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06.08.2025
08:42 Uhr

Trumps Zoll-Keule trifft Indien: Die strategische Partnerschaft wankt

Die einst als unerschütterlich geltende Freundschaft zwischen Washington und Neu-Delhi steht vor ihrer größten Bewährungsprobe. Was im Februar noch als herzliche Umarmung im Weißen Haus inszeniert wurde, entpuppt sich nun als eiskalte Machtdemonstration. Donald Trump, der selbsternannte Dealmaker, greift zur bewährten Waffe der Zölle – und trifft damit einen der wichtigsten Partner der USA in Asien.

25 Prozent Strafzölle: Der Preis der Souveränität

Seit dem 1. August belegt Trump indische Exporte mit einem Strafzoll von 25 Prozent. Der Grund? Indien weigert sich, seine Ölimporte aus Russland zu stoppen und die westlichen Sanktionen gegen den Iran mitzutragen. Doch damit nicht genug: Am Montag drohte der US-Präsident bereits mit einer "erheblichen" Erhöhung der Zölle. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer nicht nach Washingtons Pfeife tanzt, zahlt die Zeche.

Indiens Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die Regierung in Neu-Delhi bezeichnete die Maßnahmen als "ungerechtfertigt und unangemessen" und kündigte an, "alle notwendigen Maßnahmen" zum Schutz der nationalen Interessen zu ergreifen. Ein diplomatischer Schlagabtausch, der zeigt: Die Zeiten bedingungsloser Gefolgschaft sind vorbei.

Von "Freunden" zu Gegnern: Trumps rhetorische Eskalation

Besonders bemerkenswert ist Trumps rhetorische Kehrtwende. Noch in der vergangenen Woche bezeichnete er Indien als "Freund". Nur wenige Tage später wirft er der indischen Regierung vor, es sei ihr "egal, wie viele Menschen in der Ukraine von der russischen Kriegsmaschinerie getötet werden". Ein Vorwurf, der in seiner Schärfe kaum zu überbieten ist und die diplomatischen Gepflogenheiten mit Füßen tritt.

"Die USA haben sich dafür entschieden, Handelszölle einseitig und aggressiv als Waffe einzusetzen. Das ist Einschüchterung. Und ja: Das Vertrauen in Washington ist gering und die Enttäuschung groß"

Diese Einschätzung von Kommodore Uday Bhaskar, einem renommierten Experten für Sicherheitsfragen, bringt die indische Perspektive auf den Punkt. Trump setzt auf Konfrontation statt Kooperation – ein gefährliches Spiel in einer multipolaren Welt.

Russisches Öl: Der wahre Zankapfel

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während Indien vor dem Ukraine-Krieg lediglich drei Prozent seines Öls aus Russland bezog, sind es heute zwischen 35 und 40 Prozent. Für Trump ist das ein rotes Tuch. Er wirft Indien vor, mit diesen Käufen die russische Kriegsmaschinerie zu finanzieren. Doch die Realität ist komplexer: Indien, mit seiner riesigen Bevölkerung und wachsenden Wirtschaft, kann es sich schlicht nicht leisten, auf günstige Energieimporte zu verzichten.

Die indische Position ist klar: Die "stabile und bewährte Partnerschaft" mit Russland sei nicht verhandelbar. Eine Haltung, die Amitabh Mattoo von der Jawaharlal Nehru University so formuliert: "Unsere Beziehungen zu Russland und dem Iran spiegeln souveräne Entscheidungen wider, keinen Trotz." Indien lasse sich nicht von "Zöllen, Wutanfällen oder Drohungen" einschüchtern.

Pakistan als neuer Partner? Trumps gefährliches Spiel

Als wäre die Situation nicht schon angespannt genug, wirbt Trump nun ausgerechnet um Pakistan – Indiens Erzrivalen in der Region. Washington und Islamabad unterzeichneten kürzlich ein Abkommen zur Erschließung pakistanischer Ölreserven, verbunden mit niedrigeren Zollsätzen für pakistanische Exporte. Ein Schachzug, der in Neu-Delhi als bewusste Provokation verstanden wird.

Trump behauptete sogar, einen viertägigen Konflikt zwischen den beiden Atommächten durch US-Vermittlung beendet zu haben – eine Darstellung, die Premier Modi umgehend zurückwies. Die Botschaft ist klar: Die USA spielen beide Seiten gegeneinander aus, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

Die Grenzen der Erpressung

Shanthie Mariet D'Souza vom Forschungsforum Mantraya sieht in Trumps aggressivem Vorgehen vor allem "Frustration" darüber, weder den Ukraine-Krieg beenden noch den Iran effektiv unter Druck setzen zu können. Doch diese Politik könnte nach hinten losgehen. Indien ist nicht irgendein kleiner Staat, der sich dem Diktat Washingtons beugen muss. Mit fast 1,5 Milliarden Einwohnern, einer boomenden Wirtschaft und wachsendem geopolitischen Gewicht kann es sich Neu-Delhi leisten, eigene Wege zu gehen.

Die Ironie der Geschichte: Während Trump mit seiner "America First"-Politik die Welt in Freund und Feind einteilt, treibt er potenzielle Partner in die Arme seiner Gegner. Indien könnte sich noch enger an Russland binden, die BRICS-Staaten könnten ihre Zusammenarbeit intensivieren, und alternative Handelswege abseits des Dollar-Systems könnten an Bedeutung gewinnen.

Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis: Die vielgepriesene "größte Demokratie der Welt" und die "älteste Demokratie der Welt" driften auseinander. Nicht wegen ideologischer Differenzen, sondern weil Washington glaubt, seine Interessen mit der Brechstange durchsetzen zu können. Ein Fehler, der sich noch rächen könnte. Denn in einer Welt, in der neue Machtzentren entstehen, ist die Zeit der unipolaren Dominanz endgültig vorbei.

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