gut geeigneten Vorschlag“ bezeichnete. Dass ausgerechnet von dort Applaus kommt, sollte all jenen zu denken geben, die noch an die Überparteilichkeit dieses Amtes glauben.

Eine Frage der Repräsentation

Ein Bundespräsident soll das gesamte Volk repräsentieren – nicht nur jene, die im richtigen Milieu zu Hause sind. Es wäre wünschenswert, dass die Bundesversammlung diesmal eine Persönlichkeit wählt, die das Land eint, statt es weiter in Lager zu spalten, die einander zunehmend mit Verachtung begegnen. Diese Sorge teilt unsere Redaktion mit einem nicht geringen Teil der deutschen Bevölkerung, der das Vertrauen in die politischen Institutionen längst verloren hat.

Was bleibt

Während über Personalfragen und symbolische Petitionen gestritten wird, bleiben die wirklichen Probleme dieses Landes ungelöst: eine ausufernde Staatsverschuldung trotz gegenteiliger Wahlversprechen, eine schwächelnde Wirtschaft und ein Bürger, der zunehmend das Vertrauen in den Wert seines Geldes verliert. In Zeiten, in denen selbst das höchste Staatsamt zur Bühne wird, zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, sich auf Beständiges zu besinnen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als Anker der Vermögenssicherung bewährt – unabhängig davon, wer gerade im Schloss Bellevue residiert.

Sie eignen sich als sinnvolle Beimischung eines breit gestreuten und krisenfesten Vermögens – als das stille Gegenstück zu einer Politik, die sich allzu oft im Symbolischen verliert.

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