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Kettner Edelmetalle
25.02.2026
20:43 Uhr

Wenn Algorithmen Banker ersetzen: Anthropic greift nach der Finanzwelt

Was vor wenigen Jahren noch als Science-Fiction galt, wird zunehmend zur bedrohlichen Realität für ganze Berufszweige. Das KI-Unternehmen Anthropic – finanziert von den Tech-Giganten Google und Amazon und mittlerweile mit sagenhaften 380 Milliarden US-Dollar bewertet – hat zehn neue Plug-ins für seinen KI-Assistenten Claude vorgestellt, die tief in die Kernbereiche der Finanzindustrie, des Personalwesens und des Ingenieurwesens vordringen sollen.

Von der Geschäftsprüfung bis zur Portfolioanalyse – alles auf Knopfdruck

Die bei einer Livestream-Veranstaltung präsentierten Erweiterungen zielen auf nichts Geringeres als die Automatisierung von Investmentbanking, Vermögensverwaltung, Aktienresearch, Private Equity und Wealth Management ab. Prüfung von Geschäftsabschlüssen? Erledigt die Maschine. Portfolioanalyse? Ein Kinderspiel für den Algorithmus. Onboarding neuer Mitarbeiter? Auch das soll künftig die künstliche Intelligenz übernehmen. Entwickelt wurden die Plug-ins in Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Finanzdatenanbieter FactSet, der London Stock Exchange Group, Salesforces Kommunikationsplattform Slack und dem Vertragsmanagement-Dienst DocuSign.

Die Märkte reagierten prompt – und durchaus enthusiastisch. FactSet-Aktien legten um fünf Prozent zu, DocuSign um knapp sechs Prozent, Salesforce um vier Prozent. Selbst Spotify sprang kurzzeitig um drei Prozent nach oben, nur weil das Unternehmen während der Veranstaltung beiläufig erwähnt wurde. Kurz darauf fielen die Kurse allerdings wieder. Ein Strohfeuer, das die Nervosität der Märkte offenbart.

830 Milliarden Dollar vernichtet – und das war erst der Anfang

Die Ankündigung kommt zu einem denkbar heiklen Zeitpunkt. Erst im vergangenen Monat hatte Anthropic ein juristisches Plug-in veröffentlicht, das innerhalb von nur sechs Handelstagen einen weltweiten Ausverkauf bei Software- und Dienstleistungsaktien im Umfang von rund 830 Milliarden US-Dollar auslöste. 830 Milliarden – eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Die blanke Angst der Investoren, dass KI-gestützte Automatisierung ganze Geschäftsmodelle schlicht überflüssig machen könnte, hatte die Börsen in Panik versetzt.

Zusätzlich belastete eine aktualisierte Version des Opus-Modells, die auf komplexere Finanzrecherchen ausgelegt sei, die Kurse zahlreicher Finanzdienstleister. Scott White, Anthropics Produktchef für Unternehmenskunden, bezeichnete es gegenüber Reuters als „etwas übertrieben", einzelne Marktbewegungen mit einer Produktveröffentlichung zu verknüpfen. Man wolle bessere Ergebnisse für Kunden liefern, nicht sie ersetzen. Eine Beschwichtigung, die angesichts der Faktenlage fast schon zynisch anmutet.

Zehn Wochen Arbeit in zehn Minuten

Als konkretes Anwendungsbeispiel nannte Anthropic den Pharmakonzern Novo Nordisk. Dort sei ein maßgeschneidertes Werkzeug für klinische Studienberichte entwickelt worden – Dokumente von bis zu 300 Seiten, die von Aufsichtsbehörden für neue Medikamente verlangt würden. Ein solcher Bericht habe bislang rund zehn Wochen gedauert. Mit dem neuen System solle er in zehn Minuten fertig sein. Zehn Wochen gegen zehn Minuten. Wer glaubt, dass die betroffenen Mitarbeiter dabei ihren Arbeitsplatz behalten, der glaubt vermutlich auch noch an das Versprechen, dass Digitalisierung nur neue Jobs schaffe.

Die schleichende Revolution auf dem Arbeitsmarkt

Die Zahlen, die Anthropic selbst präsentiert, sprechen eine unmissverständliche Sprache. Nach Angaben von Peter McCrory, dem Chefökonomen des Unternehmens, werde Claude inzwischen bei der Hälfte aller US-Berufe für mindestens ein Viertel der Aufgaben eingesetzt – vor einem Jahr sei es noch ein Drittel gewesen. Eine Entwicklungsgeschwindigkeit, die einem den Atem raubt.

McCrory warnte zwar, dass die Verdrängung von Arbeitskräften langsamer verlaufen dürfte als erwartet, da Unternehmen zunächst ihre Datenstrukturen überarbeiten müssten. Vieles Wissen existiere nur in den Köpfen der Mitarbeitenden – „das ist kein technisches Problem, sondern ein organisatorisches", so der Chefökonom. Doch wer sich von dieser Einschätzung beruhigen lässt, verkennt die Dynamik technologischer Umbrüche. Organisatorische Hürden sind keine Mauern – sie sind Geschwindigkeitsbegrenzungen, die früher oder später fallen.

Was bedeutet das für Deutschland?

Während die USA und China im KI-Wettlauf um die Vorherrschaft ringen, droht Deutschland einmal mehr den Anschluss zu verlieren. Statt in Schlüsseltechnologien zu investieren und den Wirtschaftsstandort zu stärken, beschäftigt sich die Politik hierzulande lieber mit ideologischen Nebenschauplätzen und bürokratischen Regulierungsorgien. Das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung fließt in Infrastruktur – was grundsätzlich richtig ist –, doch von einer echten KI-Strategie, die deutsche Unternehmen wettbewerbsfähig hält, ist wenig zu hören.

Die Entwicklungen bei Anthropic sollten als Weckruf verstanden werden. Wenn amerikanische KI-Systeme künftig das Investmentbanking, die Vermögensverwaltung und das Personalwesen automatisieren, dann werden die Arbeitsplätze nicht nur in New York und London verschwinden – sondern auch in Frankfurt. Die Frage ist nicht mehr, ob diese Disruption kommt, sondern nur noch, wie schnell.

In Zeiten derartiger Umwälzungen, in denen ganze Branchen über Nacht obsolet werden können und Aktienkurse durch eine einzige Produktankündigung um Hunderte Milliarden einbrechen, zeigt sich einmal mehr der Wert beständiger Anlagen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber kennen keine Algorithmen, die sie überflüssig machen könnten. Sie haben Jahrtausende überdauert – und werden auch die KI-Revolution überstehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen ausschließlich der Meinung unserer Redaktion. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keinerlei Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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