
Trumps Zoll-Hammer trifft Brasilien – und Deutschland steht als Nächstes auf der Abschussliste
Die Handelspolitik des wiedergewählten US-Präsidenten Donald Trump kennt keine Zurückhaltung. Nun hat es Brasilien erwischt: Ab kommender Woche Mittwoch sollen diverse Importgüter aus dem südamerikanischen Land mit einem satten Zollsatz von 25 Prozent belegt werden. Wer geglaubt hatte, Trumps aggressive Zollrhetorik sei nur Wahlkampfgetöse gewesen, wird nun eines Besseren belehrt.
Was hinter der amerikanischen Zollkeule steckt
Nach Angaben eines US-Regierungsbeamten seien bestimmte Waren von den neuen Abgaben ausgenommen – nämlich jene, die in den Vereinigten Staaten nicht in ausreichender Menge vorhanden seien oder über besonders empfindliche Lieferketten verfügten. Dazu zählten unter anderem Erdöl und Gas, Rindfleisch, Orangensaft sowie ausgewählte Flugzeugteile. Ein bemerkenswert selektives Vorgehen, das zeigt: Washington weiß genau, wo die eigenen Interessen liegen.
Vorausgegangen sei eine Untersuchung, die angeblich eine Vielzahl unfairer Handelspraktiken zutage gefördert habe. Die Amerikaner monieren Handelsvorteile für Indien und Mexiko, die den USA verwehrt blieben, sowie vermeintliche Hürden für amerikanische Tech-Konzerne und Finanzdienstleister auf dem brasilianischen Markt.
«Sollten wir Vergeltungsmaßnahmen sehen, wären wir offen gesagt gezwungen, unser Vorgehen anzupassen.»
Eine unverhohlene Drohung. Wer sich wehrt, bekommt es noch dicker. So spricht eine Weltmacht, die ihre Muskeln spielen lässt und dabei kaum Rücksicht auf diplomatische Feinheiten nimmt.
Ein altes Gesetz als scharfe Waffe
Interessant ist der juristische Kniff dahinter. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA im Februar zahlreiche von Trump angeordnete Zölle kassiert hatte, greift die Regierung nun verstärkt auf einen Passus des Handelsgesetzes aus dem Jahr 1974 zurück. Dieser erlaubt die Verhängung von Zöllen, sobald unfaire Handelspraktiken festgestellt würden. Ein juristisches Schlupfloch, das Washington geschickt für seine Zwecke instrumentalisiert.
Und Deutschland? Steht bereits im Fadenkreuz
Nun kommt der Teil, der uns hierzulande betreffen dürfte: Vergleichbare Untersuchungen liefen auch gegen Deutschland und weitere europäische Staaten. Der Vorwurf laute, Arzneimittel würden unrechtmäßig verbilligt, während die amerikanischen Bürger den Löwenanteil der Entwicklungskosten schultern müssten.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Während die Bundesregierung unter Kanzler Merz sich in Sonntagsreden über Handelsfreiheit ergeht und hunderte Milliarden für fragwürdige Sondervermögen verpulvert, wird die deutsche Exportwirtschaft von der amerikanischen Zollpolitik in die Zange genommen. Ein Land, dessen Wohlstand seit jeher auf dem Export beruht, sieht sich einer Weltordnung gegenüber, in der das Recht des Stärkeren wieder Konjunktur hat. Wo bleibt die schlagkräftige deutsche Antwort? Wo die strategische Weitsicht?
Was Anleger aus dem Handelskrieg lernen sollten
Die eigentliche Lehre dieser Entwicklung ist eine altbekannte: In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, eskalierender Handelskriege und wachsender Unsicherheit an den Aktienmärkten zeigt sich einmal mehr der Wert krisenfester Vermögenswerte. Wer sein Vermögen allein in Papierwerten, ETFs oder exportabhängigen Aktien parkt, ist den Launen der Weltpolitik schutzlos ausgeliefert. Physisches Gold und Silber hingegen kennen keine Zölle, keine Handelsschranken und keine politischen Drohgebärden. Sie sind seit Jahrtausenden das, was sie sind – ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten und eine sinnvolle Beimischung für jedes breit gestreute Portfolio.
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