
Washington dreht Bagdad den Geldhahn zu: USA stoppen Dollar-Lieferungen wegen Iran-Milizen

Die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump gehen offenbar zu härteren Bandagen über: Wie Reuters und das Wall Street Journal übereinstimmend unter Berufung auf amerikanische und irakische Quellen berichten, hätten die USA eine reguläre Bargeldlieferung an die irakische Zentralbank ausgesetzt und zudem Teile der gemeinsamen Sicherheitskooperation eingefroren. Der Grund: Die anhaltenden Angriffe pro-iranischer Milizen auf amerikanische Einrichtungen im Zweistromland und darüber hinaus.
Eine halbe Milliarde Dollar – im Wortsinn eingeflogen
Betroffen seien Banknotenlieferungen im Wert von 450 bis 500 Millionen US-Dollar, die üblicherweise per Luftfracht nach Bagdad gebracht werden. Elektronische Dollartransaktionen für Handel und Importe blieben laut einem Wirtschaftsberater des irakischen Premierministers Mohammed Shia al-Sudani unberührt. Das Geld stamme aus irakischen Öleinnahmen, die auf Konten der Federal Reserve Bank of New York lagerten und von dort an die irakische Zentralbank überwiesen würden – ein Konstrukt, das bis zur amerikanisch geführten Invasion 2003 zurückreiche. Das physische Bargeld diene vor allem Reisen, medizinischen Behandlungen und Auslandsstudien irakischer Bürger.
Druckmittel statt leerer Worte
Washington lasse nach wochenlangen Angriffen iranisch gestützter Gruppierungen offenbar keine Zweifel mehr an seiner neuen Härte. Laut Wall Street Journal habe das Weiße Haus Bagdad mitgeteilt, auch die Finanzierung von Programmen zur Terrorismusbekämpfung sowie zur Ausbildung irakischer Streitkräfte werde solange pausiert, bis die Angriffe endeten und konkrete Schritte zur Auflösung der Milizen eingeleitet würden. Ein Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, stellte laut den Berichten klar, dass die Versäumnisse der irakischen Regierung die Beziehungen zu den USA ernsthaft beeinträchtigten. Man erwarte von Bagdad, unverzüglich sämtliche Maßnahmen zu ergreifen, um die mit Teheran verbundenen Milizgruppen aufzulösen.
Bagdad mauert – doch die Lücke klafft
Die irakische Zentralbank teilte dem Wall Street Journal zufolge am Dienstag mit, es bestehe derzeit kein Mangel an physischen US-Dollar. Man habe sämtliche Anfragen von Banken und Wechselstuben bedient, hieß es in einer Erklärung, die jedoch auffällig wortkarg blieb, was den eigentlichen Lieferstopp betraf. Ein Zentralbankvertreter bestätigte gegenüber Reuters, eine offizielle Mitteilung über einen Stopp liege nicht vor – die für April erwartete Lieferung sei allerdings schlicht nicht eingetroffen. Der Status der für Mai geplanten Sendung sei unklar.
Nachbarn machen Druck – und die USA schlagen zurück
Bemerkenswert: Auch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait hätten im April formell gegen Angriffe protestiert, die vom irakischen Territorium aus gestartet worden seien, so eine Quelle im irakischen Außenministerium gegenüber Reuters. Die USA ihrerseits führten den Berichten zufolge eigene Angriffe auf bewaffnete Gruppen im Irak durch. Nach Angaben eines hochrangigen irakischen Militärs seien routinemäßige gemeinsame Treffen mit dem US-Militär zunächst ausgesetzt worden. Ein Sudani-naher Politiker äußerte gegenüber Reuters, die Amerikaner hätten die sicherheitspolitische Kooperation vorerst gestoppt – bis hin zur Teilung von Geheimdienstinformationen.
Der lange Schatten einer Dollar-Hegemonie
Was dieser Vorgang überaus eindrucksvoll vor Augen führt, ist die brutale Realität einer auf dem US-Dollar basierenden Weltfinanzordnung. Ein Land, das über erhebliche Öleinnahmen verfügt, steht innerhalb weniger Tage vor dem Problem, dass seine eigenen Petrodollars faktisch in New York eingefroren werden können, sobald das politische Wohlverhalten aus Sicht Washingtons nicht mehr stimmt. Wer hier tatsächlich am längeren Hebel sitzt, dürfte keiner weiteren Erklärung bedürfen. Der Irak zahlt den Preis einer Abhängigkeit, die seit 2003 zementiert wurde – und auch andere Staaten in der Region dürften genauestens beobachten, wie schnell die Dollar-Infusion abgestellt werden kann.
Eine Lehre, die weit über Bagdad hinausreicht
Die Episode ist weit mehr als eine Randnotiz aus dem Nahen Osten. Sie zeigt einmal mehr, wie verwundbar Staaten werden, wenn ihre Finanzreserven und ihre Zahlungsfähigkeit vom politischen Wohlwollen einer fremden Macht abhängen. Länder wie Russland, China und zunehmend auch die BRICS-Staaten ziehen aus solchen Lehren längst ihre Konsequenzen und stocken massiv ihre Goldreserven auf. Denn Gold, anders als elektronische Dollar-Guthaben in fremden Banken, lässt sich weder per Federstrich einfrieren noch auf einer Ladeliste streichen. Es ist frei von Gegenparteirisiko – ein Wert, der in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen seinesgleichen sucht. Wer die Bilder aus Bagdad betrachtet, versteht besser denn je, warum Zentralbanken weltweit seit Jahren Rekordmengen an physischem Gold kaufen. Die Lektion ist ebenso simpel wie zeitlos: Nur was man selbst besitzt, besitzt man wirklich.
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