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25.08.2026
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Wahlprogramm-Eklat: Linke stellt fromme Christen neben Dschihadisten

Wahlprogramm-Eklat: Linke stellt fromme Christen neben Dschihadisten
Symbolbild: KI-generiert

Zwölf Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt ein Satz aus dem Wahlprogramm der Linkspartei für Empörung. Darin werden christlich-evangelikale Gläubige und islamistische Dschihadisten in einem Atemzug genannt – beide Formen des „Fundamentalismus“ sollen laut Programm „entschieden bekämpft“ werden. Gewählt wird am 6. September.

Ein Satz, zwei Welten – und ein Gleichheitszeichen

In der Präambel des Programms, das die Linke Mitte März auf einem Landesparteitag beschlossen hat, heißt es wörtlich:

„Die Linke setzt sich dafür ein, dass religiöser Fundamentalismus, sei er christlich-evangelikaler oder jihadistischer Prägung, durch Intervention, Aufklärungsarbeit, Prävention und zivilgesellschaftliche Initiativen entschieden bekämpft wird.“

Man muss diesen Satz zweimal lesen. Auf der einen Seite stehen Menschen, die sonntags singen, beten und ein traditionelles Familienbild vertreten. Auf der anderen Seite Terroristen, die im Namen ihrer Ideologie morden. Die Linke packt beide in dieselbe Schublade.

Wer sind die „Evangelikalen“ überhaupt?

Der Begriff bezeichnet keine eigene Konfession, sondern konservative Protestanten aus ganz unterschiedlichen Traditionen – Pietisten, Methodisten, Puritaner, in Deutschland, England, den USA und anderswo. Ihr Markenzeichen: die persönliche Beziehung zu Jesus Christus als Erlöser.

Sie verstehen die Bibel als unfehlbares Wort Gottes und als Maßstab für den Alltag. Daraus folgen Positionen, die im Berliner Politbetrieb aus der Mode gekommen sind: Ehe als lebenslanger Bund von Mann und Frau, Ablehnung von Abtreibung, Skepsis gegenüber der Lehre von den vielen Geschlechtern.

Gewalt? Anschläge? Davon steht in dem Programmsatz nichts – bekämpft werden soll offenbar die Gesinnung.

Religionsfreiheit – aber bitte nur mit der richtigen Haltung

Pikant: Im selben Abschnitt, überschrieben mit „Für eine freie Religionsausübung in Sachsen-Anhalt“, lobt die Partei Kirchen sowie jüdische und muslimische Gemeinden als „unverzichtbaren Bestandteil der Zivilgesellschaft“. Und beklagt, die Kirchen würden „massiv von Rechten und nationalistischen Kräften angegriffen“, wenn sie sich für Solidarität und Weltoffenheit einsetzten.

Aus Sicht unserer Redaktion drängt sich der Eindruck auf: Religionsfreiheit ja – aber nur, solange die Predigt zum Parteiprogramm passt. Passend dazu tritt der evangelische Pfarrer Andreas Tschurn als parteiloser Direktkandidat für die Linke im Wahlkreis Querfurt an. Gegenüber dem Domradio sagte er, er habe das Gefühl, Sachsen-Anhalt sei „vor allem durch die Rechten“ in Gefahr.

Kein Einzelfall: Auch Berlin schaut auf die Frommen

Neu ist dieser Reflex nicht. Bereits 2016 warf die damalige Linken-Chefin Katja Kipping der AfD vor, „die Partei der sozialen Arroganz und des christlichen Fundamentalismus“ zu sein, in der ein Familienbild „aus dem 19. Jahrhundert“ gepredigt werde.

Und Ende Mai reichte die Grünen-Bundestagsfraktion eine Kleine Anfrage zu möglichen Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und Rechtsextremismus ein. Gefragt wurde unter anderem nach dem „Gefährdungspotenzial“ und nach sicherheitspolitischen sowie legislativen Konsequenzen. Der Frankfurter Pastor Tobias Riemenschneider, der dort namentlich auftaucht, sprach in einem Interview von „öffentlicher Bloßstellung und Diffamierung“.

Warum das mehr ist als ein Wahlkampf-Aufreger

Millionen Bürger in diesem Land halten an traditionellen Werten fest – an Familie, Leistung, Eigenverantwortung, am Glauben. Wenn ihre Überzeugungen im Programm einer Regierungsanwärterin neben Terror-Ideologien landen, ist das für viele von ihnen ein Alarmsignal.

Die Wähler in Sachsen-Anhalt haben am 6. September das letzte Wort. Es dürfte ein interessanter Abend werden.

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