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Kettner Edelmetalle
01.02.2026
17:45 Uhr

Trumps Größenwahn in Stein gemeißelt: Ein 76-Meter-Triumphbogen für Washington

Was als ambitioniertes Denkmal zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit begann, entwickelt sich zu einem architektonischen Ego-Projekt von monumentalen Ausmaßen. US-Präsident Donald Trump plant einen Triumphbogen in Washington D.C., der selbst den berühmten Arc de Triomphe in Paris in den Schatten stellen soll. Die Dimensionen des Vorhabens lassen Architekten und Historiker erschaudern – und werfen Fragen auf, die weit über ästhetische Bedenken hinausgehen.

Ein Denkmal, das alles überragt

Der sogenannte „Independence Arch" soll nach aktuellen Plänen eine Höhe von stolzen 76 Metern erreichen. Um diese Dimension zu verdeutlichen: Das Weiße Haus misst gerade einmal 21 Meter, das ehrwürdige Lincoln Memorial kommt auf etwa 30 Meter. Selbst der Pariser Triumphbogen, seit fast zwei Jahrhunderten ein Symbol französischer Größe, würde mit seinen 50 Metern wie ein bescheidener Vorgänger wirken.

„Ich hätte gern den größten von allen. Wir sind die größte, mächtigste Nation", verkündete Trump an Bord der Air Force One. Eine Aussage, die in ihrer Direktheit kaum überrascht, aber dennoch die Frage aufwirft, ob nationale Größe tatsächlich in Metern gemessen werden sollte.

Vom temporären Vorschlag zum permanenten Monument

Besonders pikant erscheint die Entwicklung des Projekts, wenn man seine Ursprünge betrachtet. Der Kunstkritiker Catesby Leigh hatte ursprünglich einen temporären, 18 Meter hohen Bogen vorgeschlagen – ein würdiges, aber zurückhaltendes Denkmal für den Unabhängigkeitstag. Trump machte daraus ein permanentes Bauwerk von mehr als der vierfachen Größe. „Ich glaube nicht, dass ein so großer Bogen dorthin gehört", kommentierte Leigh die Entwicklung gegenüber der Washington Post mit diplomatischer Zurückhaltung.

Historische Sichtachsen in Gefahr

Der geplante Standort am Memorial Circle zwischen dem Lincoln Memorial und dem Nationalfriedhof Arlington birgt erhebliches Konfliktpotential. Calder Loth, ehemaliger leitender Architekturhistoriker des Bundesstaates Virginia, warnt eindringlich vor den Konsequenzen: Ein 76-Meter-Bogen könnte den Blick auf Arlington House versperren, das historische Anwesen des Konföderierten-Generals Robert E. Lee.

„Arlington House würde wie ein Puppenhaus aussehen – oder man könnte es gar nicht mehr sehen."

Eine Aussage, die verdeutlicht, wie rücksichtslos hier mit dem architektonischen Erbe der Nation umgegangen werden könnte.

Die fragwürdige Finanzierung durch Großkonzerne

Das Weiße Haus betont, das Projekt werde privat finanziert – mit überschüssigen Spenden aus Trumps Ballsaal-Projekt, das auf etwa 400 Millionen Dollar veranschlagt wird. Zu den Spendern gehören Unternehmen wie Amazon, Google und Lockheed Martin. Ein bemerkenswerter Umstand, bedenkt man, dass diese Konzerne Milliarden-Verträge mit der Regierung unterhalten. Die Frage, ob hier nicht ein klassischer Fall von Interessenverflechtung vorliegt, drängt sich geradezu auf.

Für den Bau wären mehrere Genehmigungsverfahren erforderlich, möglicherweise auch die Zustimmung des Kongresses. Doch Trump hat vorgesorgt: Er berief kürzlich den Entwickler Rodney Mims Cook Jr. in die Commission of Fine Arts – jenes Gremium, das neue Denkmäler in Washington genehmigen müsste. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Ein Vermächtnis für die Ewigkeit – oder ein Mahnmal der Hybris?

„Der Bogen wird eines der ikonischsten Wahrzeichen nicht nur in Washington, sondern weltweit", verkündete Sprecher Davis Ingle. Trumps „kühne Vision" werde „von Generationen gespürt werden". Ob diese Generationen das Bauwerk als Symbol amerikanischer Größe oder als steingewordenen Ausdruck präsidialer Selbstüberschätzung betrachten werden, bleibt abzuwarten.

Die Geschichte lehrt uns, dass Triumphbögen stets den Mächtigen ihrer Zeit dienten – und dass ihre Bedeutung sich mit dem Wandel der Zeiten verändert. Der Arc de Triomphe in Paris, einst von Napoleon in Auftrag gegeben, wurde erst Jahrzehnte nach dessen Sturz vollendet. Ob Trumps Bogen ein ähnliches Schicksal ereilt, oder ob er tatsächlich zum 250. Unabhängigkeitstag im Juli fertiggestellt wird, steht in den Sternen. Bislang wurde mit den Arbeiten noch nicht einmal begonnen – obwohl Trump im Dezember angekündigt hatte, innerhalb von zwei Monaten starten zu wollen.

Was bleibt, ist das Bild eines Präsidenten, der sein Vermächtnis buchstäblich in Stein meißeln lassen will – koste es, was es wolle. Und während Europa mit seinen eigenen Herausforderungen kämpft, zeigt sich jenseits des Atlantiks einmal mehr, dass politische Größe und architektonische Größe zwei völlig verschiedene Dinge sind.

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