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Kettner Edelmetalle
19.08.2026
05:41 Uhr
KI-generiert

Über 2 Euro pro Liter: Wie Berlin die Ölkonzerne reich macht

Über 2 Euro pro Liter: Wie Berlin die Ölkonzerne reich macht
Symbolbild: KI-generiert

Deutschland tankt sich arm. Der bundesweite Tagesdurchschnitt für einen Liter Super E10 lag am Sonntag laut ADAC bei 2,161 Euro – ein Plus von 6,6 Cent binnen einer Woche. Diesel verteuerte sich sogar um 8,1 Cent auf 2,243 Euro je Liter.

Damit liegen die Preise an den Zapfsäulen höher als auf dem bisherigen Rekordniveau vom April 2026. Und das, obwohl der Rohölpreis diese Entwicklung längst nicht mehr erklärt.

Der Tankrabatt war nur geliehene Entlastung

Als Reaktion auf den Ölpreisschock nach dem Iran-Krieg senkte die Bundesregierung die Energiesteuer für Mai und Juni um 14,04 Cent je Liter. Weil die Mehrwertsteuer mitsank, ergab das eine Entlastung von bis zu 17 Cent.

Am 30. Juni war Schluss. Seither zeigt sich, was Kritiker befristeter Steuergeschenke von Anfang an sagten: Die Entlastung war ein Strohfeuer, die Rechnung kommt später – mit Zinsen. Im Juli kostete Super E10 im Schnitt bereits 2,099 Euro, Diesel 2,097 Euro.

12-Uhr-Regel: Ein Eingriff, der nach hinten losging

Besonders im Feuer steht die von Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche verantwortete 12-Uhr-Regel, die Tankstellen nur noch eine Preiserhöhung pro Tag erlaubt. Eine Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW stellte nach der Einführung deutlich gestiegene Benzinmargen fest – und keine spürbare Entlastung für Verbraucher. Medienberichten zufolge sprachen die Forscher von rund sechs Cent höherer Marge je Liter Benzin.

Die Logik des Fehlanreizes ist simpel: Wer nur einmal täglich erhöhen darf, schlägt in diesem einen Moment so großzügig auf, dass der Preis 24 Stunden trägt. Ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn Politik glaubt, Märkte per Uhrzeit dressieren zu können.

Millionen pro Tag – und der Fiskus verdient mit

Der an der FH Münster forschende Ökonom Johannes Schwanitz beobachtet die Preisbildung seit Jahren. Er habe nicht erwartet, dass die Konzerne das Auslaufen des Rabatts derart konsequent zur Margenausweitung nutzen würden, erklärte er gegenüber der „Welt“.

„Die Unternehmen haben diesen Spielraum genutzt, weil der Markt es ihnen ermöglicht hat. Gewinne und Margen zu steigern, gehört schließlich zu den zentralen Zielen eines Unternehmens“

Der Hamburger Energieökonom Steffen Bukold dokumentierte in einer Greenpeace-Studie für März zusätzliche Erlöse von 17,9 Millionen Euro täglich bei Diesel und 3,2 Millionen bei Benzin. Autofahrer können kurzfristig kaum ausweichen – wer zur Arbeit pendelt, muss tanken.

Wer wirklich am meisten kassiert

Übersehen wird dabei gern: Über Energiesteuer, CO2-Abgabe und Mehrwertsteuer verdient der Staat an jedem Preisschub automatisch mit. Und der Trick mit dem befristeten Rabatt hatte einen angenehmen Nebeneffekt für Berlin – eine optisch niedrigere Inflation im Frühsommer. Laut Statistischem Bundesamt kletterte die Teuerungsrate von 2,3 Prozent im Juni auf 2,8 Prozent im Juli.

Eine Übergewinnsteuer, wie von SPD, Grünen und Linken gefordert, würde erst greifen, wenn das Geld längst geflossen ist. Sinnvoller wäre echter Wettbewerb bei Raffinerien und im Großhandel – laut Bundeskartellamt sind BP, Shell und Eni über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg aktiv.

Wer Kaufkraft verliert, weil Steuern, Abgaben und politische Fehlkonstruktionen sie aufzehren, denkt zwangsläufig über Werterhalt nach. Physische Edelmetalle gelten vielen als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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