
Umfrage-Schock aus Paris: Le Pen schlägt jeden Gegner klar

Neue Zahlen aus Frankreich lassen die Pariser Politikkaste erschaudern: Laut einer am 24. August 2026 veröffentlichten Toluna-Harris-Erhebung würde Marine Le Pen jede getestete Stichwahl für die Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen – und zwar deutlich. Befragt wurde am 18. und 19. August. Auch im ersten Wahlgang liegt die Chefin des Rassemblement National einsam vorn.
Doppelte Prozente gegen die Linke
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Gegen den Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon käme Le Pen demnach auf 68 zu 32 Prozent – ein Erdrutsch. Gegen Ex-Premier Édouard Philippe lägen 55 zu 45 Prozent an, gegen den früheren Regierungschef Gabriel Attal 57 zu 43 Prozent.
Im ersten Wahlgang wird Le Pen mit 35 Prozent gemessen, Mélenchon folgt mit 16, Philippe mit 14, Raphaël Glucksmann mit 10 und Attal mit 8 Prozent. Zweistellige Vorsprünge gegen gleich zwei Kandidaten des Establishments – das gab es in der Fünften Republik selten. Auf der Prognosebörse Polymarket wird Le Pens Siegwahrscheinlichkeit derzeit mit rund 32 Prozent gehandelt.
Die juristische Hypothek bleibt
Ganz so einfach ist die Lage allerdings nicht. Ein Pariser Berufungsgericht bestätigte am 7. Juli 2026 Medienberichten zufolge die Verurteilung Le Pens wegen Veruntreuung von EU-Geldern, reduzierte aber das Strafmaß: drei Jahre Haft, davon zwei zur Bewährung, ein Jahr mit elektronischer Fußfessel sowie 100.000 Euro Geldbuße.
Entscheidend: Die Unwählbarkeit wurde auf 15 Monate verkürzt und gilt laut Gericht als verbüßt. Der Weg zur Kandidatur ist damit zumindest theoretisch frei – Le Pen kündigte an, antreten zu wollen. Im Falle einer Revision wäre das Urteil jedoch nicht rechtskräftig, und das Kassationsgericht könnte kurz vor der Wahl erneut entscheiden.
Warum die Märkte plötzlich ruhig bleiben
Bemerkenswert ist die Reaktion der Finanzmärkte. In einer Analyse des japanischen Hauses Nomura beschreibt der Ökonom Andrzej Szczepaniak einen Kontinent, der in einen 18-monatigen Wahlzyklus eintritt – mit Abstimmungen in Deutschland und Schweden, gefolgt von Frankreich, Italien, Spanien, der Schweiz und Polen 2027.
"Politik in Europa driftet in Richtung mehr Populismus."
Anders als früher, so Szczepaniak sinngemäß, seien Investoren heute entspannter: Rechtskonservative Parteien gälten inzwischen als fiskalisch solide. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni sei für die Märkte zum Maßstab geworden. Die größere Sorge gelte inzwischen der Linken – höhere Ausgaben, finanziert über Schulden oder Steuern, könnten ohnehin stotternde Volkswirtschaften abwürgen. Mélenchon etwa hat einen Teilerlass französischer Schulden ins Spiel gebracht; laut der Analyse drohten dann deutlich weitere Renditeaufschläge auf französische Anleihen.
Und Deutschland? Der 6. September rückt näher
Auch hierzulande sieht die Analyse Bewegung: In Sachsen-Anhalt liegt die AfD vor der Landtagswahl am 6. September in Umfragen bei rund 42 Prozent, die CDU deutlich dahinter. Schwache Ergebnisse der Koalitionsparteien in den drei September-Wahlen könnten nach Einschätzung des Ökonomen sogar die Position von Kanzler Friedrich Merz gefährden – ein Kanzlerwechsel gilt ihm als wahrscheinlicher als Neuwahlen.
Frankreichs Erbe für Macrons Nachfolger bleibt bitter: Die Schuldenquote soll im kommenden Jahr auf rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung klettern. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier, wohin jahrelange Ausgabenpolitik führt – und warum viele Bürger Substanz suchen, die keine Regierung per Federstrich entwerten kann.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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