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Kettner Edelmetalle
14.08.2026
18:27 Uhr
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Tui-Chef rechnet mit Merz ab: „Vieles scheint planlos“

Tui-Chef rechnet mit Merz ab: „Vieles scheint planlos“
Symbolbild: KI-generiert

Es war ein Auftritt mit Sprengkraft: In der ARD-Sendung „Maischberger“ hat Tui-Vorstandschef Sebastian Ebel am 12. August die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung frontal angegriffen. Der Chef des weltgrößten Reisekonzerns nahm dabei Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche direkt ins Visier. Sein Urteil fiel vernichtend aus.

„Vieles ist für mich und für viele Kollegen absolut unverständlich. Vieles, was angekündigt wurde, ist nicht umgesetzt worden. Vieles scheint planlos.“

„Das Ergebnis ist besorgniserregend“

Vom Kanzler zeigte sich der 63-Jährige regelrecht enttäuscht. Er sei überrascht, das Ergebnis sei besorgniserregend, sagte Ebel. Ein „stringentes Konzept“ könne er nicht erkennen.

Noch härter klang seine Diagnose zum Industriestandort: Die „wirtschaftspolitische Deindustrialisierung“ habe noch einmal stärker an Fahrt aufgenommen. Übersetzt heißt das: Der Substanzverlust hat sich unter Schwarz-Rot nicht verlangsamt, sondern beschleunigt. Fortschritte sieht Ebel nur im öffentlichen Sektor – sonst habe sich „nichts zum Guten gewendet“.

Auch die zuständige Ministerin bekam ihr Fett weg. Er habe „bislang nicht den großen Plan gesehen“, so Ebel. Wohin die Reise wirtschaftspolitisch gehen solle, bleibe unklar – entweder gebe es diese Strategie nicht, oder sie werde miserabel kommuniziert.

Wenn der Staat wächst und die Fabrik schrumpft

Der Befund passt bitter genau zur Datenlage. Nach Einschätzung führender Wirtschaftsforscher liegt hinter Deutschland eine Phase aus mehreren Jahren Rezession und Stagnation; Institute haben ihre Wachstumsprognosen für 2026 zuletzt deutlich zusammengestrichen. Als Bremsklotz gelten Medienberichten zufolge vor allem gestiegene Energiepreise – die Bundesbank rechnet für 2026 mit einer Inflationsrate von rund 2,9 Prozent.

Dass ausgerechnet der Staatsapparat als einziger Bereich mit „Fortschritten“ genannt wird, ist eine Pointe für sich. Ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, Klimaneutralität 2045 im Grundgesetz – und ein Kanzler, der einst versprach, keine neuen Schulden aufzunehmen. Für Kritiker ist das die eigentliche Bilanz: mehr Ausgaben, mehr Bürokratie, weniger industrielle Wertschöpfung.

Habeck-Lob mit Nebengeräuschen

Bemerkenswert ist Ebels rückblickende Milde gegenüber der Ampel. Die Energiewende sei „absolut richtig“ gewesen, nur schlecht vermittelt worden, sagte er; einen grundsätzlichen Widerspruch zwischen kommerzieller Sinnhaftigkeit und Umweltschutz sehe er heute nicht mehr.

Genau hier setzen viele Beobachter an – auch in den Leserforen. Wer die Deindustrialisierung beklagt, aber jene Energiepolitik lobt, die Strompreise auf Rekordniveau mitverantwortet haben soll, liefert eine widersprüchliche Erzählung. Kann man beides gleichzeitig haben: teure Energie und industrielle Stärke? Aus Sicht unserer Redaktion lautet die Antwort seit Jahren: nein.

Was Bürger daraus mitnehmen sollten

Wenn Konzernlenker öffentlich die Orientierungslosigkeit der Politik beklagen, ist das kein Talkshow-Geplänkel, sondern ein Alarmsignal für Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Sozialkassen. Standortpolitik entscheidet darüber, ob Wertschöpfung hier bleibt – oder woanders entsteht.

Für private Vermögen bedeutet politische Unberechenbarkeit vor allem eins: Streuung schlägt Hoffnung. Physisches Gold und Silber haben sich historisch als Anker bewährt, wenn Währungen unter Druck geraten und Staaten die Schuldenschraube drehen – als solide Beimischung in einem breit aufgestellten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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