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Kettner Edelmetalle
18.06.2026
05:38 Uhr

Volkswagen am Abgrund: Wenn die eigenen VorstÀnde nicht mehr an ihren Konzern glauben

Volkswagen am Abgrund: Wenn die eigenen VorstÀnde nicht mehr an ihren Konzern glauben

Es ist ein EingestĂ€ndnis, das man sich in den Chefetagen der einstigen deutschen Industrie-Ikone wohl niemals zu trĂ€umen gewagt hĂ€tte: Sechs von neun VorstĂ€nden des Volkswagen-Konzerns halten ihr eigenes Unternehmen fĂŒr existenzgefĂ€hrdet. Was nach einem Drehbuch fĂŒr einen Wirtschafts-Thriller klingt, ist bittere RealitĂ€t – dokumentiert in einer internen, anonymen Umfrage, die dem Aufsichtsrat bereits im April vorgelegt wurde. Drei weitere Vorstandsmitglieder stuften die Situation immerhin noch als „angespannt“ ein. Beruhigend klingt anders.

Wenn die Manager ehrlicher sind als gegenĂŒber der Belegschaft

Das Pikante an dieser Erhebung: Sie wurde anonym durchgefĂŒhrt, von einer externen Unternehmensberatung. Und siehe da – sobald die Maske der öffentlichen Beschwichtigung fĂ€llt, urteilen die Top-Manager schonungslos. Neun von neun, also der gesamte Vorstand, sind sich einig, dass Volkswagen kein tragfĂ€higes GeschĂ€ftsmodell mehr besitzt. Auch die China- und Nordamerika-Strategie wurde geschlossen als nicht nachhaltig bewertet. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Diejenigen, die den Konzern steuern, glauben selbst nicht mehr an den Kurs, den sie fahren.

Ein Vorstand, der seinem eigenen Unternehmen kein tragfĂ€higes GeschĂ€ftsmodell mehr bescheinigt – das ist kein Betriebsunfall, sondern das Symptom einer politisch verordneten Industriedemontage.

Uneinigkeit ĂŒber den Kurs – die BrĂŒcke wird abgebrochen

Besonders alarmierend: Über die kĂŒnftige Ausrichtung der Marken VW, Audi, Seat, Cupra und Ć koda herrscht im Vorstand keinerlei Klarheit. Vier Manager gaben offen zu, man sei sich uneins. Vier weitere meinten, man sei sich „im Wesentlichen“ einig. Vollkommene Einigkeit? Fehlanzeige. Wer steuert hier eigentlich noch das Schiff, wenn die Mannschaft sich nicht einmal ĂŒber die Fahrtrichtung verstĂ€ndigen kann?

28.000 ArbeitsplÀtze auf der Streichliste

WĂ€hrend die Bosse intern Alarm schlagen, zahlen die BeschĂ€ftigten die Zeche. Bis Jahresende sollen in Deutschland 19.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, bis 2030 mehr als 28.000 ArbeitsplĂ€tze. Bereits Ende 2024 hatte man sich mit der IG Metall auf den Wegfall von 35.000 Stellen geeinigt. Und als wĂ€re das nicht genug, stehen mit Emden, Zwickau, Hannover und dem Audi-Werk Neckarsulm gleich mehrere Standorte zur Disposition. Werksschließungen in einem Land, das sich einst zu Recht als Wiege des Automobilbaus verstand.

Im ersten Quartal brach der Gewinn um mehr als ein Viertel ein – das Konzernergebnis nach Steuern sackte von 2,186 Milliarden Euro auf 1,564 Milliarden Euro ab, ein Minus von 28,4 Prozent. FĂŒr das Gesamtjahr 2025 ein noch dramatischeres Bild: Der Gewinn schrumpfte um sage und schreibe 44 Prozent, von 12,4 auf 6,9 Milliarden Euro.

Die Quittung fĂŒr die ideologische Verkehrspolitik

Wie konnte es so weit kommen? Man muss kein Prophet sein, um die Wurzeln dieser Misere zu erkennen. Jahrelang wurde der deutschen Automobilindustrie von einer ideologiegetriebenen Politik der Verbrennermotor madig gemacht und ein ĂŒberstĂŒrzter Umstieg auf die ElektromobilitĂ€t aufgezwungen – ohne RĂŒcksicht darauf, ob der Markt diese Wende ĂŒberhaupt mittrĂ€gt. Exorbitante Energiekosten, eine erdrĂŒckende BĂŒrokratie und ein Standort, der durch politische Fehlentscheidungen systematisch geschwĂ€cht wurde, taten ihr Übriges. Die Folge: ein Industriegigant, der ins Wanken gerĂ€t.

VerbĂ€nde kritisieren die Dividende – und meinen das Falsche

PĂŒnktlich zur Hauptversammlung am Donnerstag melden sich Umweltorganisationen wie der BUND und der Dachverband der Kritischen AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re zu Wort. Ihre Forderung: VW solle „verstĂ€rkt in kleine, sparsame E-Fahrzeuge ‚Made in Europe‘ investieren“ und die Dividende von 5,20 Euro je Stammaktie kĂŒrzen. Insgesamt wĂŒrden rund 2,6 Milliarden Euro an die Anteilseigner fließen.

Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet jene KrĂ€fte, die mit ihrer Elektro-Fixierung den Konzern erst in diese Lage manövriert haben, nun lautstark noch mehr von ebenjener Medizin verschreiben wollen, die dem Patienten so gar nicht bekommt. Der Markt fĂŒr E-Fahrzeuge will einfach nicht so wachsen, wie es sich die Planungs-BĂŒrokraten in den Ministerien ausmalen.

Was bleibt dem Anleger – und dem BĂŒrger?

Die Causa Volkswagen ist mehr als ein Unternehmensdrama. Sie ist ein LehrstĂŒck ĂŒber die Folgen, wenn Politik glaubt, klĂŒger zu sein als der Markt. Aktien einstiger Vorzeigekonzerne können, wie dieses Beispiel eindrĂŒcklich zeigt, in atemberaubendem Tempo an Wert verlieren – getrieben von politischen Vorgaben, schwindenden Gewinnen und dem Verlust des Vertrauens in das eigene GeschĂ€ftsmodell. Wer sein Vermögen breit und krisenfest aufstellen will, sollte daher ĂŒber eine Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber nachdenken. Anders als Aktienpapiere kann ein Goldbarren weder von VorstĂ€nden kleingeredet noch durch politische Fehlentscheidungen entwertet werden – er bewĂ€hrt sich seit Jahrtausenden als Anker in stĂŒrmischen Zeiten.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt ausdrĂŒcklich keine Anlageberatung dar und gibt lediglich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken verbunden. Der Wert von Aktien, ETFs, Fonds oder anderen Anlageprodukten unterliegt Schwankungen, im Ă€ußersten Fall kann ein vollstĂ€ndiger Verlust des eingesetzten Kapitals eintreten. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst.

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