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Kettner Edelmetalle
26.04.2026
08:47 Uhr

Trumps Twitter-Finger als Wall-Street-Joystick: Wie ein Präsident die Märkte am Gängelband führt

Es war einmal eine Zeit, da bewegten Konjunkturdaten, Notenbankentscheidungen und harte Unternehmenszahlen die Kurse an der Wall Street. Jene Tage scheinen vorbei. Heute reicht ein einziger Beitrag auf Truth Social, ein lockerer Spruch im Oval Office oder eine spontane Bemerkung am Rande einer Pressekonferenz – und der S&P 500 vollführt Pirouetten, die selbst geübten Tradern den Atem rauben. Donald Trump, der 47. Präsident der Vereinigten Staaten, hat sich zum unbestrittenen Taktgeber der globalen Finanzmärkte aufgeschwungen.

Ein Präsident, der die Märkte im Würgegriff hält

Eine Analyse von Fundstrat Research, über die Bloomberg berichtet, fördert Bemerkenswertes zutage: Die fünf besten und die fünf schlechtesten Handelstage des breiten US-Aktienindex S&P 500 in den vergangenen 15 Monaten lassen sich nahezu sämtlich auf Äußerungen des Präsidenten zurückführen. Hardika Singh, Wirtschaftsstrategin bei Fundstrat, bringt es auf den Punkt: Ein Präsident solle eine derart außergewöhnliche Kontrolle über die Kursbewegungen schlichtweg nicht besitzen. Es sei beispiellos. Tatsächlich hat keiner der zwölf Präsidenten seit Ronald Reagan im Jahre 1981 eine vergleichbare Häufung extremer Markttage ausgelöst.

Vom Brandstifter zum Feuerwehrmann – und wieder zurück

Besonders augenfällig wurde dieses Phänomen während der jüngsten Eskalation im Iran-Konflikt. Der S&P 500 lieferte den schnellsten V-förmigen Einbruch und die rasanteste Erholung seit dem Corona-Crash 2020 ab. Vom Hoch am 27. Januar rauschte der Index knapp zehn Prozent in die Tiefe – nahe an der technischen Korrekturmarke. Nur elf Handelstage später kletterte er erneut auf Allzeithochs. Auslöser? Trumps wechselnde Tonlagen zum Konflikt mit Teheran.

Am 20. März verlor der Index 1,5 Prozent, nachdem der Präsident im Weißen Haus erklärte, er strebe keinen Waffenstillstand mit dem Iran an. Am 31. März wiederum sprang der S&P 500 um 2,9 Prozent nach oben – der beste Tag seit Mai –, weil Trump verlauten ließ, die Verhandlungen mit Teheran liefen vortrefflich. Alexander Altmann von Barclays bezeichnet den Präsidenten daher treffend als „Brandstifter und Feuerwehrmann“ in Personalunion.

TACO – das neue Mantra der Wall Street

An der Börse hat sich längst eine Abkürzung etabliert, die das Verhalten des Präsidenten umschreibt: TACO – „Trump always chickens out“. Die Investoren wurden, wie Ross Mayfield von Baird Private Wealth Management formuliert, regelrecht darauf konditioniert, dass nach dem ersten Donnerschlag stets eine beschwichtigende Botschaft folgt. Wird es zu schmerzhaft, kommt der versöhnliche Tweet. Die Märkte tanzen mittlerweile nach diesem Drehbuch – und das mit erstaunlicher Disziplin.

Zölle als Brandbeschleuniger

Die größten Tagesgewinne und -verluste des laufenden Jahres lesen sich wie ein Protokoll präsidialer Launen. Am 9. April 2025 katapultierte eine Aussetzung von Zöllen den Index um 9,5 Prozent nach oben. Am 12. Mai folgte ein Plus von 3,3 Prozent nach einer 90-tägigen Waffenruhe im Handelskonflikt mit China. Auf der Verliererseite stehen Tage wie der 4. April mit einem Minus von 6 Prozent nach chinesischen Vergeltungszöllen oder der 3. April mit einem Verlust von 4,8 Prozent nach Trumps Zoll-Hammer.

Die im April 2025 verhängten Zollpakete – 20 Prozent auf Importe aus der Europäischen Union, 34 Prozent auf chinesische Waren, 25 Prozent auf Mexiko und Kanada – haben nicht nur Lieferketten erschüttert, sondern auch die Volatilität an den Rohstoffmärkten auf Pandemie-Niveau getrieben. Der Ölmarkt schwankt wie zuletzt zu Beginn der Covid-Krise.

Strukturwandel oder bloße Wahrnehmungsverzerrung?

Nicht jeder folgt der These vom allmächtigen Präsidenten. Marktstratege Ed Yardeni räumt zwar ein, er habe noch nie erlebt, dass Aussagen aus dem Weißen Haus die Aktienmärkte derart täglich bewegten. Doch es gibt auch Skeptiker. Altmann verweist darauf, dass der durchschnittliche VIX-Wert seit 1990 bei 19,3 liege – und exakt diesen Wert weise auch Trumps zweite Amtszeit auf, ebenso wie zuvor die von Joe Biden. Statistisch betrachtet seien die Märkte also mitnichten volatiler als früher. Verändert habe sich primär das Kommunikationsmedium, nicht die Heftigkeit der Bewegungen.

Hinzu kommt ein struktureller Faktor: Der Siegeszug passiver Anlagestrategien und algorithmischer Handelssysteme. Michael Green von Simplify Asset Management schätzt, dass die Märkte heute vier- bis fünfmal reaktiver auf Schlagzeilen reagieren als früher. Computerprogramme, die passive Portfolios steuern, sind darauf programmiert, auf Nachrichten quasi reflexartig zu reagieren – was jeden präsidialen Tweet potenziert.

Was bedeutet das für den Anleger?

Wer in solchen Zeiten sein Vermögen ausschließlich auf das Wohl und Wehe einer Person und deren morgendliche Twitter-Stimmung verwettet, lebt gefährlich. Die zunehmende Politisierung der Aktienmärkte, kombiniert mit aggressiven Notenbank-Interventionen, einer ausufernden US-Staatsverschuldung und geopolitischen Brandherden, schafft eine Gemengelage, in der substanzielle Werte gefragter sind denn je.

Physische Edelmetalle wie Gold und Silber kennen weder Truth Social noch Pressekonferenzen. Sie reagieren nicht auf jeden Federstrich aus Washington und sind nicht abhängig von der Tageslaune eines einzelnen Mannes. Als bewährte Beimischung in einem breit gestreuten Portefeuille bieten sie genau jene Stabilität, die in einem von Schlagzeilen-Volatilität geprägten Marktumfeld immer wertvoller wird. Während der S&P 500 zwischen Euphorie und Panik pendelt, bleibt das Edelmetall, was es seit Jahrtausenden ist: ein Anker in stürmischer See.

Haftungsausschluss

Die in diesem Beitrag dargestellten Informationen geben ausschließlich die Meinung der Redaktion auf Grundlage der vorliegenden Quellen wieder und stellen keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Aufforderung zum Erwerb bestimmter Finanzprodukte dar. Jede Anlageentscheidung trägt eigene Risiken. Leser sind angehalten, sich vor finanziellen Entscheidungen eigenständig umfassend zu informieren oder einen unabhängigen Finanz-, Steuer- oder Rechtsberater zu konsultieren. Eine Haftung für Verluste, die aus der Verwendung der hier veröffentlichten Informationen entstehen, wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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