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Warsh-Schock in Jackson Hole: Gold und Silber stürzen ab!

Warsh-Schock in Jackson Hole: Gold und Silber stürzen ab!
Symbolbild: KI-generiert

Ein einziger Auftritt, und der Edelmetallmarkt bebt: Nach der Grundsatzrede von US-Notenbankchef Kevin Warsh beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole ist der Goldpreis am Freitag um mehr als drei Prozent eingebrochen. Silber erwischte es noch heftiger. Damit endet ein starker August mit einem schmerzhaften Schlusspunkt.

Medienberichten zufolge rutschte die Unze Gold um 3,18 Prozent auf 4.454 Dollar. Silber verlor 4,2 Prozent und notierte bei 66,30 Dollar je Unze. Erst am Dienstag hatte Gold laut Reuters noch ein Dreimonatshoch von gut 4.696 Dollar markiert.

Was Warsh gesagt hat und warum es so wehtut

Warsh, der in Jackson Hole nach eigenen Worten seinen 100. Tag als Fed-Chef feierte, zeigte sich bei der Inflation unbeeindruckt von den jüngsten Daten. Die Sommerwerte bei den Konsumausgaben (PCE) und den Verbraucherpreisen seien zwar besser ausgefallen als erwartet, sagte er sinngemäß. Daraus lasse sich aber nicht ablesen, dass sich die zugrunde liegenden Trends spürbar verbessert hätten.

Die Fed habe noch „Arbeit zu tun“, falls sie nicht überzeugt sei, dass die Inflation zur Zielmarke von zwei Prozent zurückkehre, wird Warsh zitiert. Übersetzt aus dem Notenbanker-Sprech heißt das: Zinserhöhungen liegen wieder auf dem Tisch. Näher als in dieser Rede war Warsh diesem Eingeständnis Beobachtern zufolge bislang nie gekommen.

Die Märkte reagierten prompt. Laut dem CME-FedWatch-Tool stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im September von 36 auf 58 Prozent. Für Dezember preisen Händler eine Erhöhung inzwischen mit 89 Prozent ein. Gleichzeitig kletterte der Dollar auf ein Hoch von mehr als einer Woche.

Der Mechanismus hinter dem Absturz

Warum trifft das ausgerechnet Gold? Das Metall wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. Steigen die Renditen von Staatsanleihen, besonders die inflationsbereinigten Realzinsen, wird das Halten von Gold für kurzfristig orientierte Spekulanten relativ teurer. Dazu kommt der stärkere Dollar: Er verteuert das in Dollar gehandelte Metall für Käufer aus Europa und Asien.

Silber ist hier traditionell der nervösere Bruder. Der kleinere Markt und die hohe industrielle Nachfrage sorgen dafür, dass Ausschläge in beide Richtungen kräftiger ausfallen. Auch diesmal war das so.

Ein Falke im Weißen-Haus-Dilemma

Pikant ist die politische Dimension. Warsh, schon während seiner Zeit als Fed-Gouverneur von 2006 bis 2011 als Inflationsfalke bekannt, steht seit Mai an der Spitze der Notenbank. Präsident Donald Trump wünscht sich bekanntlich niedrige Zinsen. Wie lange Washington einen Kurs der straffen Hand hinnimmt, ist eine offene Frage. Die Unabhängigkeit der Fed dürfte in den kommenden Monaten noch auf die Probe gestellt werden.

Was Edelmetall-Anleger jetzt wissen sollten

So spektakulär der Einbruch wirkt, er sollte richtig eingeordnet werden. Gold steht trotz des Rücksetzers auf einem Niveau, von dem Anleger vor wenigen Jahren nur träumen konnten. Im Jahr 2020 galt die erstmals übersprungene Marke von 2.000 Dollar noch als Sensation.

Die eigentlichen Treiber des langfristigen Aufwärtstrends sind durch eine einzige Rede nicht verschwunden:

  • ausufernde Staatsschulden in den USA und Europa, auch Berlin setzt mit seinem 500-Milliarden-Sondervermögen auf frisches Geld auf Pump
  • geopolitische Krisen von der Ukraine bis in den Nahen Osten
  • Handelskonflikte und Zollschranken, die die Weltwirtschaft verunsichern
  • eine Inflation, die selbst der Fed-Chef nicht für besiegt hält

Gerade der letzte Punkt entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Warsh begründet seine harte Linie mit hartnäckigem Preisdruck, also genau mit dem Phänomen, gegen das sich Sparer seit jeher mit Sachwerten absichern. Wer physisches Gold und Silber als Baustein zur Vermögenssicherung versteht und nicht als Zockerobjekt für den schnellen Gewinn, für den sind Rücksetzer wie dieser kein Grund zur Panik. Im besten Fall sind sie eine Gelegenheit, eine breit gestreute Beimischung in Ruhe aufzustocken.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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