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Kettner Edelmetalle
20.02.2026
19:23 Uhr

Von „Buy America" zu „Bye America": US-Investoren flüchten in Rekordzahlen aus Wall Street

Was sich noch vor wenigen Jahren wie eine Blasphemie angehört hätte, wird nun zur handfesten Realität: Amerikanische Anleger kehren ihrem eigenen Aktienmarkt den Rücken – und zwar in einem Tempo, das es seit mindestens 16 Jahren nicht mehr gegeben hat. Die einstige Goldgrube Wall Street verliert ihren Glanz, während Märkte in Europa, Japan und den Schwellenländern plötzlich wie Leuchttürme in der Finsternis erscheinen.

75 Milliarden Dollar auf der Flucht

Die Zahlen sind ernüchternd – zumindest für jene, die noch immer an die unerschütterliche Dominanz des amerikanischen Aktienmarktes glauben. In den vergangenen sechs Monaten hätten US-Anleger rund 75 Milliarden Dollar aus amerikanischen Aktienprodukten abgezogen, davon allein 52 Milliarden seit Jahresbeginn 2026. Das sei der stärkste Abfluss in den ersten acht Wochen eines Jahres seit mindestens 2010, wie Daten von LSEG/Lipper zeigen würden.

Besonders bemerkenswert: Diese Kapitalflucht findet statt, obwohl der Dollar gegenüber anderen Währungen deutlich an Wert verloren hat – was Investitionen im Ausland für Amerikaner eigentlich teurer macht. Dass sie dennoch in Scharen abwandern, spricht Bände über das schwindende Vertrauen in den heimischen Markt.

Das Ende der Tech-Euphorie

Seit dem Ende der globalen Finanzkrise 2009 war der „Buy America"-Trade ein Selbstläufer. Eine starke Wirtschaft, beeindruckendes Gewinnwachstum und die absolute Dominanz im Technologiesektor bescherten US-Aktien überproportionale Gewinne. Der KI-Boom trieb den S&P 500 im vergangenen Jahr noch auf Rekordhöhen – ein scheinbar unzerstörbarer Schutzwall gegen die unberechenbare Handelspolitik von Präsident Donald Trump.

Doch nun bröckelt dieser Wall. Die wachsenden Bedenken hinsichtlich der tatsächlichen Risiken und vor allem der enormen Kosten der künstlichen Intelligenz haben den Zauber gebrochen. Die astronomischen Bewertungen von Tech-Giganten wie Nvidia, Meta und Microsoft lassen immer mehr Investoren zusammenzucken. Wer bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 22 für den S&P 500 noch zugreift, der braucht entweder Nerven aus Stahl – oder einen Mangel an Alternativen. Und genau diese Alternativen entdecken die Anleger nun anderswo.

Europa und Japan als neue Sehnsuchtsorte

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während der S&P 500 in den letzten zwölf Monaten rund 14 Prozent zulegte, stieg Tokios Nikkei in Dollar gerechnet um satte 43 Prozent. Europas STOXX 600 legte um 26 Prozent zu, Shanghais CSI 300 brachte 23 Prozent Rendite, und Seouls KOSPI hat sich schlicht verdoppelt. Wer angesichts solcher Zahlen noch stur am „America First"-Investmentansatz festhält, dem ist kaum noch zu helfen.

„Sie reden alle davon, mehr im Ausland zu investieren, weil sie sich Ende des Jahres die Performance ausländischer Märkte in Dollar angeschaut haben und dachten: Wow, das entgeht mir alles", berichtete Gerry Fowler, Leiter der europäischen Aktienstrategie bei UBS.

Rund 26 Milliarden Dollar seien seit Jahresbeginn in Schwellenländer-Aktien geflossen, wobei Südkorea mit 2,8 Milliarden Dollar das beliebteste Einzelziel gewesen sei, gefolgt von Brasilien mit 1,2 Milliarden. Die Bank of America verzeichnete in ihrer Februar-Umfrage unter Fondsmanagern die schnellste Umschichtung von US-Aktien in Schwellenländer-Aktien seit fünf Jahren.

Trumps Politik als Brandbeschleuniger

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Politik des 47. Präsidenten hat ihren Anteil an dieser Entwicklung. Der Dollar hat seit Januar des vergangenen Jahres rund zehn Prozent gegenüber einem Währungskorb verloren – eine direkte Konsequenz von Trumps aggressiver Zollpolitik und seinen Versuchen, die Unabhängigkeit der Federal Reserve zu untergraben. Paradoxerweise macht gerade dieser schwache Dollar die Dividenden aus besser performenden Auslandsmärkten für US-Investoren in Dollar gerechnet noch attraktiver.

Dass Trump nun auch noch einen temporären globalen Zoll von zehn Prozent angeordnet hat, nachdem der Oberste Gerichtshof seine bisherigen Zölle kassierte, dürfte die Verunsicherung kaum lindern. Die Unberechenbarkeit der amerikanischen Wirtschaftspolitik wird zunehmend zum Standortnachteil – eine Ironie, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss.

Die große globale Rotation

Laura Cooper, globale Investmentstrategin bei Nuveen, beschrieb die Entwicklung als eine Rotation weg von Technologie- und Wachstumsaktien hin zu substanzstarken Wertpapieren – und zwar auf globaler Ebene. Europäische Bankaktien etwa seien im vergangenen Jahr um 67 Prozent gestiegen und hätten 2026 bereits weitere vier Prozent zugelegt. Industrieunternehmen und defensive Titel, wie sie in Deutschland, Großbritannien, der Schweiz oder Japan stark vertreten sind, rücken in den Fokus.

Die Bewertungsunterschiede sind frappierend: Während der S&P 500 mit dem 21,8-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt wird, liegen europäische Aktien bei etwa dem 15-fachen, japanische bei 17 und chinesische bei gerade einmal 13,5. Kevin Thozet vom Vermögensverwalter Carmignac beobachte seit Mitte 2025 eine Beschleunigung der US-Kapitalströme nach Europa. Seit Trumps Amtsantritt hätten US-Anleger fast sieben Milliarden Dollar in europäische Aktienprodukte investiert – während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 seien dagegen rund 17 Milliarden abgeflossen.

„Wenn ich eine sehr langfristige Perspektive einnehme, dann ist das vielleicht die Idee einer großen globalen Rotation", so Thozet.

Was bedeutet das für den deutschen Anleger?

Für den aufmerksamen Beobachter in Deutschland ist diese Entwicklung gleichermaßen Warnung und Chance. Sie zeigt einmal mehr, wie fragil die Dominanz eines einzelnen Marktes sein kann – und wie schnell sich das Blatt wenden kann, wenn politische Instabilität und überzogene Bewertungen aufeinandertreffen. Wer sein Vermögen ausschließlich in Aktien oder ETFs eines einzigen Marktes gebunden hat, der spielt ein gefährliches Spiel.

In Zeiten, in denen selbst amerikanische Investoren das Vertrauen in ihren eigenen Markt verlieren, gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Stabilitätsanker im Portfolio zusätzlich an Bedeutung. Sie sind an keine Währung gebunden, unterliegen keinem politischen Risiko einzelner Regierungen und haben über Jahrtausende ihren Wert bewahrt – ganz gleich, welcher Wind gerade an der Wall Street weht.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie bei Bedarf einen qualifizierten Finanzberater.

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