
Washington im Öldilemma: USA geben iranisches Öl frei – trotz Krieg gegen Teheran
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Die Vereinigten Staaten befinden sich seit dem 28. Februar im Krieg gegen den Iran – und erlauben nun gleichzeitig den Verkauf iranischen Öls auf dem Weltmarkt. Was auf den ersten Blick wie ein schlechter Witz klingt, ist bittere Realität und offenbart die ganze Hilflosigkeit der amerikanischen Energiepolitik unter Präsident Trump.
140 Millionen Barrel als Notpflaster
Das US-Finanzministerium verkündete am Freitag eine befristete Ausnahmeregelung, die den Verkauf und die Lieferung von iranischem Rohöl erlaubt, das bereits vor dem 20. März auf Tanker verladen wurde. Die Genehmigung gelte bis zum 19. April. Finanzminister Scott Bessent bezifferte die Menge auf rund 140 Millionen Barrel, die so zusätzlich auf den Weltmarkt gelangen könnten. Das erklärte Ziel: den dramatischen Anstieg der Energiepreise bremsen, der seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung die globalen Märkte erschüttert.
Denn die Realität ist brutal. Seit die Straße von Hormus – jene strategisch bedeutsame Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels fließt – faktisch blockiert ist, kennen die Ölpreise nur eine Richtung: steil nach oben. Für den deutschen Verbraucher, der ohnehin unter einer erdrückenden Steuerlast und galoppierenden Lebenshaltungskosten ächzt, sind das keine guten Nachrichten.
Teheran kontert mit Spott
Der Iran selbst weist die amerikanische Darstellung zurück. Größere Mengen Öl lägen keineswegs auf Schiffen bereit, erklärte die Regierung in Teheran. Die Aussagen aus Washington sollten „lediglich den Käufern Hoffnung machen". Ob diese Einschätzung der Wahrheit entspricht oder bloße Propaganda darstellt, lässt sich von außen kaum beurteilen. Fest steht jedoch: Die USA haben seit der Islamischen Revolution von 1979 praktisch kein iranisches Öl mehr importiert. Es wäre also ein historisches Novum, sollte tatsächlich iranisches Rohöl in nennenswertem Umfang amerikanische Raffinerien erreichen.
Asien als eigentlicher Profiteur
Realistisch betrachtet dürfte die Maßnahme vor allem asiatischen Abnehmern zugutekommen. China und Indien gehören seit Jahren zu den wichtigsten Käufern iranischen Rohöls – trotz aller Sanktionen. US-Energieminister Chris Wright erklärte, zusätzliche Lieferungen könnten innerhalb weniger Tage Asien erreichen und in den folgenden Wochen verarbeitet werden. Man lockert also Sanktionen gegen ein Land, mit dem man Krieg führt, damit ausgerechnet der geopolitische Rivale China günstiger an Energie kommt. Die Ironie könnte kaum größer sein.
Wenn Sanktionen zur Farce werden
Die Lockerung steht nicht allein. In den vergangenen Tagen hatten die USA bereits Sanktionen gegen russisches Öl teilweise ausgesetzt – ebenfalls befristet. Ein Muster wird erkennbar: Washington greift zu immer verzweifelteren Mitteln, um die Energiepreise unter Kontrolle zu halten. Energieanalyst Brett Erickson brachte es auf den Punkt, als er erklärte, die Lockerung zeige, dass Washington bei der Bekämpfung hoher Energiepreise an seine Grenzen stoße. Wenn Sanktionen gegen ein Land gelockert würden, mit dem man sich im Krieg befinde, gingen die Optionen zur Neige.
Ausgenommen von der Regelung bleiben übrigens Kuba, Nordkorea und die von Russland annektierte Krim. Wenigstens hier bleibt man standhaft – was angesichts der sonstigen Aufweichungen fast schon komisch anmutet.
Was bedeutet das für Deutschland und Europa?
Für Deutschland und Europa sind die Entwicklungen im Persischen Golf von enormer Tragweite. Die ohnehin fragile Energieversorgung des Kontinents – man erinnere sich an das ideologisch motivierte Abschalten der letzten deutschen Kernkraftwerke und die desaströse Abhängigkeit von russischem Gas – wird durch die Eskalation im Nahen Osten weiter unter Druck gesetzt. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz steht vor der Herausforderung, eine Energiepolitik zu formulieren, die nicht auf dem Prinzip Hoffnung basiert, sondern auf harten Fakten und strategischer Voraussicht.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen gegen geopolitische Verwerfungen und Inflationsrisiken abzusichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher in Krisenzeiten bewährt – und die aktuelle Weltlage liefert täglich neue Argumente dafür, sie als festen Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios zu betrachten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Informationen entstehen, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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