
Wall Street auf Rekordjagd: Dow Jones erklimmt neue Höhen – doch wie lange hält die Euphorie?
Während die amerikanischen Börsen scheinbar unaufhaltsam von Rekord zu Rekord eilen, reibt sich manch ein Anleger verwundert die Augen. Der Dow Jones Industrial Average hat erneut ein Allzeithoch markiert – und die Futures deuten darauf hin, dass die Bullen noch nicht müde sind. Doch hinter der glänzenden Fassade der Wall Street brodelt es gewaltig.
Technologie-Aktien als fragiler Treibstoff
Am Montag waren es einmal mehr die Tech-Giganten, die den Gesamtmarkt nach oben zerrten. Der Nasdaq Composite legte um 0,9 Prozent zu, der S&P 500 gewann rund 0,5 Prozent. Bemerkenswert: Noch in der Vorwoche hatten massive Verkäufe bei Software- und Megacap-Technologiewerten für Nervosität gesorgt. Dass der Markt diesen Ausverkauf technisch nahezu unbeschadet überstand, werten viele Händler als bullisches Signal. Der S&P 500 habe sich wieder über seine 50-Tage- und 100-Tage-Durchschnitte zurückgekämpft – ein Zeichen relativer Stärke, so die gängige Lesart.
Doch Vorsicht ist geboten. Sonali Basak, Chefinvestmentstrategin bei iCapital, warnte, es werde kein „sauberer Trade" werden. Der Markt bleibe volatil, man müsse selektiv vorgehen – es werde zwar Gewinner geben, aber eben auch Verlierer. Eine Einschätzung, die angesichts der jüngsten Nachbörsen-Bewegungen mehr als berechtigt erscheint.
Nachbörsliche Schockwellen: Upwork stürzt ab
Besonders drastisch traf es den Online-Marktplatz für Freelancer Upwork, dessen Aktie nachbörslich um satte 22 Prozent einbrach. Der Grund: Die Zahl der aktiven Kunden schrumpfte zum Jahresende 2025 auf 785.000 – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 832.000 des Vorjahres. Hinzu kam eine enttäuschende Umsatzprognose für das laufende Quartal, die mit 192 bis 197 Millionen Dollar spürbar unter den Analystenerwartungen von 201 Millionen Dollar lag. Ein Warnsignal, das zeigt, wie schnell die Euphorie an den Märkten in blanke Panik umschlagen kann.
Auch der Halbleiterzulieferer ON Semiconductor musste Federn lassen und verlor nachbörslich knapp 6 Prozent, obwohl die bereinigten Gewinne je Aktie die Erwartungen sogar übertrafen. Der Umsatz von 1,53 Milliarden Dollar verfehlte den Konsens um hauchdünne 10 Millionen – an der Wall Street reicht das offenbar für eine empfindliche Abstrafung.
Konjunkturdaten im Fokus: Einzelhandel und Arbeitsmarkt
Am Dienstag richteten sich die Blicke der Investoren auf die Einzelhandelsumsätze für Dezember. Erwartet wurde ein Anstieg von 0,4 Prozent – nach einem Plus von 0,6 Prozent im Vormonat. Ohne den Automobilsektor rechneten Analysten mit einem Zuwachs von lediglich 0,3 Prozent. Zahlen, die auf eine gewisse Abkühlung des Konsums hindeuten könnten.
Noch spannender dürfte es im weiteren Wochenverlauf werden: Am Mittwoch steht der große Arbeitsmarktbericht an, am Freitag folgt der Verbraucherpreisindex – zwei Datenpunkte, die das Potenzial haben, die Märkte gehörig durchzuschütteln. Denn die Frage, ob die US-Notenbank Fed ihren Zinspfad anpassen wird, hängt maßgeblich von diesen Indikatoren ab.
Rekorde auf tönernen Füßen?
Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass die aktuelle Rekordjagd an der Wall Street auf einem zunehmend fragilen Fundament steht. Die geopolitischen Spannungen – vom Ukraine-Krieg über die Eskalation im Nahen Osten bis hin zu Trumps aggressiver Zollpolitik mit 20 Prozent auf EU-Importe – schaffen ein Umfeld maximaler Unsicherheit. Wer in solchen Zeiten ausschließlich auf Aktien setzt, spielt ein riskantes Spiel.
Gerade in Phasen, in denen die Märkte von Euphorie getrieben werden und fundamentale Risiken ausgeblendet scheinen, erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber als unverzichtbarer Stabilitätsanker im Portfolio. Sie kennen keinen Bilanzskandal, keine enttäuschende Quartalsprognose und keine nachbörsliche Panik. Seit Jahrtausenden bewährt, bieten sie genau jenen Schutz, den Papierwerte in Krisenzeiten so schmerzlich vermissen lassen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.

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