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Wasser, Konserven, Bargeld: Warum Regierungen jetzt zum Vorrat drängen

Wasser, Konserven, Bargeld: Warum Regierungen jetzt zum Vorrat drängen
Symbolbild: KI-generiert

Immer mehr Regierungen fordern ihre Bürger offiziell auf, Lebensmittel, Wasser und wichtige Alltagsgüter für den Notfall einzulagern. Das US-Magazin „Newsweek“ kommt auf 33 Staaten in sechs Weltregionen, 17 davon in Europa. Die Vergleichsplattform „Phaenyx“ hat die offiziellen Empfehlungen sogar für 62 Länder ausgewertet.

Die Botschaft ist überall dieselbe: Verlassen Sie sich im Ernstfall nicht allein auf den Staat. Auffällig ist nur, wie unterschiedlich lange die Bürger durchhalten sollen.

Von 72 Stunden bis zu einem ganzen Monat

In Großbritannien, Frankreich, Kanada, den Niederlanden und den USA gelten 72 Stunden als Richtwert. Schweden und Norwegen raten zu einer Woche. Singapur empfiehlt Vorräte für zwei Wochen, und Slowenien legt mit 30 Tagen die Messlatte am höchsten.

Deutschland liegt im oberen Mittelfeld. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) meint zwar, schon ein Vorrat für drei Tage helfe „sehr“. An seiner eigentlichen Empfehlung hält es aber fest:

„Sie sollten sich für möglichst zehn Tage selbst versorgen können.“

Die EU bleibt dahinter zurück. Ihre „Preparedness Union Strategy“ vom März 2025 nennt lediglich eine Eigenversorgung von mindestens 72 Stunden. Brüssel hat also auch für den Kühlschrank der Bürger eine Mindestnorm aufgestellt, aber eine bescheidenere als Berlin.

Schweden spricht offen vom Krieg

Besonders deutlich wird Schweden. Die 2024 überarbeitete Broschüre zur Krisenvorsorge nennt einen militärischen Angriff ausdrücklich als mögliches Szenario. Großbritannien hat am 22. Oktober die Kampagne „Be Ready“ gestartet, Frankreich erinnerte zuletzt an die 72-Stunden-Regel. Japan hat zur Gründung einer neuen Katastrophenschutzbehörde am 2. November einen landesweiten Aufruf angekündigt: mindestens drei Tage vorsorgen, besser eine Woche.

In den USA stellte Kriegsminister Pete Hegseth am 30. September die Initiative „FORTRESS“ vor. Militärstützpunkte sollen damit im Konfliktfall mindestens 90 Tage ohne externe Versorgung auskommen können. Was das Militär für sich plant, erwartet der Staat in kleinerem Maßstab auch von jedem Haushalt.

Panikmache oder überfälliger Realismus?

In sozialen Netzwerken sorgt die Häufung der Kampagnen für Unruhe, viele fürchten eine militärische Eskalation. Laut den Berichten gibt es aber keine Hinweise auf eine international abgestimmte Aktion. Die meisten Pläne seien über Jahre vorbereitet worden.

Die Gründe liegen ohnehin auf der Hand: mehr Extremwetter, Cyberangriffe auf Lieferketten, geopolitische Spannungen. Hinzu kam im April 2025 der großflächige Stromausfall in Spanien. Er zeigte, wie schnell eine moderne Gesellschaft zum Stillstand kommt, wenn kein Strom mehr fließt.

Was in den Vorratsschrank gehört

Bei der Grundausstattung sind sich die Behörden weitgehend einig:

  • Trinkwasser (Deutschland: zwei Liter pro Person und Tag; Großbritannien und Japan: drei Liter)
  • haltbare Lebensmittel, die man ohne Kühlung oder Kochen essen kann, etwa Thunfisch und Gemüsekonserven
  • Medikamente und persönliche medizinische Hilfsmittel
  • Taschenlampe, Batterien und ein Radio mit Batterie oder Kurbel
  • Bargeld, Kopien wichtiger Dokumente und Hygieneartikel

Bargeld als stiller Hauptdarsteller

Bemerkenswert ist der Hinweis auf Bargeld. Während in Brüssel und Berlin seit Jahren über digitale Bezahlwege und Bargeldgrenzen diskutiert wird, empfehlen dieselben Behörden für den Ernstfall das, was ohne Strom und Netz funktioniert: Scheine und Münzen.

Aus Sicht unserer Redaktion steckt dahinter ein Prinzip, das lange als altmodisch galt: Eigenverantwortung. Die 72-Stunden-Regel gibt es, weil Rettungskräfte nach großen Katastrophen nicht sofort überall sein können. Die Regierungen wollen außerdem Hamsterkäufen und Plünderungen vorbeugen. Wer nach und nach einen Grundstock anlegt und ihn regelmäßig erneuert, ist im Ernstfall nicht auf andere angewiesen.

Dieser Gedanke lässt sich auf das Vermögen übertragen. Für viele Bürger gehören deshalb neben Konserven und Bargeld auch physische Edelmetalle wie Gold und Silber zur langfristigen Vorsorge, als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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