
Washington verschärft „Buy America"-Regeln: E-Auto-Ladestationen sollen zu 100 Prozent amerikanisch werden
Was die Biden-Administration noch großzügig aufweichte, will die Trump-Regierung nun mit aller Härte durchsetzen: Das US-Verkehrsministerium hat vorgeschlagen, den Anteil amerikanischer Komponenten in staatlich finanzierten Ladestationen für Elektrofahrzeuge von bisher 55 Prozent auf bis zu 100 Prozent anzuheben. Sämtliche Ladestationen müssten demnach künftig vollständig in den Vereinigten Staaten produziert werden. Ein Schritt, der die ohnehin schleppende Umsetzung des milliardenschweren Programms vor erhebliche neue Hürden stellen dürfte.
Trumps „America First" trifft auf Bidens Erbe
Die Vorgeschichte ist bezeichnend. Unter Präsident Biden hatte das Verkehrsministerium 2023 diverse „Buy America"-Anforderungen für das fünf Milliarden Dollar schwere Förderprogramm für E-Auto-Ladestationen gelockert. Damals wurden Ausnahmen für Stahl, Eisen und Baumaterialien gewährt – ein Zugeständnis, das republikanische Kritiker scharf attackierten. Der Vorwurf: Amerikanische Steuerzahler würden damit letztlich chinesische Produkte subventionieren. Eine Einschätzung, die angesichts der geopolitischen Realitäten kaum von der Hand zu weisen ist.
Verkehrsminister Sean Duffy begründete die geplante Verschärfung mit dem Schutz vor Cybersicherheitsrisiken durch ausländische Komponenten, der Stärkung der heimischen Fertigung und der Schaffung neuer Arbeitsplätze. „Wenn der Kongress will, dass diese Ladestationen gebaut werden, dann stellen wir Amerika an erste Stelle", erklärte Duffy selbstbewusst.
Gerichtliche Niederlage bremst Trump-Administration nicht
Pikant dabei: Erst im vergangenen Monat hatte eine Bundesrichterin der Trump-Regierung eine empfindliche Schlappe zugefügt. Richterin Tana Lin urteilte, dass die Aussetzung bereits bewilligter Fördermittel für den Ausbau der Ladeinfrastruktur rechtswidrig gewesen sei. Zwanzig demokratisch regierte Bundesstaaten hatten gegen die Maßnahme geklagt – und Recht bekommen. Kurz nach seinem Amtsantritt hatte Duffy das gesamte nationale Förderprogramm für E-Auto-Ladeinfrastruktur auf Eis gelegt, das als Teil des von Biden 2021 unterzeichneten Infrastrukturgesetzes verabschiedet worden war.
Die Strategie der Trump-Administration ist dabei so durchsichtig wie konsequent: Einerseits werden Anreize für Elektrofahrzeuge systematisch zurückgefahren und der Verkauf von Verbrennern gefördert. Andererseits werden die verbleibenden E-Auto-Programme mit derart strengen Auflagen versehen, dass ihre Umsetzung praktisch zum Kraftakt wird. Bereits im Januar hatte der Kongress 879 Millionen Dollar aus dem ursprünglichen Ladeinfrastruktur-Budget für andere Infrastrukturprojekte umgewidmet.
Ein Lehrstück in protektionistischer Industriepolitik
Unabhängig davon, wie man zur Elektromobilität steht – und es gibt durchaus berechtigte Skepsis gegenüber dem ideologisch aufgeladenen Elektro-Hype –, verdient der protektionistische Ansatz der US-Regierung Beachtung. Während Deutschland unter der neuen Großen Koalition weiterhin Milliarden in fragwürdige Subventionsprogramme pumpt und dabei kaum Bedingungen an die heimische Wertschöpfung knüpft, zeigt Washington, wie man nationale Interessen konsequent durchsetzt. Die Forderung, dass mit Steuergeldern finanzierte Infrastruktur auch im eigenen Land hergestellt werden muss, ist im Grunde eine Selbstverständlichkeit – eine, die man sich auch hierzulande häufiger wünschen würde.
Duffy betonte, dass unter seiner Führung bereits nahezu doppelt so viele Ladeanschlüsse fertiggestellt worden seien wie unter der Biden-Administration. Ob diese Behauptung einer näheren Überprüfung standhält, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Die Vereinigten Staaten verfolgen unter Trump eine kompromisslose „America First"-Strategie, die auch vor dem Bereich der Elektromobilität nicht Halt macht.
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Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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