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03.03.2026
16:41 Uhr

Vetternwirtschaft in der AfD: Fraktion wirft Abgeordneten Schmidt raus – und hat damit ein größeres Problem

Vetternwirtschaft in der AfD: Fraktion wirft Abgeordneten Schmidt raus – und hat damit ein größeres Problem

Die AfD-Bundestagsfraktion hat den Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt aus ihren Reihen ausgeschlossen. Der Vorwurf: Er habe der Partei mit öffentlichen Äußerungen über interne Missstände massiv geschadet. Doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell, dass der eigentliche Schaden nicht von einem einzelnen Abgeordneten ausgeht – sondern von den Strukturen, die er offengelegt hat.

Der Whistleblower als Sündenbock?

Schmidt, einst Generalsekretär des AfD-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, hatte die Debatte über Vetternwirtschaft in der Partei überhaupt erst ins Rollen gebracht. In einem aufsehenerregenden Interview sprach er von einer regelrechten „Beutegemeinschaft" innerhalb der Parteistrukturen. Mandate würden hin- und hergeschoben, Anstellungen untereinander abgesprochen, Gelder abgefasst. Schwere Vorwürfe, die – sollten sie sich auch nur teilweise bewahrheiten – ein verheerendes Bild auf eine Partei werfen, die sich selbst stets als Korrektiv gegen genau solche Praktiken der Altparteien inszeniert hat.

Die Fraktionsspitze um Alice Weidel und Tino Chrupalla sah das freilich anders. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Bernd Baumann erklärte vor der entscheidenden Sitzung, Schmidt habe „maximal schädigen" wollen. Er habe sich rächen wollen, weil er in internen Rivalitäten unterlegen gewesen sei – Rivalitäten, wie es sie in allen Fraktionen und Parteien gebe. Die Ausführungen über vermeintliche oder tatsächliche interne Abläufe gehörten nicht auf die „mediale Bühne", hieß es im Ausschlussantrag.

Wer kritisiert, fliegt – ein fatales Signal

Man muss kein glühender Anhänger der AfD sein, um zu erkennen, dass diese Vorgehensweise ein denkbar schlechtes Signal sendet. Denn was sagt es über eine Partei aus, wenn derjenige, der Missstände benennt, bestraft wird – während die Missstände selbst bestenfalls halbherzig aufgearbeitet werden? Schmidt selbst reagierte mit Unverständnis und erklärte, Reformbedarf werde nicht dadurch gelöst, dass man einzelne Personen zum Problem erkläre. Er habe für strukturelle Verbesserungen und eine ehrliche Aufarbeitung geworben. Der Partei bleibe er politisch verbunden.

Tatsächlich ist Schmidt bereits der zweite Abgeordnete, den die AfD-Fraktion seit der Bundestagswahl im Februar 2025 verliert. Im vergangenen Mai hatte der Baden-Württemberger Sieghard Knodel seinen Austritt erklärt, nachdem der Bundesverfassungsschutz die Gesamt-AfD als gesichert rechtsextremistisch eingestuft hatte – eine Einstufung, die nach einer aktuellen Gerichtsentscheidung inzwischen nicht mehr aufrechterhalten werden darf. Die Fraktion zählt damit noch 150 Abgeordnete.

Weitere Personalien schwelen unter der Oberfläche

Doch mit Schmidts Ausschluss ist die Affäre keineswegs ausgestanden. Fraktionsvize Stefan Keuter steht ebenfalls im Fokus, weil er seine Freundin angestellt haben soll. Zwar gab er auf Druck der Fraktionsspitze seinen Posten als Personalchef ab, durfte sein Amt als Fraktionsvize jedoch behalten – mitsamt den entsprechenden Funktionszulagen. Ein Zugeständnis, das innerhalb der Fraktion auf erhebliche Kritik stieß und in der Sitzung erneut debattiert wurde.

Auch die niedersächsische Abgeordnete Martina Uhr geriet ins Visier. Die niedersächsische Landesgruppe schloss sie aus ihren Reihen aus und forderte sie zum Mandatsverzicht auf – wegen angeblicher Beschäftigungsverhältnisse ihres Freundes und dessen Tochter. Uhr bestritt in der „Bild"-Zeitung, dass ihr Mitarbeiter ihr Lebenspartner sei. Ein Ausschlussantrag aus der Bundestagsfraktion lag bis zuletzt nicht vor.

Grundsätzliche Unzufriedenheit in den eigenen Reihen

Darüber hinaus brodelt es in der Fraktion grundsätzlich. Der Thüringer Abgeordnete Torben Braga legte einen Antrag vor, der eine bessere Aufklärung und Aufarbeitung der Vetternwirtschaftsvorwürfe fordert. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Unzufriedenheit über den Umgang mit der Affäre weit über den Fall Schmidt hinausreicht.

Für eine Partei, die mit dem Versprechen angetreten ist, den Filz der etablierten Parteien zu bekämpfen, sind diese Vorgänge Gift. Millionen Wähler haben der AfD ihr Vertrauen geschenkt, weil sie eine Alternative zum Selbstbedienungsladen der Altparteien suchten. Wenn nun ausgerechnet in den eigenen Reihen ähnliche Muster sichtbar werden – und die Reaktion darauf darin besteht, den Überbringer der schlechten Nachricht zu bestrafen statt die Ursachen zu beseitigen –, dann verspielt die Partei genau jenes Kapital, das sie groß gemacht hat: Glaubwürdigkeit.

Die AfD wäre gut beraten, die Vorwürfe lückenlos aufzuklären und transparente Strukturen zu schaffen, statt Kritiker mundtot zu machen. Denn die deutschen Bürger haben ein feines Gespür dafür, ob eine Partei ihre eigenen Maßstäbe ernst nimmt – oder ob sie nur eine weitere Variante dessen ist, was sie zu bekämpfen vorgibt.

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